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03.08.2019

Ökonom Felbermayr: Deutschland kann das Weltklima nicht retten

Gabriel Felbermayr ist Fachmann des Kieler Instituts für Weltwirtschaft. Er fordert eine Digitalsteuer für Konzerne wie Apple und Facebook.
Bild: Ifo-Institut, Archiv

Exklusiv Der Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft zeichnet ein düsteres Konjunktur-Bild. Er sagt: "Nur Italien wächst noch langsamer als Deutschland."

Der Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, Gabriel Felbermayr, hat Deutschland Grenzen in der Klimapolitik aufgezeigt. „Zunächst einmal, muss uns klar sein, dass Deutschland nur für zwei Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes verantwortlich ist."

Wirtschaftsexperte Felbermayr ist für europäische Klima-Lösung

"Deutschland kann also das Weltklima nicht alleine retten“, sagte er unserer Redaktion und fügte hinzu:  „Wenn wir einen Beitrag leisten wollen, muss das geschehen, ohne dass das Land verarmt, und ohne dass der Erfolg durch Trittbrettfahrer in Polen oder in den USA annulliert wird.“

Felbermayr sprach sich für eine europäische Lösung aus: „Waren, die in den Wirtschaftsraum importiert werden, sollten gemäß des bei der Produktion verursachten CO2-Gehaltes genauso wie heimische Güter mit einem CO2-Preis belegt werden.“ Deutschen Exporteuren würden beim Ausfuhr ihrer Waren die gezahlten CO2-Steuern zurückerstattet. Sie müssten dann aber den ausländischen CO2-Preis begleichen.

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Ökonom Felbermayr: Deutschland trägt fast rote Laterne in Europa

Felbermayr zeichnete zudem ein düsteres Bild der deutschen Wirtschaft: „Was das Wachstum betrifft, trägt Deutschland fast wieder die rote Laterne in Europa. Nur Italien wächst noch langsamer als wir“, sagte der Präsident des renommierten Kieler Instituts für Weltwirtschaft.

Er ergänzte: „Spanien ist stärker als Deutschland und selbst Frankreich könnte die Trendwende schaffen.“ Felbermayr kritisierte eine seit 2004 bestehende Reformschwäche: „Hierzulande wurden auch auf Druck der SPD die Arbeitsbedingungen für Firmen erschwert. Das Paradoxe daran ist: Deutschland hat Arbeitsmarktreformen von anderen EU-Ländern gefordert, aber selbst das Rad zurückgedreht. Wir haben Wasser gepredigt und Wein getrunken.“

Das belaste das Wachstum. Hinzu kämen die Belastungen aus dem Ausland. „Weil Deutschland aber exportstärker als etwa Frankreich ist, leiden wir intensiver unter den Auswirkungen der Politik der USA und Großbritanniens“, sagte Felbermayr.

Lesen Sie hier das gesamte Interview mit dem Wirtschafts-Experten.

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