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Exklusiv

20.07.2020

Arbeitgeber erwarten komplette Konjunktur-Erholung bis 2022

Arbeitgeber-Präsident Ingo Kramer rät seinen Kollegen, weiter in Ausbildung zu investieren.
Bild: BDA (Archiv)

Exklusiv Arbeitgeberchef Kramer erwartet, dass die Folgen der Krise 2022 wieder wettgemacht seien. Deshalb müsse man wieder an die Zukunft denken, vor allem bei der Ausbildung.

Der Arbeitgeberverband erwartet, dass die deutsche Wirtschaft spätestens übernächstes Jahr die Folgen der Corona-Krise wieder wettgemacht hat. „Ich glaube, dass wir 2022 wieder das Leistungsniveau der Zeit vor Corona, also wie wir es noch im Februar erlebt haben, verzeichnen“, sagte Arbeitgeberchef Ingo Kramer unserer Redaktion. „Es ist nämlich nicht der Bedarf nach unseren Waren und Dienstleistungen zusammengebrochen und die Ursache der Rezession gewesen“, betonte der Präsident der Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände. „Dieser Bedarf wird, wenn die Corona-Krise überwunden ist, auch hierzulande die Produktion erneut ankurbeln“, fügte er hinzu. „Ich bin da recht zuversichtlich für unsere Wirtschaft.“

Kramer forderte deshalb die Unternehmen auf in der Krise nicht die Ausbildung zu vernachlässigen: „Nach der Corona-Krise ist der Mangel an Facharbeitern wieder das Haupt-Wachstumshindernis für unsere Volkswirtschaft“, warnte der BDA-Chef. „Die demografische Entwicklung bleibt ja wie sie ist. Unsere Gesellschaft wird älter.“ Die  Unternehmen würden deshalb nachhaltig von Ausbildung profitieren. „Wir müssen unsere Betriebe verjüngen, sonst bleiben wir irgendwann stehen“, betonte der Verbandschef. „Junge Menschen stellen einfach andere Fragen und wir müssen Antworten auf diesen Fragen finden.“

Arbeitgeberchef Kramer stellte der Krisenpolitik der Bundesregierung ein gutes Zeugnis in der Pandemie aus. „Weltweit bewundert man uns, wie wir die Krise bewältigen – und zwar sowohl was unser Gesundheitssystem betrifft als auch wie wir wirtschaftspolitisch versuchen, die PS wieder auf die Straße zu bekommen“, sagte er unserer Redaktion. „Das liegt auch daran, dass sich die Bundesregierung eng und gut mit den Sozialpartnern, also den Arbeitgebern und Gewerkschaften, abgestimmt hat.“

Arbeitgeberchef weist Kritik von Automobilindustrie zurück

Das Konjunktur-Paket stelle im Großen und Ganzen ein sehr schlüssiges Konzept dar. „Der Corona-Kurs von Bundeskanzlerin Angela Merkel und der Koalition stimmt“, betonte Kramer. „Krise können wir in Deutschland eben. Wenn es brennt, löschen wir gemeinsam und akzeptieren auch Führung.“ Es komme nun darauf an im Umgang mit der Pandemie nicht nachlässig zu werden. „Es liegt also in unserer Hand, wie heil wir durch diese Krise kommen.“

Kramer wies erneut Forderungen aus der Automobilindustrie nach einer Förderprämie für herkömmliche Benzin- und Dieselfahrzeuge zurück: „Ich bin davon überzeugt, dass die Bundesregierung eine kluge Förderstrategie eingeschlagen hat, die sich positiv auf die ganze Volkswirtschaft auswirkt und dadurch nicht nur einzelne Branchen begünstigt“, sagte der Arbeitgeberchef. Die Corona-Krise entscheidet sich fundamental von der früheren Finanzkrise. „Damals konnte man die Zahl der Branchen, die von dieser Krise betroffen waren, an zwei Händen abzählen. Heute aber kann man die Branchen, die nicht von der Corona-Krise betroffen sind, an zwei Händen abzählen“, sagte Kramer. „Deswegen konnte man nicht wie 2008 und 2009 vorgehen und einige Branchen wie die Autoindustrie besonders herausheben.“

Lesen Sie hier das komplette Interview: Arbeitgeber-Chef Kramer: „2022 Leistungsniveau wie vor Corona“

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