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Warum Airbus mit dem Riesen-Flieger A380 gescheitert ist

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Kommentar Von Stefan Stahl
14.02.2019

Plus Nachdem selbst die Scheichs keine neuen Maschinen mehr kaufen wollen, wird die A380-Produktion bei Airbus eingestellt. Damit platzt ein Luftfahrttraum.

Das ist ein trauriger Tag für alle Flugzeug-Enthusiasten: Denn die Produktion des Königs der Lüfte aus dem Airbus-Reich wird wegen chronischen Nachfragemangels 2021 eingestellt. Nicht mal ein Wunder wird den europäischen Luftfahrt-Konzern noch zum Umdenken bewegen. Schließlich haben die Chinesen den Super-Euro-Vogel verschmäht und verwehren den erhofften Großauftrag trotz allen politischen Intensiv-Buhlens. Damit ist das Schicksal des doppelstöckigen A380 besiegelt.

Den Todesstoß haben dem Flugzeug jedoch die Scheichs versetzt. Lange standen die Verantwortlichen der Linie Emirates treu zum Mega-Flugzeug. Ohne ihre Bestellungen in großer Zahl wäre der bei maximaler Auslastung gut 800 Passagieren Platz bietende Flieger schon viel früher gestorben. Doch nun haben die Verantwortlichen der Airline aus dem Orient umgedacht. Sie wandeln Bestellungen für A380-Maschinen in kleinere Airbus-Flugzeuge um.

Zu schwer erschien es den Emirates-Chefs, die gewaltigen Flieger verlässlich über längere Zeiträume konstant auszulasten und gutes Geld zu verdienen. Fluglinien wie die Lufthansa hatten sich ohnehin von Anfang an zurückgehalten und nicht in dem Maße auf den großen Airbus gesetzt. Damit geht ein Luftfahrttraum zu Ende. Denn das Flugzeug ist bei Kunden beliebt. Mit ihm lässt sich leise und komfortabel von Kontinent zu Kontinent reisen.

Mit dem Ende des A380 platzt ein Luftfahrttraum.
Bild: Marcus Merk

Die Chef-Strategen von Airbus lagen mit ihrer Einschätzung daneben

Im Aus für den A380 steckt eine bittere Botschaft für das Airbus-Management: Die Chef-Strategen des Unternehmens lagen mit ihrer Einschätzung gründlich daneben, dass Menschen in großer Zahl mit Mega-Flugzeugen von Luftfahrt-Drehkreuzen zu Luftfahrt-Drehkreuzen fliegen, um danach umzusteigen. Sie bevorzugen Direktverbindungen auch zu mittelgroßen Airports. Letztlich hat sich herausgestellt, dass es für Airlines wirtschaftlicher ist, auch Langstrecken mit Maschinen, die 300 bis 400 Passagiere fassen, zu bedienen. Das war von Anfang an das Konzept des Airbus-Rivalen Boeing. So lagen die Amerikaner mit ihrem Dreamliner, der 787, traumwandlerisch richtig. Airbus hatte den Konzern oft ausgestochen und muss jetzt eine besonders schmerzhafte Niederlage hinnehmen.

Auch wenn die Trauer bei den Europäern groß sein mag: Sie werden gegenüber Boeing insgesamt nicht den Kürzeren ziehen, schließlich baut Airbus selbst längst einen Dreamliner, nämlich den A350. Das Langstreckenflugzeug ist erfolgreich und effizient Deshalb wandelt Emirates Aufträge für den A380 auch in Maschinen dieses kleineren Typs um. Das Rennen zwischen Airbus und Boeing um die Krone der Luftfahrt geht also weiter. Mal liegt der eine, mal der andere vorne. Damit haben die Airbus-Manager keinen Grund, nach dem A380-Desaster in Sack und Asche zu gehen. Denn ihr Auftragsbuch ist so voll, dass die Fabriken rechnerisch bis zu zehn Jahre ausgelastet sind.

Airbus und Premium Aerotec sind vom Aus des A380 betroffen

Doch auf die Luftfahrt-Mitarbeiter in der Region kommen Veränderungen zu, ob bei Premium Aerotec in Augsburg oder Airbus Helicopters in Donauwörth. Beide Standorte sind beim Airbus A380 mit von der Partie. Die betroffenen Beschäftigten haben eine große Chance: Wenn kleinere und mittlere Flugzeuge immer gefragter sind, kann der Auftragseinbruch beim A380 ausgeglichen werden. Ohnehin gab es zuletzt weniger Arbeit im A380-Bereich. Nun müssen die Airbus-Verantwortlichen den Mitarbeitern rasch signalisieren, dass sie weiter gebraucht werden. Die Manager dürfen nicht leichtfertig Stellen infrage stellen. Fachkräfte in der Luftfahrt sind umkämpft.

Es wäre eine weiterer strategischer Kardinal-Fehler, nun Arbeitsplatz-Sünden zu begehen.

Airbus A380
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Bild: Ali Haider, dpa
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14.02.2019

Es ist zwa extrem schade, dass die A380 sterben wird, aber durch ihre Entwicklung hat der A350 stark profitiert. Für Airbus Helicopter in Donauwörth, wo auch die Türen für die A350 und A380 gefertigt werden muss es deshlab kein Beinbruch sein.

Statt 14 Türen pro A380 sind es jetzt 8 Türen beim A350. Da aber deutlich mehr A350 bestellt und produziert werden, sollte sich das ausgleichen. Und Augsburg mit Premium Aerotec baut ja weiterhin wichtige Komponenten des A350 (Druckkalotte, Seitenschalen und Kabinenboden).

Da die kleine A350 fast halb so teuer wie der A380 ist (Listpreisvergleich) dürfte es hier noch deutlich steigende Bestellungen geben.

Für Airbus ist es sicherlich besser, das Thema A380 zu beenden, als mit Minimalfertigung weiterzumachen.

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