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Kunst in der Pandemie
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Neu in Augsburg: KunstAUXomat & Groundfloor Playground

Initiatorin Turid Schuszter präsentiert den KunstAUXomaten, der seinen Platz im Augsburger Stadtmarkt gefunden hat.
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Initiatorin Turid Schuszter präsentiert den KunstAUXomaten, der seinen Platz im Augsburger Stadtmarkt gefunden hat.
Foto: Katinka Bruckmeier

Die Pandemie hat die Kunst-Szene in Augsburg hart getroffen. Lesen Sie hier, wie daraus die Projekte KunstAUXomat und Groundfloor Playground entstanden sind.

Der Beginn der Pandemie im vergangenen Jahr hat die Welt in Schockstarre versetzt. Schulen und Geschäfte mussten schließen, persönliche Kontakte wurden eingeschränkt und auch Kunst und Kultur kamen zeitweilig zum Erliegen. Das hat auch die Augsburger Künstlerinnen und Künstler getroffen. Von einem Tag auf den anderen konnten keine Ausstellungen mehr stattfinden, geschweige denn weit in die Zukunft geplant werden.

Kunstverein Augsburg: das Projekt während Corona

Doch die Situation hatte auch ihre guten Seiten, denn aus ihr heraus sind einzigartige Konzepte entstanden. Ein Beispiel hierfür ist das Projekt Groundfloor Playground, das der Kunstverein Augsburg in der Pandemie gestartet hat. Dabei wird eine Künstlerin oder ein Künstler vom Kunstverein eingeladen, mit einer weiteren Person das Erdgeschoss des Holbeinhauses zu bespielen. In der Umsetzung sind die Protagonistinnen und Protagonisten jedoch ganz frei. Das Projekt soll als „Experimentierfeld für junge Positionen“ verstanden werden.

Aufgekommen ist die Idee, zwei verschiedenen Kunstschaffenden gemeinsam eine Bühne zu bieten, durch eine Ausstellung des Künstlers Timur Lukas im Sommer 2020. Die erste Einzelausstellung des jungen Augsburgers wäre eigentlich in Aachen verortet gewesen, konnte aber pandemiebedingt praktisch nicht stattfinden. Daraufhin bot ihm der Augsburger Kunstverein eine Ausstellung in seiner Heimatstadt an. Vom Maler selbst kam dann der Anstoß, Tom Król, der gleichzeitig mit Lukas beim Neuen Aachener Kunstverein ausgestellt hätte, hier mit einzubinden.

Cross-over der Kunstgattungen beim Groundfloor Playground

„Dieses Mit- und Nebeneinander der beiden Künstler hat den Anstoß für Groundfloor Playground gegeben“, erzählt der Vorsitzende des Kunstvereins Augsburg, Christian Thöner. Einige wenige Spielregeln können auf der Projektwebsite nachgelesen werden. Etwa, dass die eingeladene kunstschaffende Person eine Kollegin oder einen Kollegen zu einer gemeinsamen Ausstellung in den Räumen des Kunstvereins auffordert. Dabei ist ein Cross-over von verschiedenen Kunstgattungen erwünscht und ein Nebeneinander der präsentierten Werke ebenso „wie ein Über-, Durch-, oder Gegeneinander“ denkbar.

Die Präsentationen finden zwischen den „klassischen“ Ausstellungen für etwa einen Monat statt. Ganz nach dem Motto „Support your Locals“ kamen die ersten vom Verein eingeladenen Kunstschaffenden aus Augsburg. „Es hat sich hier eine ganz junge Künstlerszene gebildet“, weiß Christian Thöner.

Den jungen Künstlerinnen und Künstlern soll durch Groundfloor Playground Raum zur Verfügung gestellt werden, um sich auszuprobieren. Da die Kunstschaffenden nicht in ein enges Ausstellungskorsett gezwängt oder mit zu hohen Erwartungen überhäuft werden, bleibt ihnen ein hohes Maß an Freiheit. Sie können sich ausprobieren und experimentieren mit verschiedenen Ausstellungspraktiken, Präsentationsformen und der künstlerischen Kooperation mit anderen.

Erste Künstlerin beim Groundfloor Playground: Esther Zahel mit Peter Langenhahn

Den Anfang machte im Juni 2021 die 1990 geborene Esther Zahel, die ihren Lebensgefährten Peter Langenhahn zum gemeinsamen Bespielen des Groundfloor Playgrounds aufforderte. Die beiden fragen sich, welchen Raum Menschen benötigen, um sich zu Hause zu fühlen.

Esther Zahel verwandelte das Erdgeschoss des Kunstvereins mit einer großflächigen Arbeit.
Foto: Peter Langenhahn, Kunstverein Augsburg

Laurentius Sauer und Michael Günzer zu Männlichkeit und Kampf

Im August wurde der 1987 geborene Augsburger Laurentius Sauer eingeladen, der sich mit seinem Ulmer Kollegen Michael Günzer mit Männlichkeit und Kampf, Stolz und Verletzlichkeit beschäftigte.

Michael Günzer und Laurentius Sauer beschäftigten sich im August im Groundfloor Playground mit Männlichkeit.
Foto: Foto: Marko Petz, Kunstverein Augsburg

Dass die wechselnden Ausstellungen nur im Erdgeschoss des Kunstvereins stattfinden, ist laut Christian Thöner bewusst so konzipiert. „So haben auch junge Künstlerinnen und Künstler mit einem noch nicht so großen Werk die Möglichkeit, auszustellen.“.

Da sich die Vermittlung vor Ort aufgrund der Corona-Situation etwas schwierig gestaltet, werden die Ausstellungen und die Intentionen dahinter auf der Website des Projekts ausführlich erklärt. Diese soll ebenso als digitales Archiv dienen, sodass die jungen Künstlerinnen und Künstler meist ohne eigene Website auch zukünftig online präsent sein können. Fester Bestandteil des Konzepts ist ein digitaler Part, der als gemeinsame Arbeit der Kunstschaffenden „eigenständigen Werkcharakter“ haben soll.

Großer Andrang bei der Eröffnung im Holbeinhaus des Kunstvereins Augsburg

Groundfloor Playground hat überzeugt – Organisatoren des Kunstvereins ebenso wie Künstlerinnen und Besucher. Die jungen Kunstschaffenden fanden die Möglichkeit alle sehr spannend, zudem hat das Projekt sie durch die Aufmerksamkeit auch in ihrer Arbeit in der Kunstszene weitergebracht.

Der Kunstverein war überrascht von der hohen Resonanz der ersten Ausstellung. „Es war für uns schön zu sehen,dass das Bedürfnis nach Kunst da ist“, berichtet Christian Thöner. Der hohe Besucherandrang zur Eröffnung ebbte die gesamte Öffnungsdauer nicht ab. „Durch das jüngere Format wurde die Schwellenangst abgebaut, es waren auch viele da, die sonst nicht zu unseren Ausstellungen kommen würden“.

Aufgrund des guten Feedbacks der Besucherinnen und Künstler sowie des spannenden Austauschs führt der Kunstverein das Projekt weiterhin fort. „Wir wollen in Zukunft bewusst Freiräume für Groundfloor Playground freihalten“, verspricht der Vorsitzende des Kunstvereins. Eine dritte Ausstellung ist für Ende November geplant.

Weitere Informationen zum Groundfloor Playground sowie die Termine kommender Ausstellungen finden Sie auf der Website des Projekts.

Der KunstAUXomat am Augsburger Stadtmarkt

Aus dem erzwungenen Stillstand heraus ist auch der KunstAUXomat entstanden, der seit Juni im Stadtmarkt in Augsburg hängt. Aus dem ehemaligen Zigarettenautomat können für vier Euro kleine Original-Kunstwerke im Zigarettenschachtel-Format von Künstlerinnen aus der Fuggerstadt gezogen werden.

Die Initiatorin Turid Schuszter bekam den Anstoß für die Idee schon vor einigen Jahren, als sie am Werbellinsee einmal ein Päckchen aus einem dortigen Kunstautomaten erworben hat. „Das hat mir irgendwie so gut gefallen, dass ich mir dachte, so etwas sollte es auch in Augsburg geben“, erzählt die Künstlerin.

Der KunstAUXomat hat seinen Platz im Stadtmarkt in Augsburg gefunden.
Foto: Katinka Bruckmeier

Im Lockdown entstanden

Im zweiten Lockdown Ende 2020 war es dann so weit. „Wenn man von außen so sehr eingeschränkt ist, ist Eigeninitiative gefragt. Und ich wollte etwas anstoßen, was besonders in der Stadt ist.“, berichtet Turid Schuszter. So besorgte sie in Brandenburg einen alten Zigarettenautomaten, fragte Freundinnen, ob sie mitmachen wollen, und stellte die Idee bei Kulturreferent Jürgen Enninger vor.

„Er hat gleich gesagt: ,Machen Sie das.‘“, erinnert sich Schuszter. Zusammen mit Barbara Friedrichs vom Kulturamt sei sie dann schnell auf den Standort am Stadtmarkt gekommen. „Ich war wirklich positiv überrascht, dass das von allen Seiten so gut aufgenommen wurde, auch vom Marktamt“, freut sich die Augsburger Künstlerin.

Was ist im KunstAUXomat am Stadtmarkt in Augsburg enthalten?

Der KunstAUXomat wird regelmäßig von den selben zehn Künstlerinnen aus Augsburg und der Umgebung befüllt. Die lose Gemeinschaft sorgt dafür, dass immer wieder etwas anderes aus dem Automaten gezogen werden kann. Da die Künstlerinnen vor allem als Grafikerinnen arbeiten, sind der Großteil der kleinen Kunstwerke Papierarbeiten, eine Bildhauerin sorgt für figürliche Werke.

Regelmäßig wird der KunstAUXomat befüllt.
Foto: Katinka Bruckmeier

Im Kunst-AUXomaten befinden sich nur signierte Originale, gedruckte Werke haben eine bestimmte Auflage. Die Künstlerinnen arbeiten in Editionen, teilweise darin auch in verschiedenen Serien. Dadurch wird dafür gesorgt, dass sich die Kunstwerke nie ähneln und immer wieder eine neue Überraschung aus dem Automaten gezogen werden kann.

Weihnachtsedition im KunstAUXomat

Bis zum 15. November ist noch die zweite Edition darin enthalten, ab dann sorgt eine große Weihnachtsedition für Freude. Mit dem Kunst-AUXomaten wollen die Initiatorinnen den Menschen die Möglichkeit geben, ohne Aufwand und den Besuch einer Vernissage Kunst zu erwerben. „Man soll ganz unkompliziert an kleine Originale kommen können“, betont Turid Schuszter.

Kunstwerke zehn verschiedener Künstlerinnen sind im KunstAUXomat enthalten.
Foto: Katinka Bruckmeier

Der KunstAUXomat kommt bei der Augsburger Bevölkerung gut an – zu Beginn musste der Automat beinahe jede Woche nachgefüllt werden. „Wir wollen das auf jeden Fall weiterführen, auch in verschiedenen Editionen“, erklärt die Künstlerin. So können Besucherinnen und Besucher des Stadtmarktes auch zukünftig in den Genuss des KunstAUXomaten kommen.

Mehr Informationen zum KunstAUXomat finden Sie auf dem zugehörigen Instagram-Account.

Weitere Artikel aus der Verlagsbeilage "Typisch bayerisch, typisch schwäbisch" gibt es hier.

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