Die Comeback-Königin
Lindsey Vonn versteht sich wie keine andere darauf, sich zu vermarkten. Ein großer Teil ihrer Geschichte hat damit zu tun, wie sie sich nach Verletzungen immer wieder zurückgekämpft hat. Als sie beim olympischen Abfahrtsrennen in Cortina d’Ampezzo schon kurz nach dem Start stürzte und sich schwer am Bein verletzte, war das sportlich tragisch, zugleich aber auch der Auftakt eines weiteren Kapitels dieser Erzählung. „Ich möchte nicht, dass die Leute sich auf diesen Sturz fixieren und mich nur deswegen in Erinnerung behalten“, sagte sie jetzt in einem Interview. Zurücktreten will die 41-Jährige deshalb (noch) nicht. „Ich weiß nicht, was in zwei oder drei Jahren kommt. Vielleicht habe ich bis dann zwei Kinder, vielleicht habe ich keine Kinder und fahre wieder Rennen.“
Das Familienunternehmen
Dieses Familie ist einmalig. Ein Blick auf die Weltcupgesamtwertungen bei Männern und Frauen reicht, um das zu dokumentieren. Nika (21) und Domen (26) Prevc haben dort jeweils dominiert. Die Geschwister aus Slowenien sind momentan das Maß der Dinge im Skispringen. Damit aber nicht genug. Der älteste Prevc-Spross Peter (33) hat seine Karriere zwar schon beendet, kann aber auf einen Tournee-, einen Olympia- und einen Gesamtweltcupsieg zurückblicken. Bruder Cene (30) hat Skier ebenfalls schon an den Nagel gehängt, gewann aber 2022 mit dem slowenischen Team 2022 Olympia-Silber. Nur Ema, mit 17 Jahren jüngster Spross der Familie, hat nichts mit Skispringen am Hut. Sie betreibt Ballett.
Die Aufsteigerin
Dass Emma Aicher (22) Skifahren kann, wussten alle, die sich mit der Materie beschäftigen. Dass sie aber im vergangenen Winter schon fast den Gesamtweltcup gewinnt, hatten auch die kühnsten Optimisten nicht prognostiziert. Trotzdem steht da jetzt die Bilanz von zehn Podestplätzen (darunter drei Siege), zwei olympischen Silbermedaillen und ein Satz von 546 Punkten im Jahr 2025 auf jetzt 1323. In Zeiten der rasanten Spezialisierung ist die gebürtige Schwedin eine der wenigen Alleskönnerinnen im Weltcup. Erst beim Saisonfinale musste sich Aicher dem alpinen Superstar Mikaela Shiffrin in der Gesamtwertung geschlagen geben. „Es hat so viel Spaß gemacht, sie herauszufordern“, sagte Aicher. „Ich bin skifahrerisch so viel besser geworden, darauf will ich aufbauen. Und dann schauen wir mal.“
Die Absteiger
69 Weltcuprennen, kein Sieg. So schlecht waren die deutschen Biathletinnen und Biathleten noch nie. Bei den Olympischen Winterspielen schrammte das DSV-Team nur knapp an einer Nullnummer vorbei, die Mixed-Staffel gewann Bronze. Ansonsten ist die Konkurrenz momentan enteilt, allen voran Frankreich und Norwegen. Zu der düsteren Bilanz gesellte sich die Nachricht, dass mit Franziska Preuß die erfolgreichste Biathletin der jüngeren Vergangenheit ihre Karriere beendet. Für Lichtblicke sorgte der Allgäuer Philipp Nawrath, der im Weltcup zweimal Zweiter wurde und im Gesamtweltcup als bester Deutscher als Rang neun landete.
Der historische Moment
Wäre Johannes Hoesflot Klaebo (29) ein Land, er hätte sich im Medaillenspiegel der Olympischen Winterspiele zwischen der Schweiz und Österreich auf Platz neun einsortiert. Sechsmal ging er in Italien an den Start, sechsmal holte er Gold: Rekord. Dabei hatte er vor dem Sieg im abschließenden 50-Kilometer-Massenstart gekränkelt. Mit Ingwer, Knoblauch, Honig und Zitrone habe er sich fit gemacht, verriet sein Vater Haakon. Zuvor hatte der US-amerikanische Eisschnellläufer Eric Heiden die Bestmarke gehalten. Er gewann 1980 in Lake Placid fünfmal. Mit insgesamt elf olympischen Goldmedaillen ist Klaebo jetzt der erfolgreichste Winter-Olympionike der Geschichte.
Der Skandal
Ein solcher entspann sich beim Curling, als der freundliche Oskar Eriksson aus Schweden seinem weit weniger freundlichen Gegenspieler Marc Kennedy aus Kanada vorwarf, den Stein noch nach der sogenannten „Hog Line“ mit dem Zeigefinger berührt zu haben. Die Antwort hatte es in sich: „Wer macht das? Wer? Ich habe das kein einziges Mal gemacht. Verpiss dich!“ Sätze, die wie Schockwellen durch das geruhsame Curling rauschten. Zumal zahlreiche Zeitlupenaufnahmen den Vorwurf untermauerten. Das Ende vom Lied? Kanada gewann Gold.
Der Höhenflug
Es ist ja schon kurios, dass einer Skispringer ist, gleichzeitig aber Höhenangst hat. Philipp Raimund vereinte diese Kombination auf sich. In Vorbereitung auf die gerade beendete Saison stellte sich der Mann vom SC Oberstdorf der Problematik mithilfe eines Mentaltrainers und sagte: „Ich habe die Wurzel des Ganzen gefunden und probiert, so gut es geht gegenzusteuern. Aktuell ist es kein Problem.“ Der Erfolg gibt ihm recht. Sein Olympiasieg von der Normalschanze war einer der Höhepunkte der Winterspiele in Italien.
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