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Radsport
25.07.2023

Georg Zimmermann: "Ein Etappensieg bei der Tour de France ist wie ein Ritterschlag"

Tour de France 2023 11.07.2023, Frankreich, Issoire: Radsport: UCI WorldTour - Tour de France, Vulcania - Issoire (167,20 km), 10. Etappe: Der Spanier Pelle Bilbao (l) überquert die Ziellinie vor dem Deutschen Georg Zimmermann und gewinnt die zehnte Etappe der Tour de France. Foto: Daniel Cole/AP +++ dpa-Bildfunk +++
Foto: Daniel Cole

Der 25-jährige Augsburger war einer der auffälligsten deutschen Fahrer. Er spricht über den verpassten Etappensieg und seine Zukunft beim Rennstall Intermarche.

Hallo Herr Zimmermann, was macht ein Radprofi direkt einen Tag nach der Tour de France?

Georg Zimmermann: Es ist jetzt kurz nach elf Uhr und meine Freundin und ich sind gerade aufgestanden. Es fühlt sich wie eine große Befreiung an, denn über vier Wochen einen durchgetakteten Zeitplan zu haben, ist nicht so einfach. Darum ist dieser Tag schon etwas Besonderes. Ich sortiere die Wäsche, damit ich das zu Hause nicht machen muss, packe dann meinen Koffer, mache ein Fahrrad noch reisefertig, das ich dann im Zug mitnehmen werde. Später treffen wir drei sehr gute Freunde, die ich noch von der Schule kenne, die mich hier in Paris angefeuert haben. Wir werden noch ein kompaktes Sightseeing machen und um 17 Uhr geht für uns Fünf der Zug nach Hause.

Was passierte eigentlich direkt nach der Zieleinfahrt auf der Champs Élysée?

Zimmermann: Man gibt Interviews, dann geht es zur VIP-Box des Teams. Da macht man Fotos, trinkt ein Glas Champagner auf die Tour. Dann fährt man ins Hotel, duscht sich, geht ins vom Team gemietete Restaurant, isst mit den Sponsoren zu Abend und dann geht man noch aus. 

Wie fühlen sich denn ihre Beine nach 21 Etappen mit rund 3.400 Kilometern an? Haben Sie Muskelkater?

Zimmermann: Es ist eher eine Vorstufe. Die Beine sind schon ein wenig fest, aber man ist einfach sehr müde. Darum habe ich heute auch so lange geschlafen. 

Wie lautet Ihr Fazit der Tour?

Zimmermann: Es ist unglaublich positiv. Ich habe wirklich hart für die Tour de France trainiert, war in zwei Trainingslagern, habe bei der Dauphine-Rundfahrt, die ja als Generalprobe gilt, eine Etappe gewonnen und bin mit richtig breiter Brust nach Bilbao gereist.

Und dann?

Zimmermann: Lief vieles für mich wie am Schnürchen. Ich war richtig gut drauf, habe mich gezeigt und mich gut mit einem zweiten Platz auf der zehnten Etappe in Szene gesetzt. 

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Wie haben Sie die letzten Meter vor dem Ziel in Issoire erlebt, als Sie Zweiter nur knapp hinter dem Spanier Pelle Bilbao wurden?

Zimmermann: Ich habe leider einen Fehler gemacht, als ich den Sprint angezogen habe. Ich habe einen Gang zu schwer aufgelegt und dann war der Start bei meinem Spring nicht so explosiv. Tja, schneller wäre ich auf jeden Fall gewesen, wenn ich einen Gang leichter gewählt hätte. Ob es aber für den Etappensieg gereicht hätte, weiß ich nicht.

Was hätte dieser Etappen-Sieg für Sie bedeutet?

Zimmermann: Ein Etappensieg bei der Tour de France ist im Radsport wie ein Ritterschlag. Hinten auf der Startnummer, die am Rad befestigt wird, bekommt man dann so einen kleinen Aufkleber, wie eine kleine Auszeichnung. Von daher ist es schade, dass ich den Etappensieg knapp verpasst habe, aber es wird ja hoffentlich nicht meine letzte Tour gewesen sein.

Sie waren nach der Etappe sehr enttäuscht …

Zimmermann: Das stimmt, aber mittlerweile ist dieses Kapitel abgeschlossen.

Wäre ein Etappensieg in diesem Jahr noch auf einer anderen Etappe möglich gewesen?

Zimmermann: Auf der 13. Etappe bin ich noch mal 13. geworden. Da bin ich mit etwas Vorsprung in den Berg reingefahren, hatte aber nicht meinen allerbesten Tag. Die mich da abgehängt haben, hatte ich an besseren Tagen schon im Griff. Mit der Form von Courchevel vier Tage später hätte ich da mit den drei Minuten Vorsprung vielleicht um den Etappensieg mitfahren können. Aber ich bin keine Maschine. 

Mit Platz zwei standen Sie für kurze Zeit auch einmal im Rampenlicht. Aber es gibt auch Tage, da fahren Sie mit 20 oder 30 Minuten Rückstand auf den Etappensieger über die Ziellinie. Wie gehen Sie mit diesem Auf und Ab um?

Zimmermann: Es gibt so 20 bis 30 Fahrer, die jeden Tag mit Vollgas fahren. Deren primäres Ziel es ist, in der Gesamtwertung möglichst weit vorn zu sein. Für die anderen Fahrer, wie für mich, ist die Gesamtwertung gar nicht so entscheidend. Sie ist wichtig, aber nicht das allergrößte Ziel. Wenn wir unseren Job gemacht haben, oder auch mal abgehängt werden, fahren wir auch mal mit einem Gang leichter ins Ziel. Wir ziehen uns nicht jeden Tag den Zahn. Wenn ich jeden Tag Vollgas fahren würde, was gehen würde, wären aber einzelne Spitzenleistungen für mich nicht möglich. Darum habe ich Hochachtung vor den Spitzenfahrern. Denn es ist schon eine emotionale Belastung jeden Tag über drei Wochen hinweg vorn mit dabei sein zu müssen. Ich muss jeden Tag das Ziel erreichen und ab und zu einen raushauen. Aber jeden Tag um Sekunden kämpfen zu müssen, ist noch einmal eine andere Hausnummer.

Ist das ein Ziel für Sie, auf so ein Niveau zu kommen?

Zimmermann: Das ist so viel Stress und Druck. Ich will es mittelfristig nicht kategorisch ausschließen, aber momentan kann ich mir es schwer vorstellen.

Es war ja ein faszinierendes Duell zwischen Toursieger Jonas Vingegaard und dem Zweiten Tadej Pogacar. Wie viel bekommt man da als Protagonist eigentlich mit?

Zimmermann: Nicht so viel wie ein Fernsehzuschauer. Oft bin ich in den entscheidenden Phasen gar nicht dabei. Und abends habe ich keine große Lust mehr, mir eine Stunde die Aufzeichnungen anzusehen, da müssen auch mal fünf Minuten reichen. Aber natürlich habe ich mitbekommen, dass es ganz großes Kino war.

Wie wichtig war das für die Tour?

Zimmermann: Sehr wichtig. So einen richtigen Schlagabtausch bis in die letzten Tage hinein, hat es schon lange nicht mehr gegeben. Und die beiden könnten ja unterschiedlicher nicht sein. Pogacar ist ein offener Typ, der auch gerne Interviews gibt und wie ein Publikumsliebling auftritt. Und dann hat man noch den Vingegaard, der verschlossener und schüchterner daherkommt. 

Sie haben erzählt, dass die beiden auf der Etappe zum Grand Colombier, wo Sie über 100 Kilometer in der Spitzengruppe unterwegs waren, am Ende an Ihnen vorbeigeflogen sind. Bei solchen fast übermenschlichen Leistungen fährt aber auch immer der Dopingverdacht mit. Wie sehen Sie das?

Zimmermann: Das Einzige, was ich sagen kann, ist, dass ich mir zu 100 Prozent sicher bin, dass es möglich ist, Etappen-Zweiter bei der Tour de France zu werden, fünf Top-Ten-Platzierungen zu machen und drei Rundfahrten zu beenden, ohne zu dopen. Über alles andere mache ich mir keinen großen Kopf. Ich bin kein Mensch, der spekuliert, große Parolen raushaut, weil ich es nicht weiß und auch nicht herausfinden werde. Ich denke auch, dass die Nada einen guten Job macht. 

Warum?

Zimmermann: Die Topfahrer werden jeden Tag kontrolliert, ich habe auch ein paar Tests absolvieren müssen. Die Räder werden alle paar Tage auseinander gebaut und geröntgt. 

Es war ja eine Tour der spektakulären Bilder mit Zuschauermassen an den Straßenrändern. Es gab Nägel auf der Straße, Stürze und andere gefährliche Situationen. Ist der Veranstalter zu sensationslüstern?

Zimmermann: Es gab einen schweren Sturz, der durch einen Zuschauer ausgelöst wurde, das ist nicht Sinn der Sache. Aber eigentlich freue ich mich über jeden Zuschauer, der mit seinem Kumpel mit einem Bierchen an der Strecke steht und das Spektakel genießt. Für 99 Prozent der Leute freue ich mich. Wenn ich in die glücklichen Gesichter der Menschen an der Strecke schaue, habe ich oft das Gefühl, das ist der beste Tag in ihrem Jahr.

Aber wenn sie sich Ihnen in den Weg stellen oder auf die Schulter klopfen. Wie fühlt sich das an?

Zimmermann: Körperberührungen, von denen ich bestimmt zehn Stück hatte, empfinde ich als unangenehm. Die allermeisten Zuschauer sind aber diszipliniert. Ein paar, die es übertreiben, gibt es leider immer.

Georg Zimmermann freut sich über Zuschauende an der Strecke, wenn sie ihn nicht berühren wollen.
Foto: Roth-Foto

Wie war die Streckenführung für Sie?

Zimmermann: Es war die bergigste Tour, seit ich sie verfolge.

Lag Ihnen das Profil?

Zimmermann: Ja. Die harte Arbeit mit zwei Trainingslagern hat sich ausgezahlt.

Radsportprofi Georg Zimmermann fährt an Fans der Tour de France auf der Etappe Passy - Combloux vorbei.
Foto: Etiennegarnier

Welche Etappen sind Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?

Zimmermann: Natürlich mein zweiter Platz. Dann der Tag als ich nach Courchevel hinauf lange mit den Besten mithalten konnte, die Fahrt auf den Grand Colombier am französischen Nationalfeiertag. Und dann in Paris anzukommen, ist unglaublich schön.

Kann man diese Atmosphäre beim Tempo 60 genießen?

Zimmermann: In der letzten Runde gibt man alles für das Team. Es hat sich ausgezahlt, weil unser Sprinter Biniam (Girmay) Fünfter wurde. Aber die sieben Runden zuvor kann man schon mal links und rechts schauen und die Atmosphäre aufsaugen.

Sie sind jetzt das dritte Jahr bei Intermarche-Wanty. Ihr Vertrag läuft bis 2024. Mit solchen Leistungen wie bei dieser Tour macht man doch auf sich aufmerksam. Denkt man da an einen Wechsel in ein stärkeres Team?

Zimmermann: Das können Sie mich nächstes Jahr um diese Zeit noch einmal fragen. Im Radsport bricht man normalerweise keine Verträge, sondern erfüllt sie. Ich werde mich nächstes Jahr im Mai, Juni oder Juli mit meiner Agentur zusammensetzen und dann überlegen, was wir machen. 

Georg Zimmermann startete für Intermarche-Circus-Wanty.
Foto: Jasper Jacobs, Belga/dpa


Ihr Standing ist aber schon gestiegen?


Zimmermann: Mit dem Verlauf meiner Karriere bin ich sehr zufrieden. Es ging die letzten Jahre eigentlich nur nach oben. Es ist cool, wenn sich die harte Arbeit auszahlt. Ich weiß, dass ich extrem viel investiere. Es gibt Kollegen, die tun das auch, aber die haben weniger Talent und kommen nicht so weit. Darum bin ich zurzeit sehr glücklich.

Wie geht es jetzt weiter?

Zimmermann: Bis nächsten Montag habe ich noch ein volles Programm mit einem Kriterium am Mittwoch in Oberösterreich, in Wels. Da bin ich 2016 und 2017 für ein Team aus Wels gefahren. Am Samstag fahre ich dann noch das WorldTour-Rennen in San Sebastian. Da mache ich mir aber keinen Stress. Wenn mein Körper sagt, er braucht Ruhe, bekommt er den. Dann geht es noch mal nach Colmar. Dann werde ich drei Gänge leichter schalten und mich in Augsburg erholen. Dann fahre ich noch die Deutschland-Rundfahrt. Aber ich erzwinge jetzt nichts mehr.

Für die Weltmeisterschaft Anfang August wurden Sie aber nicht nominiert, oder?

Zimmermann: Ich wäre nominiert gewesen, aber ich habe abgesagt. Ich muss jetzt einfach mal durchschnaufen und runterkommen. Ich habe zwei, drei Monate fast wie im Kloster gelebt. Ich habe alles den Sport untergeordnet. Jetzt möchte ich den Spätsommer in Augsburg genießen.

Zur Person: Der 25-jährige Neusässer (Lkr. Augsburg), der jetzt mit seiner Freundin in Augsburg lebt, begann bei den E-Racers Augsburg mit den Radrennen. Seit 2016 fährt er als Profi. 2019 stieg er als Trainee beim WorldTour-Team CCC ein. 2020 erhielt Zimmermann beim belgischen Team Intermarché-Wanty-Gobert Matériaux, das die WorldTeam-Lizenz von CCC erworben hatte, einen Vertrag. Beim Critérium du Dauphiné 2023 gewann er die Bergankunft der 6. Etappe und damit sein erstes Rennen der UCI WorldTour.

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