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Kuka braucht einen Fünfjahres-Plan

Kommentar Von Stefan Stahl
25.03.2021

Plus Die chinesischen Mehrheitseigentümer müssen Geduld mit dem Augsburger Roboterbauer haben. Das kann sich auszahlen.

Das wird ein entscheidendes Jahr für Kuka. Der Anlagen- und Roboterbauer muss, auch wenn Corona weiter die Welt in Atem hält, unbedingt in die schwarzen Zahlen zurückkehren, am besten deutlich.

Denn das ist die beste Medizin, um die angespannten Nerven der chinesischen Mehrheitseigentümer des Haushaltsgeräte-Konzerns Midea zu beruhigen. Die Investoren sind derartige massive Gewinneinbrüche, wie sie zuletzt Kuka erlebt hat, nicht gewohnt, auch wenn die Rückgänge vor allem ein Ergebnis der Pandemie sind.

Die Chinesen agieren wie knallharte Kapitalisten. Ebit, also der Gewinn vor Steuern und Zinsen, geht ihnen über alles. Darin sind die Unternehmer aus dem kommunistischen Land amerikanischen Geldgeben nicht unähnlich. Midea hat rund 4,5 Milliarden Euro für Kuka bezahlt, ein enorm hoher Preis. Doch von Spitzenwerten über 200 Euro ist die Aktie des Roboterbauers mit zuletzt knapp 38 Euro weit entfernt. Die Chinesen brauchen also Geduld mit ihrer kriselnden schwäbischen Tochter. Sie müssen warten, bis sich der Markt für Automatisierung wieder weltweit kräftig erholt. Wie lange das dauert, kann keiner seriös sagen.

Hochlohnländer sind auf Automatisierung angewiesen

Zwei Jahre müssen die Midea-Leute auf alle Fälle ausharren. Doch irgendwann wird Kuka sich sicher wieder in eine stark wachsende Firma verwandeln, zumal nach Corona noch mehr Prozesse in der Industrie automatisiert und digitalisiert werden. Der Siegeszug des Roboters beginnt erst, gerade wenn bestimmte Produktionen wie im Pharmabereich als Lehre aus Corona zurück in Hochlohnländer wie Deutschland geholt werden. Derartige Fertigungen müssen hoch automatisiert sein, sonst rechnen sie sich nicht.

Bei Kuka sollten die Chinesen nicht in Quartalen denken, wie es in der Welt des Turbokapitalimus üblich ist, sondern einen Fünf-Jahresplan entwerfen, was ihnen aus heimischen Gefilden eines zentralistisch-kommunistischen Kapitalismus vertraut ist. Ein solcher Fünf-Jahresplan verleiht Gelassenheit und Kuka die nötige Zeit, nach Jahren der Unruhe wieder an die alte technologische Stärke anzuschließen. Dazu muss aber endlich Schluss mit immer neuen schlechten Nachrichten über einen weiteren Stellenabbau sein. Das verunsichert Mitarbeiter nur.

Lesen Sie dazu auch unsere Multimedia-Reportage: Selbstversuch bei Kuka: Wie dieser Roboter bald im Alltag helfen könnte 

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