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Ulm

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Die Börse in Corona-Zeiten: Diese Tipps gibt die Ulmer "Aktien-Oma"

Beate Sander hat ihr Wissen über die Börse in mehreren Büchern niedergeschrieben. 
Bild: Alexander Kaya (Archiv)

Plus Um Aktien machen viele lieber einen Bogen. Doch die Börsen bieten auch Chancen - vor allem in Zeiten niedriger Zinsen. Beate Sander aus Ulm gibt Tipps.

Aktien sehen viele Bundesbürger als riskante Spekulation. Allerdings bieten die Börsen Anlegern auch viele Chancen. Eine wichtige Regel für Anleger sei, bei der Auswahl der Aktien genau hinzuschauen.

"Mit der richtigen Strategie kann man sogar von einem Crash profitieren", sagt die Ulmer Börsenexpertin und Ratgeberautorin Beate Sander im Interview. .

Im Moment läuft es an den Börsen gut. Macht Ihnen das Sorgen?

Beate Sander: Nein. Die wirtschaftlichen Daten zeigen, dass wir in einer Rezession stecken. An der Börse wird aber nicht nur die Gegenwart gespielt. Die Börse bevorzugt die Karte Zukunft.

Im Moment dominiert eine weitgehend ausgeglichene oder positive Sichtweise: Für die Zeit nach der Pandemie gibt es mehr gute Nachrichten als schlechte. Aber wenn es eine zweite Ansteckungswelle mit vielen Infektionen gibt, kann es an den Börsen auch noch mal kräftig nach unten gehen.

An der Börse geht es mitunter kräftig Auf und Ab. Um das auszuhalten, brauchen Anleger eine gute Strategie.
Bild: Arne Dedert/dpa/dpa-tmn

Wie kann man bei dem ständigen Auf und Ab die Nerven behalten?

Sander: Sie müssen einer gewissen Strategie folgen. Ich habe einige Grundsätze, zum Beispiel: "Breit gestreut, nie bereut." Das heißt, setzen Sie nicht alles auf eine Karte, sondern investieren Sie in verschiedene Werte, Länder und Branchen. Schauen Sie nicht nur auf die großen Werte. Vor allem kleinere und mittlere familiengeführte Unternehmen bieten oft mehr Chancen. Und kombinieren Sie das mit verlässlichen Dividendenwerten.

Oder: "Kein Fluch, sondern Segen: langfristig anlegen." Ich kaufe nur Aktien, die ich auch für immer behalten möchte. Dafür muss ich mir die Unternehmen aber auch genau anschauen: Was ist das für ein Geschäftsmodell? Wie hat sich die Bilanz in den letzten Jahren entwickelt? Von einem gesunden Unternehmen kann man zum Beispiel erwarten, dass es über einen Zeitraum von fünf Jahren Geld verdient.

Und: Seien Sie offen für neue Trends. Wasserstoff zum Beispiel wird ein wichtiges Thema werden. Da gibt es viele interessante Unternehmen. Ich will immer da sein, wo die Zukunftsmusik spielt.

Sie investieren jetzt mehr in nachhaltige Werte - warum?

Sander: Das Thema begleitet mich eigentlich schon die ganze Zeit. Ich habe Unternehmen gemieden, die zum Beispiel Waffen herstellen oder besonders klimaschädlich sind. Auf Veranstaltungen habe ich gemerkt, diese Frage bewegt viele Anleger: Wie kann ich mein Geld mit gutem Gewissen anlegen?

Mit einem solchen Investment kann man der Gesellschaft indirekt auch etwas zurückgeben, weil viele der Unternehmen zum Beispiel hohe Sozialstandards haben. Und es steckt da oft auch Zukunft drin, denn der Kampf gegen den Klimawandel zum Beispiel wird wichtiger werden. Es geht auch um eine lebenswerte Welt für unsere Kinder und Enkel. (az/dpa)

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