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Kindergesundheit
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Schockierende Diagnose: Diabetes bei Kindern

Ein geschultes Team aus Ärzten, Diabetesberatern, Psychologen und sozialmedizinischen Mitarbeitern unterstützt die jungen Patienten nach der Diagnose.
Foto: Ulrich Wirth

Diabetes mellitus Typ 1 ist eine der häufigsten Stoffwechselerkrankungen bei Kindern und Jugendlichen. Doch ein Leben ohne Einschränkungen ist möglich.

In Deutschland sind rund 30500 Kinder und junge Erwachsene unter 19 Jahren an Diabetes mellitus Typ 1 erkrankt. Sie ist damit hierzulande die häufigste Stoffwechselerkrankung im Kindes- und Jugendalter, berichtet die Deutsche Diabetes Gesellschaft. Gut eingestellt kann man jedoch auch mit Typ-1-Diabetes ein Leben ohne Einschränkungen führen.

Dass dies klappt, dafür sorgen die Kinderdiabetologen der Kinderklinik am Klinikum Augsburg in medizinischer Hinsicht und der Bunte Kreis auf sozialmedizinischer Seite. „Junge Diabetespatienten werden bei uns zum Teil als akuter Notfall eingeliefert, oft sind sie wegen 'Überzucker' im Koma“, erklärt Prof. Dr. Dr. Michael Frühwald, Chefarzt der I. Klinik für Kinder und Jugendliche der Kinderklinik.

Mitbetreuung von Anfang an

Aus dieser Notsituation heraus müssen sie erst einmal medizinisch stabilisiert werden, doch spätestens 48 Stunden nach ihrer Einlieferung erfolgt bereits eine Mitbetreuung durch Mitarbeiter des Bunten Kreises. „Für die Familien ist die Diagnose ja erst einmal ein Schock“, erzählt Prof. Frühwald, „sie müssen akzeptieren, dass das Kind oder der Jugendliche an einer heute zwar nicht mehr lebensverkürzenden, aber immer noch chronischen Erkrankung leidet, die nicht heilbar ist und den Betroffenen sein Leben lang begleiten wird.“ In dieser Krise ist die Hilfe durch den Bunten Kreis extrem wichtig.

Noch während der junge Patient stationär in der Klinik ist, informiert man die Eltern über die Krankheit und die notwendige Insulintherapie. So gibt es zum Beispiel inzwischen mit der Insulinpumpen-Therapie, bei der ständig Insulin über einen kleinen Katheter unter der Haut an den Körper abgegeben wird, und Glukosesensoren fortschrittlichere Methoden als das eigenhändige Spritzen und die Blutzuckermessung durch „Fingerpikse“.

Auch Selbsthilfegruppen, die Teilnahme an einem Diabetes Camp mit anderen Betroffenen  im Therapiezentrum Ziegelhof sowie die psychologische Betreuung gehören zu den Angeboten des Bunten Kreises, um den Alltag zu meistern. Das gelingt dann meistens auch ganz gut, weiß Prof. Frühwald. Trotzdem lassen sich bei den jungen Erkrankten weitere Krisen oft nicht vermeiden.

Familien haben immer wieder Hilfe nötig

Diese treten beispielsweise bei der Einschulung oder in der Pubertät auf. In diesen Zeiten ist es für die Patienten besonders schwer, zu akzeptieren, dass sie anders als Gleichaltrige sind und auf einiges verzichten müssen. Doch auch hier gibt es Hilfe und Unterstützung durch das geschulte Team der Kinderklinik und des Bunten Kreises bestehend aus Ärzten, Diabetesberatern, Psychologen und sozialmedizinischen Mitarbeitern.

„Leider halten sich die Krankenkassen bei der Kostenübernahme solcher notwendigen Beratungsangebote sehr zurück“, bedauert Prof. Frühwald, „obwohl sie genauso wichtig ist, wie die medizinische Versorgung der Betroffenen.“ Das macht die ehrenamtliche Arbeit des Bunten Kreises umso wertvoller und dessen Unterstützung durch Spenden umso wichtiger.

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