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Augsburg

06.08.2014

Kuka setzt auf noch mehr Roboter

Optimistisch dank Robotern: Kuka-Chef Till Reuter erhöht die Geschäftsziele für dieses Jahr.
Bild: Silvio Wyszengrad

Der Augsburger Roboter-Bauer Kuka ist auf der Erfolgspur. Kuka-Chef Till Reuter will davon profitieren. Selbst wenn ein wichtiger Kunde sparen sollte.

Kuka-Chef Till Reuter wird es derzeit nicht bang, wenn es um die Zukunft geht. Er ist überzeugt, dass sein Unternehmen zu den Gewinnern der Umbrüche gehört, die in der Industrie bevorstehen – hin zu einer zunehmenden Automatisierung, hin zu mehr Robotern in den Fabriken. Kürzlich, im Juni, hatte Reuter auf der Fachmesse „Automatica“ in München eine dazu passende, neue Entwicklung des Augsburger Roboter- und Anlagenbauers vorgestellt: den Leichtbauroboter „LBRiiwa“. Der Roboter reagiert auf Berührungen. Ein Schutzzaun zwischen Mensch und Maschine ist somit nicht mehr nötig. Auf der Messe stapelte das Gerät zum Beispiel Essens-Tabletts – wie in einer Kantine.

Der Leichtbauroboter kommt gut an bei den Kunden

Die Messe sei ein „toller Erfolg“ gewesen, bilanzierte Reuter gestern bei der Vorstellung der Halbjahreszahlen der Aktiengesellschaft. Von 1000 Kundenanfragen auf der Messe hätten sich 500 mit dem Leichtbauroboter beschäftigt. Derzeit gehe es darum, konkrete Anwendungsmöglichkeiten für das Gerät zu entwickeln. Rund 50 der neuen Roboter habe man im ersten Halbjahr schon verkauft, im zweiten Halbjahr sollen es mehr sein. Richtig etabliert im Markt ist bereits ein anderer Roboter mit dem Namen „Agilus“, den das Unternehmen 2012 eingeführt hatte. Bei einem Preis von im Schnitt 20 000 bis 25 000 Euro verkaufe man inzwischen im Jahr rund 1500 bis 2000 Exemplare des Agilus, berichtete Reuter.

Kuka erhöht die Geschäftsziele

Die Lage ist derzeit derart gut, dass Reuter die Geschäftsziele erhöht. Das Unternehmen rechnet in diesem Jahr nun unter anderem mit einem höheren Umsatz von rund zwei Milliarden Euro. Zuvor waren es zwischen 1,9 und zwei Milliarden. Der Aktienkurs legte nach der Ankündigung deutlich zu. Alles in allem blicke Kuka auf ein „erfolgreiches erstes Halbjahr zurück“, sagte Reuter: Der Konzern gewann neue Aufträge im Wert von fast 1,2 Milliarden Euro hinzu. Dies ist der beste Wert, den Kuka in einem ersten Halbjahr je erreicht hat.

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Ein Teil davon erklärt sich durch den Zukauf unter anderem des deutschen Roboterbauers Reis. Auch die Umsätze stiegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 873,5 auf 968,6 Millionen Euro. Unter dem Strich verdiente Kuka mit 22,5 Millionen Euro dabei zwar etwas weniger. Der Grund sei aber, dass Kuka eine Hochzinsanleihe zurückgekauft hat und nun die Zinskosten der kommenden Jahre deutlich reduzieren kann, erklärte Reuter.

Die Autoindustrie ist ein wichtiger Kunde

Dass es bei Kuka gut laufe, liege auch an der „robusten Nachfrage“ der Autoindustrie nach Robotern, berichtete der Kuka-Chef. Die Roboter des Augsburger Herstellers arbeiten in vielen Autofabriken weltweit. Vor allem in China und in den USA sei die Nachfrage gut.

Reuter zeigte sich überzeugt, dass Kuka selbst dann Aufträge gewinnen wird, wenn die Autobauer beginnen, ihre Kosten zu senken. „Dieser Druck bedeutet eine weitere Automatisierung“, argumentiert er. Kurz gesagt: Noch mehr Roboter.

Mehr feste Beschäftigte in Augsburg

Dass Sanktionen gegen Russland wegen der Ukraine-Krise Kuka stark schaden, glaubt Reuter nicht: Das Augsburger Unternehmen erwirtschafte derzeit unter 1 Prozent seines Umsatzes in Russland, sagte er.

Am Hauptsitz in Augsburg stehen so die Zeichen erst einmal auf Wachstum: Die Zahl der Mitarbeiter, Auszubildenden und Werkstudenten erhöhte sich von 2887 auf 3074, die Zahl der Leiharbeiter sank von 357 auf 314. „Wir beschäftigen weniger Leiharbeiter und mehr feste Beschäftigte“, sagte Reuter.

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