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Wertingen: Damit Wertingen im Advent leuchten kann

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Damit Wertingen im Advent leuchten kann

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    Für große Bäume braucht es lange Lichterketten: Rund 250 dieser LED-Leuchten werden ab kommendem Sonntag in den Abendstunden den Weihnachtsbaum auf dem Wertinger Marktplatz schmücken. Bei seinem noch größeren Gegenstück im Schlossgraben werden es sogar um die 600 sein.
    Für große Bäume braucht es lange Lichterketten: Rund 250 dieser LED-Leuchten werden ab kommendem Sonntag in den Abendstunden den Weihnachtsbaum auf dem Wertinger Marktplatz schmücken. Bei seinem noch größeren Gegenstück im Schlossgraben werden es sogar um die 600 sein. Foto: Benjamin Reif

    Es dauert eine Viertelstunde, und ist ein kleines Event auf dem Wertinger Marktplatz: Am Montagvormittag stellten Mitarbeiter des städtischen Betriebshofes dort den Weihnachtsbaum auf. Vor Publikum, denn Jung wie Alt blieben an den Straßenseiten stehen, um zu beobachten, wie die rund 13 Meter hohe Tanne per Kran in die Öffnung eingesetzt wurde. Der gut einen Meter tiefe Schacht auf dem Marktplatz, der den Rest des Jahres über verschlossen bleibt, existiert nur für diesen Zweck.

    Nachdem der gewaltige Baum an den Kran gehängt wurde, richtete dieser ihn vorsichtig auf. Als er senkrecht in der Luft hing, schwang er kurz, was allerdings sofort korrigiert wurde. Dann warfen die Mitarbeiter des Betriebshofes die Motorsäge an, um den Stamm am unteren Ende leicht anzuspitzen, damit er gut in die Öffnung passte. Als er in diese eingesetzt war, wurde er noch mit einigen Kanthölzern stabilisiert, damit er auch bei Wind keinen Spielraum zum wackeln hat.

    Für den Weihnachtsbaum auf dem Marktplatz gibt es einen eigenen Schacht

    „Da mache ich mir jetzt in Sachen Stabilität überhaupt keine Sorgen“, sagt Betriebshofsleiter Johannes Deisenhofer gegenüber unserer Zeitung. Das Aufstellen der Weihnachtsbäume sei immer eine besondere Aufgabe. Auch wenn der Baum im Schloss heuer erneut nicht so gut zur Geltung kommen wird, wie vor der Pandemie, da die Schlossweihnacht abgesagt wurde. Der Schloss-Weihnachtsbaum ist sogar noch höher als der auf dem Marktplatz, zwischen 15 und 16 Meter misst er. Er stammt aus einem privaten Garten in Geratshofen, der auf dem Marktplatz aus der Kernstadt.

    Die Bäume werden der Stadt Jahr für Jahr privat gespendet, berichtet Deisenhofer. Es handele sich um Bäume, die ihren Besitzern schlicht zu groß geworden sind, und die sie gerne ohne große Umstände losbringen wollten. Das sei eine Win-Win-Situation: Der Betriebshof kommt dann mit einem Kran und reißt den Baum komplett aus dem Garten, ohne groß Dreck zu hinterlassen. Eine sehr komfortable Lösung für die Bürger, und ein kostenloser Baum für die Stadt. „Und die Leute sagen immer: Dann kann ich den Baum noch sechs Wochen geschmückt anschauen“, sagt Deisenhofer. Die meisten Baumbesitzer kämen von sich aus auf die Stadt zu und böten ihre Bäume an.

    Vielleicht gibt es für Wertingen bald keine kostenlosen Tannen mehr

    Wie lange das allerdings noch so gehen wird, ist laut dem Betriebshofsleiter ungewiss: Der Geschmack in den Gärten wandelt sich schon seit Jahren, und irgendwann wird es wohl vorbei sein mit den kostenlosen Weihnachtsbäumen für die Stadt. „Früher haben viele Leute einen solchen Baum gepflanzt, wenn sie ein Haus gebaut und einen Garten angelegt haben. Der wurde dann eben irgendwann zu groß.“ Mittlerweile seien Tannen allerdings nicht mehr sonderlich beliebt unter Gartenbesitzern.

    Stehen die Bäume einmal, werden sie mit Lichterketten behängt, die deutlich größer sind als jene für den Hausgebrauch. An die Marktplatz-Tanne kommen rund 250 Leuchten, an den Schlossbaum sogar an die 600, wie Deisenhofer berichtet. Alles LED-Leuchten, die mittlerweile fast überall Standard sind und vergleichsweise wenig Energie benötigen. Für das Anbringen der Leuchten ist ein anderes Team des Betriebshofes zuständig als für das Aufstellen des Baumes. Der Baum am Marktplatz wurde bereits am Montag fertig geschmückt, mit dem Baum im Schlossgraben werden die Arbeiter des Betriebshofes wohl am Dienstagvormittag fertig. Eingeschaltet wird die Beleuchtung aber erst am Sonntag, 28. November – dem ersten Advent.

    Der Betriebshof hat in der dunklen Jahreszeit viel zu tun

    Mit dem Anbringen der restlichen Beleuchtung in der Stadt hat der Betriebshof nichts zu tun, dies wird von einer Firma übernommen. Auch am Seniorenheim St. Klara ist der Betriebshof nicht zuständig – der Baum im Innenhof ist fest verwachsen und wird vom dortigen Hausmeister geschmückt. Es ist aber nicht so, dass es den Angestellten des Betriebshofes derzeit langweilig wird. Die Vorbereitungen auf den Winter sind in der Endphase. So wurden laut Deisenhofer schon rund 300 „Schneestangen“ entlang der Straßen in und außerhalb der Ortsteile aufgestellt, welche Orientierung in größeren Schneegestöbern bieten sollen. Das Auffüllen der Streusalzbestände in den Silos und Behältern steht als Nächstes an.

    Und auch in Sachen Bepflanzung waren die Mitarbeiter des Betriebshofes in den vergangenen Wochen nicht untätig. So hätten sein Team und er mehr als 6000 Töpfchen mit Blumenzwiebeln in die dafür vorgesehenen Behälter und Flächen auf dem Stadtgebiet eingepflanzt, berichtet Deisenhofer. Dabei handelt es sich um sogenannte „Frühblüher“, also etwa Tulpen und Krokusse. Kurz gesagt: Im Winter soll die Zusamstadt leuchten, im Frühling erblühen. „Das sieht beides sicher toll aus“, ist sich der Betriebshofschef sicher.

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