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Ja zum Olympia-Boykott – aber nicht zu Lasten der Sportler

Kommentar Von Milan Sako
16.12.2021

Während die USA und andere Länder keine politischen Vertreter nach Peking schicken, zögert die Bundesregierung noch. Das IOC gibt eine erbärmliche Figur ab.

Als ehemalige Trampolinspringerin hat die Außenministerin Annalena Baerbock verkündet, ein „großes Sportlerinnenherz“ zu haben. Im Augenblick jedoch ist sie als Politikerin gefragt. Die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in China am 4. Februar rückt näher, und immer mehr Regierungen kehren den Gastgebern den Rücken zu. Die USA, Australien, Japan oder auch Kanada haben einen diplomatischen Boykott der Spiele angekündigt. Kanzler Olaf Scholz laviert noch herum, redet sich wie so oft auf die Abstimmung mit der EU heraus, anstatt mutig Nein zu sagen.

Es ist richtig, wenn Minister und Präsidenten sich nicht auf der Tribüne mit Chinas Staatschef Xi Jinping zeigen. Das ist die geringste Geste, um den Protest gegen die brutalen Menschenrechtsverletzungen in der Volksrepublik anzuprangern. In Hongkong wird die Demokratiebewegung mit Gewalt unterdrückt. Die Minderheit der Uiguren, die weiter Muslime bleiben und ihre Turksprache behalten wollen, wird in Internierungslager eingesperrt.

Olympia wird zur großen Propaganda-Show - das sollen nicht die Sportler ausbaden

Es war ein Fehler, die Olympischen Spiele in ein Land zu vergeben, das sie als Propaganda-Show missbrauchen wird. Ein Boykott, wenngleich nur ein politischer, passt nicht ins Bild, das die Gastgeber in die Welt senden wollen. China reagiert deshalb scharf auf die Ankündigungen. Ein Fiasko für Peking wäre es, wenn sich auch Sportlerinnen und Sportler anschließen würden. Die heile Winter-Wunder-Welt wäre zerstört.

Zwei Argumente sprechen dagegen. Der Athletenboykott 1980 in Moskau und die Retourkutsche 1984 in Los Angeles bewirkten genau – null. Mit einem verordneten Fernbleiben von den Spielen bestraft man nur die Sportler und beraubt sie ihres Lebenstraums, für den sie jahrelang hart gearbeitet haben. Und: Athletinnen sollen nicht das ausbaden, was die Politiker versäumt oder sich nicht zu sagen getraut haben. Hier wäre das Internationale Olympische Komitee als Interessenvertretung des Sports gefragt. Doch wer seine Hoffnung auf diesen verkrusteten Funktionärshaufen legt, kann auch aufs Christkind warten.

Der chinesische Staats- und Parteichef Xi Jinping will sein Land bei den Winterspielen vor der Weltöffentlichkeit präsentieren.
Foto: Li Xueren/XinHua/dpa

IOC-Chef Thomas Bach wirkt wie eine willfährige Marionette Chinas

Bereits mit der Vergabe nach China hatte das IOC seine Interessen dem Kommerz geopfert. Wie ernst die IOC-Spitze das Thema Menschenrechtsverletzungen nimmt, zeigt sich an zwei Beispielen. Nachdem die Tennisspielerin Peng Shuai einem chinesischen Spitzenpolitiker sexuellen Missbrauch vorgeworfen hatte, verschwand sie aus der Öffentlichkeit. Erst als Kolleginnen und Tennisverbände Aufklärung über den Verbleib Shuais forderten, tauchte IOC-Präsident Thomas Bach wie Kai aus der Kiste mit einem Video-Interview mit der Chinesin auf. Der IOC-Chef als willfährige Marionette der Kommunisten-Diktatur.

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IOC-Mitglied Richard Pound zweifelt an den Medien - und beugt sich China

Zweites Beispiel: Der Kanadier Richard Pound, 79, der seit 1978 dem IOC angehört, zweifelte in einem Interview mit dem Deutschlandfunk die Menschenrechtsverletzungen in China an. Man kenne ja die Medien, dass das, was als Fakt behauptet wird, nicht unbedingt stimme. Und auf die Frage, ob sich Olympioniken frei ausdrücken dürfen, schob der Kanadier einen Satz hinterher, der alle hellhörig lassen werden sollte. Die Teams sollten verstehen, dass sie in ein anderes Land reisen. In China gelten eben andere Gesetze als beispielsweise in Kanada oder Deutschland.

Die Botschaft des erfahrensten IOC-Mitglieds lautet: laufen, springen, spielen – aber ansonsten besser die Klappe halten. Außenministerin Baerbock und Kollegen täten gut daran, sich nicht in China auf der Tribüne mit Xi Jinping, Thomas Bach und wahrscheinlich Wladimir Putin zu zeigen. Keine gute Gesellschaft.

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Die Diskussion ist geschlossen.

17.12.2021

Aller Welt Sportler wie Politiker machen sich vor den Chinesen in die Hose!! Lauter medizinischer Wunder! "Kein Rückgrat aber ein aufrechter Gang" !! Daraus wird mir nur noch schlecht!! Die Chinesen selber lachen bloß darüber und amüsieren sich nur !

16.12.2021

Von Anita M: "Und was ist so schwierig, durch ein Boykott ein Statement abzugeben?"
Von Wolfgang B: "Absoluter Unsinn - wie jeder Boykott."
Von Jochen H: "Boykott nutzlos."

Machen Sie doch mal Vorschläge, wie unser Land auf staatliche Morde und auf massenhafte Menschenrechtsverletzungen reagieren soll.

Raimund Kamm

17.12.2021

Wenn ich Sie dann richtig verstehe, sollte man einfach mal nichts tun? Bringt ja eh alles nichts? So geht's natürlich auch. Vielleicht, oder gar vermutlich, ändert ein Boykott nichts an den Vorgehensweisen Chinas. Aber es ist den Oberen dort zumindest unangenehm. Sie legen großen Wert auf ihr Erscheinungsbild. Aber wie gesagt: man kann einfach auch nichts machen!
Am Besten wäre natürlich, wenn Institutionen wie das IOC oder die FIFA schon im Vorfeld überlegen, ob bestimmte Länder nicht Austragungsorte solcher sportlichen Veranstaltungen sein sollten.

17.12.2021

"Aber es ist den Oberen dort zumindest unangenehm."

Sie unterschätzen das Selbstbewusstsein der Chinesen. Glauben Sie mir: Ob ein paar Diplomaten mehr oder weniger zu den Spielen kommen, geht den dortigen sonstwo vorbei.

16.12.2021

Nett: Aus der rechten Ecke kommt sowohl der Vorwurf "Moralapostel" wie "Unsere Politiker verstecken sich doch generell".

Machen Sie doch mal Vorschläge, wie unser Land auf staatliche Morde und auf massenhafte Menschenrechtsverletzungen reagieren soll.

Raimund Kamm

16.12.2021

Lieber Herr Kamm, nicht jeder, der nicht Ihrer Meinung ist, befindet sich in der "rechten Ecke". Das ist einfach nur lächerlich. Und was ist so schwierig, durch ein Boykott ein Statement abzugeben?

16.12.2021

Und falls es stimmt, was Ihrer Meinung nach aus der rechten Ecke kommt? Übrigens: alles was von rechts und alles was von links kommt ist nicht per se falsch. Gilt m.e. für jede politische Richtung.

16.12.2021

Westliche Makulatur. Am Ende geht das aus wie das Hornberger Schiessen. Die Weltwirtschaft und Realpolitik tickt anders als unsere Moralapostel denken. Erst hat der Westen die Produktion nach Asien ausgelagert und jetzt beschwert man sich, dass China nicht unsere hohen "Wertevorstellungen" teilt und eifrig und gelehrig mit macht. Bestellen Sie heute Mal Ersatzteile für elekt. Anlagen ; die Masse wird nicht mehr in Europa nach gefertigt, sondern kommt aus China. Oder Neufertigung Laptops- Marke West- Produktion in China. China wird es einen Teufel scheren, ob unsere Politik dort vertreten ist. So wie mit Russland, kann man auch die Kontakte einstellen und muss danach mit den Nachteilen leben. Boykott nutzlos.

16.12.2021

Unsere Politiker verstecken sich doch generell gern hinter EU-Richtlinien. Das ist sehr bequem. Wegducken, keine Meinung haben - das können sie am besten. Und das IOC ist so korrupt wie die FIFA. Der Mensch steht nie an erster Stelle.

15.12.2021

Absoluter Unsinn - wie jeder Boykott. Aber dies ist ja keiner. Ob nun ausländische Diplomaten In Peking sind oder nicht - danach krähnbt später kein Hahn mehr. Eher, wer sportlich erfolgreich war.