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Allianz-CEO fordert: Arbeitnehmer tragen Kosten für erste Krankheitstag

Gesundheit

Arbeitnehmer sollen laut Allianz-Chef Kosten für ersten Krankheitstag künftig selbst tragen

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    Oliver Bäte, Vorstandsvorsitzender Allianz SE.
    Oliver Bäte, Vorstandsvorsitzender Allianz SE. Foto: Thomas Banneyer, dpa (Archivbild)

    In der Debatte um hohe Krankenstände in Deutschland hat sich der Chef der Allianz-Versicherungsgesellschaft dafür ausgesprochen, Arbeitnehmern am ersten Tag ihrer Krankheit künftig keinen Lohn mehr zu zahlen. „Ich schlage vor, den Karenztag wieder einzuführen. Damit würden die Arbeitnehmer die Kosten für den ersten Krankheitstag selbst tragen“, sagte Oliver Bäte gegenüber dem Handelsblatt.

    Allianz-Chef Bäte: Deutschland sei „Weltmeister bei Krankmeldungen“

    Die Maßnahme solle zum Ziel haben, Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber zu entlasten. Der Karenztag wurde in Deutschland in den 1970er Jahren abgeschafft. Seitdem bekommen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ab dem ersten Krankheitstag weiterhin ihren Lohn. Firmen griffen zuletzt mitunter zu ungewöhnlichen Methoden, um den derzeit hohen Krankenstand zu verringern. Ein Verkehrsbetrieb in Kiel versprach Angestellten eine Prämie von bis zu 1000 Euro, wenn sie sich nicht krankmeldeten.

    In den Worten des Allianz-Chefs sei Deutschland „Weltmeister bei den Krankmeldungen“. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes fielen in Deutschland im Jahr 2023 pro Arbeitnehmerin und Arbeitnehmer durchschnittlich 15,1 Arbeitstage wegen Krankheit aus. Unter Versicherten der Krankenkasse DAK-Gesundheit sei der Wert noch höher. 2023 fehlten bei dem Unternehmen Versicherte durchschnittlich an 20 Tagen wegen Krankheit an der Arbeit.

    Krankenstand in Bayern stieg laut DAK-Gesundheit zuletzt an

    Auch in Bayern meldeten sich Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zuletzt öfter krank. Im Oktober veröffentlichte die DAK Zahlen für den Freistaat. Demnach kämen im dritten Quartal des vergangenen Jahres auf 100 Beschäftigte rund 40 Krankschreibungen. Das entspräche einem Anstieg von rund zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

    Allerdings sei die Dauer der Krankschreibungen zurückgegangen. Durchschnittlich hätten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer 2024 zwischen Juli und September 10,1 Tage wegen Krankheit gefehlt. Das sei der Krankenkasse zufolge ein Tag weniger als im Jahr zuvor. Auch im bundesweiten Vergleich sei der Krankenstand in Bayern unterdurchschnittlich. Rund 4,4 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer hätten sich an einem durchschnittlichen Arbeitstag krankgemeldet. In ganz Deutschland seien es rund fünf Prozent gewesen. (mit dpa)

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