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Vierschanzentournee
06.01.2022

Ryoyu Kobayashi gewinnt Vierschanzentournee, verpasst aber Rekord

In Bischofshofen landet Ryoyu Kobayashi nur auf Platz fünf - den Gesamtsieg der Vierschanzentournee sichert er sich trotzdem.
Foto: Daniel Karmann, dpa

Zum zweiten Mal gewinnt Ryoyu Kobayashi die Vierschanzentournee. Auf Platz eins springt in Bischofshofen der Österreicher Daniel Huber.

Skispringen hat viel mit einem guten Gefühl zu tun. Wer sich auf der Schanze und im Flug wohl fühlt, landet oft recht spät und damit sehr weit unten. Karl Geiger hatte am Donnerstag zunächst ein solch gutes Gefühl. Im ersten Durchgang vor allem, der ihn auf 140,5 Meter trieb. „Der Sprung hat richtig, richtig Spaß gemacht“, sagte er. Hinter der Maske war ein deutliches Grinsen zu erkennen. Das wurde nach Durchgang zwei allerdings kleiner. Geiger sprang 132 Meter und landete beim Abschlusswettbewerb der Tournee auf Rang drei. Den Sieg holte Daniel Huber, der seinen ersten Erfolg im Weltcup feierte.

Sieger in Bischofshofen ist an diesem Dreikönigstag der Österreicher Daniel Huber.
Foto: Daniel Karmann, dpa

Der Österreicher verhinderte zugleich einen Rekord von Ryoyu Kobayashi. Der Japaner ließ sich zwar den Gesamtsieg nicht nehmen, ein weiterer Grand Slam – also Siege in allen vier Springen – wurde ihm verwehrt. Er wäre der erste Springer, dem der Durchmarsch ein zweites Mal gelungen wäre. Der Japaner wurde am Donnerstag Fünfter, am Mittwoch hatte er noch das dritte Springen gewonnen, das vom windigen Innsbruck nach Bischofshofen verlegt worden war.

Für Geiger war es am Dreikönigstag ein versöhnlicher Abschluss. Er sprach von einem Happyend. Er meinte aber auch: „Emotional war es eine schwierige Tournee. Jetzt müssen wir schauen, dass wir es nächstes Jahr besser machen.“ Der Oberstdorfer war als einer der Favoriten zur Tournee gereist. Endlich sollte mal wieder ein deutscher Gesamtsieg gelingen. Der letzte von Sven Hannawald liegt lange zurück. Doch Geiger und Markus Eisenbichler scheiterten auch in diesem Winter, schon frühzeitig war klar, dass es wieder nicht reichen würde. Weil sie nicht konstant genug sprangen. Immer mal wieder gab es Ausreißer nach unten. Weil der Wind nicht günstig war wie zweimal bei Geiger, oder das System nicht wie gewünscht funktionierte wie bei Eisenbichler, der am Donnerstag auf Platz acht landete. Er hatte im zweiten Durchgang den Absprung deutlich zu spät erwischt. Das ärgerte ihn sehr.

Leistung der deutschen Skispringer macht Hoffnung auf mehr in diesem Winter

Es gab aber auch starke Versuche, Flüge, die zeigten, wie stark die besten deutschen Skispringer sein können. Das macht Hoffnung für den Rest des Winters, vor allem auch für die Olympischen Spiele Anfang Februar in Peking. Eisenbichler und vor allem Geiger sollten in der Lage sein, in China um die Medaillen zu springen.

Auch dort wird Kobayashi der große Favorit sein. Der Springer, der offenbar bei allen Verhältnissen sein Sprungsystem im Griff hat. Der sich nach außen locker zeigt, wenig über sich verrät und wortkarg bei Interviews ist. Auf Youtube-Videos ist er mitteilungsfreudiger. Er zeigt sich inmitten seiner umfangreichen Sneakers-Sammlung, springt Bungee oder rast durch die Langlauf-Loipe. Am Donnerstag allerdings offenbarte auch der 25-Jährige Schwächen. Zweimal sprang er auf 133,5 Meter. Das zeigte zwar eine gewisse Konstanz, war aber für den Sieg zu wenig. Der Gesamterfolg allerdings geriet nie in Gefahr.

Geiger hatte mit seinem ersten Sprung große Hoffnungen auf den Sieg geschürt. Oder zumindest auf einen Podestplatz in der Gesamtwertung. Aber auch daraus wurde es nichts. Geiger wurde Vierter. Auch weil er den Absprung verpasste. „Das ist bitter“, sagte Bundestrainer Stefan Horngacher, der zugeben musste: „Die Tournee ist nicht so verlaufen, wie wir das wollten.“ Eisenbichler beendete sie auf Rang fünf. Ein Ergebnis, das in Ordnung ist, mehr aber eben auch nicht.

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