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FC Ingolstadt

15.11.2020

Konstant inkonstant: FC Ingolstadt verliert in Mannheim

Am Boden: Marc Stendera, hier im Zweikampf mit dem ehemaligen Ingolstädter Max Christiansen, musste sich mit den Schanzern mit 1:4 bei Waldhof Mannheim geschlagen geben.
Bild: Stefan Bösl – kbumm.agentur

Der FC Ingolstadt verfällt in alte Muster und verliert bei Waldhof Mannheim mit 1:4. In der zweiten Halbzeit zeigen sich die Schanzer zwar verbessert, doch der enttäuschende Auftritt in den ersten 45 Minuten wirft Fragen auf.

Konstanz zählt zu den Zauberworten im heutigen Fußball. Regelmäßig das eigene Leistungsvermögen auf den Platz bringen – und damit erfolgreich sein. So lautet jedenfalls die Wunschvorstellung. Auch beim FC Ingolstadt ist Woche für Woche davon die Rede. Konstanz in die eigenen Vorstellungen bringen, dann werde man die nötigen Punkte schon einfahren. Doch derzeit geben die Schanzer selbst innerhalb einer Partie ein wechselhaftes Bild ab.

Nach dem jüngsten 4:1 gegen den SV Wehen Wiesbaden – der bis dato besten Saisonleistung – sah sich der FCI auf einem guten Weg. Doch nur eine Woche später war davon nichts mehr zu sehen. Denn Ingolstadt musste sich bei Waldhof Mannheim mit 1:4 geschlagen geben. Auch wenn das Team in der zweiten Halbzeit große Moral bewies, bleibt von den ersten 45 Minuten vor allem eins: ein großes Fragezeichen.

FC Ingolstadt verschläft erste Halbzeit

Mannheim, ein Team aus dem Mittelfeld der 3. Liga, führte nicht nur verdient mit 2:0, sondern war den Gästen in allen Belangen um Längen überlegen. Mannheim spielte Fußball, ließ den Ball sicher durch die eigenen Reihen laufen, agierte leidenschaftlich und aggressiv. Auf der anderen Seite stand ein FC Ingolstadt, der überhaupt nicht am Spiel teilzunehmen schien. Ideenlos, ohne Kreativität und jeglichen Witz trugen sie ihr Muster vor, den Ball hoch und weit auf Stefan Kutschke zu schlagen. Oder, um es mit den Worten von Marcel Gaus zu sagen: „Wir haben nicht das auf den Platz bekommen, was uns in den vergangenen Wochen ausgezeichnet hat.“ Nun gelte es, das Spiel zu analysieren und nach vorne zu schauen. „Uns war klar, dass wir nicht durch die Liga marschieren. Die 3. Liga ist jede Woche 100 Prozent Kampf. Nun heißt es, Mund abwischen und weiter geht´s.“

Diesen Kampf ließen die Schanzer in Mannheim in der ersten Halbzeit vermissen, agierten ohne Gier und Aggressivität, weswegen sie durch „zwei vermeidbare Gegentore“ (Gaus) mit 0:2 in Rückstand gerieten. Doch resultierten diese Treffer nicht zwingend aus Fehlern der Ingolstädter. Waldhof zeigte, dass auch in der 3. Liga ansehnlicher Fußball gespielt werden kann und kombinierte die Tore mit sehenswerten Spielzügen heraus. Zunächst das 1:0, als Dominik Martinovic einen Pass mit nur einer Berührung in den Lauf von Rafael Garcia weiterleitete, der Fabijan Buntic keine Abwehrmöglichkeit ließ (25.). Oder das 2:0, das sich Mannheim mit einem schnellen Angriff über die Außen herausspielte, den Marcel Costly mit einem Schuss in den Winkel vollendete (36.).

FC Ingolstadt: Leistungssteigerung nach der Pause

„Bis zum 1:0 waren wir gut im Spiel. Das Gegentor müssen wir einfach besser wegstecken. Denn dann wir es schwer gegen eine Mannschaft wie Mannheim, die auf Ballbesitz ausgelegt ist“, meinte Gaus. Glück hatten die Schanzer, dass Martinovic zwischen den beiden Treffern eine weitere Großchance vergab (30.). „Wir bekamen das 0:1 und folgerichtig das 0:2, damit waren wir zur Pause noch gut bedient“, sagte FCI-Trainer Tomas Oral. „Ich muss meinen Jungs trotzdem eine super Moral attestieren. Der Sieg für Mannheim ist verdient, aber für mich zu hoch.“ Dass Oral diesen Satz sagen konnte, lag an einer deutlichen Leistungssteigerung des FCI nach dem Seitenwechsel. Plötzlich setzten sie Waldhof unter Druck, spielten aggressiv und kamen folgerichtig zu Chancen.

Der eingewechselte Filip Bilbija vergab eine erste (46.). Dann Caniggia Elva eine riesige, als er das freie Tor vor sich hatte, aber nur das Außennetz traf (60.). Im Gegenzug erzielte Martinovic nach einem herrlichen Lupfer-Pass von Garcia das 3:0 (62.). Die Entscheidung? Noch nicht, denn nun wehrte sich Ingolstadt, kämpfte aufopferungsvoll und warf alles nach vorne. Björn Paulsen traf die Latte (67.), dann den Arm von Jesper Verlaat (71.). Es hätte Elfmeter geben müssen, doch der Pfiff blieb aus.

Nachdem Stefan Kutschke auf 3:1 verkürzt hatte (78.), hätte das Spiel tatsächlich noch eine Wende nehmen können. Allerdings parierte Mannheims Torhüter Jan-Christoph Bartels einen Kopfball des FCI-Kapitäns (85.). Ein schneller Konter, den Joseph Boyamba zum 4:1 abschloss, brachte schließlich die endgültige Entscheidung (90.).

Trotz der dritten Saisonniederlage bleibt der FC Ingolstadt Tabellendritter. Weiter geht es am kommenden Sonntag (15 Uhr), wenn Magdeburg im Audi Sportpark gastiert. Man darf gespannt sein, welches Gesicht die Schanzer dann zeigen werden.

SV Waldhof Mannheim Bartels – M. Seegert, Verlaat, Hofrath – Costly, Saghiri, Christiansen, Donkor – Garcia (85. Gohlke), Ferati (90.+1 dos Santos) – Martinovic (64. Boyamba).
FC Ingolstadt 04 Buntic – Heinloth, Antonitsch, Paulsen, Franke – Keller, Preißinger (18. Elva) – Kaya (46. Bilbija), M. Stendera, Gaus – Kutschke.

Schiedsrichter Patrick Hanslbauer (Stein) – Tore 1:0 Garcia (25.), 2:0 Costly (36.), 3:0 Martinovic (63.), 3:1 Kutschke (78.), 4:1 Boyamba (90.).

FC Ingolstadt: Rico Preißinger fällt lange aus

Preißinger, der beim Spiel in Mannheim in der 18. Minute verletzt ausgewechselt werden musste, hat sich eine Schlüsselbeinfraktur zugezogen und fällt den Rest des Jahres aus.

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