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Glosse

26.01.2020

Bäcker reagiert mit Kassenbon-Krapfen auf Bonpflicht

Ein Krapfen mit einem Kassenbon aus Fondant, einer essbaren Zuckermasse und eine Tasse Kaffee. In einer Bäckerei wird diese Kombination als Reaktion auf die Kassenbonpflicht angeboten.
Foto: Tobias Hase/dpa

Die Bonpflicht für Bäcker macht die Deutschen wütend wie es einst nur der Veggie-Tag geschafft hat. Ein Bäcker hat das nun mit Fantasie aufgegriffen.

Es ist doch so: Wenn es um besonders deutsche Eigenschaften geht, dann ist der Hang zu Pedanterie stets auf den vordersten Plätzen angesiedelt. Nur wenige Gesellschaften beharren darauf, auch nachts um drei, also zu eher verkehrsschwachen Zeiten, so lange an der Fußgängerampel zu warten, bis die nach Minuten schließlich auf Grün springt. Doch ausgerechnet bei einem Thema, das doch eigentlich ganz tief in der DNA des Bundesbürgers verankert sein müsste, bricht mit beinahe südländischem Temperament die Empörung aus uns heraus. Bonpflicht! Kein Wort hat die Volksseele mehr zum Kochen gebracht seit der Debatte um einen "Veggie-Day".

Paradox: In Italien, Portugal und Slowenien gibt es die Bonpflicht seit Jahren und sorgt dort nicht einmal für ein Schulterzucken. Dass sich Protest auch ohne Wutgeschrei, dafür mit ganz viel Fantasie ausdrücken lässt, hat jetzt ein Bäcker im oberbayerischen Moosinning gezeigt. Dort werden gerade Krapfen mit einer eingebackenen Quittung aus Zucker verkauft. "Wir hätten nicht gedacht, dass die Idee so gut ankommt", sagte Nicole Helbig, Verkäuferin in der Bäckerei Ways.

Topping des Bonpflicht-Krapfen aus dem Lebensmittel-Drucker

Die süße Form des irgendwie doch auch typischen bayerischen Rebellentums kommt an: Gut 200 der Krapfen gingen täglich über die Theke, sagte sie am Sonntag. Normalerweise verkauften sie ein Viertel davon. Den eingebackenen Bon aus Fondant hat der Bäcker mit einem Lebensmitteldrucker wie einen echten Kassenbon gestaltet.

Die Kunden seien alle sehr begeistert, doch die Aktion werde nach Fasching wieder beendet, sagte Helbig. Denn: "Den Papierbon müssen wir trotzdem austeilen", sagte sie. Es sei ja schließlich Vorschrift! (huf, dpa)

Mehr dazu lesen Sie hier: Neues Gesetz: Das sagen Händler und Kunden zur Bonpflicht

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26.01.2020

Den Bon-Krapfen sollte man den Damen und Herren nach Berlin per Schneckenpost schicken, oder noch besser den Kassenbon auf's WC-Papier drucken, damit DIE da drüben mal sehen was höchstwahrscheinlich die Mehrheit von uns darüber denkt.

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