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Arbeit
26.09.2022

Wie das Phänomen "Quiet quitting" die Arbeitswelt verändern kann

Licht brennt in den Räumen eines Bürogebäudes. Laut einer Studie geht jeder zweite Beschäftigte in Deutschland geht manchmal, häufig oder sehr häufig krank zur Arbeit.
Foto: Andreas Arnold, dpa (Symbolbild)

Keine Überstunden, keine zusätzlichen Aufgaben: Das ist das Phänomen "Quiet quitting". Eine Arbeitspsychologin erklärt, warum es für einen grundsätzlichen Wandel in der Arbeitswelt stehen kann.

Ein junger Mann sitzt auf einer Bank und wartet auf die U-Bahn. Im Hintergrund ertönt beruhigende Klaviermusik. "Ich habe vor Kurzem von dem Begriff 'Quiet quitting' gehört", sagt er auf Englisch. So beginnt ein Video auf der Plattform TikTok, das auch in Deutschland in vielen sozialen Medien für Gesprächsstoff sorgt. Denn der junge Mann berichtet, dass er von nun an nur noch die Aufgaben bei der Arbeit erledigt, für die er eingestellt wurde. Das heißt: keine Überstunden mehr. Hierzulande ist auch häufiger von der "inneren Kündigung" die Rede.

Quiet quitting: Jüngere Menschen legen vermehrt einen großen Wert auf eine gute Work-Life-Balance

Für die Arbeitspsychologin Maike Debus von der schweizerischen Université de Neuchâtel gibt es Unterschiede zwischen diesen Begriffen. "Das Ergebnis ist zwar das gleiche, aber dahinterstehen unterschiedliche Prozesse", sagt sie. Bei einer inneren Kündigung seien eigentlich sehr engagierte Mitarbeiter mit ihren Aufgaben oder den Arbeitsbedingungen unzufrieden. Deswegen würden sie sich entschließen, nur noch das Nötigste zu tun. Anders sei es beim Quiet quitting (wortwörtlich: leises kündigen). Es gehe bei diesem Phänomen eher darum, Grenzen zu setzen und einen gesunden Umgang mit der eigenen Arbeit zu finden. "Quiet quitting kann ein Schutzmechanismus sein." Für Debus ist der Begriff positiv konnotiert. Viele wollten nicht mehr bis zur vollkommenen Erschöpfung arbeiten. „Jungen Menschen ist es vermehrt wichtig, dass die Arbeit eine gute Work-Life-Balance bietet und Zeit für Freizeitaktivitäten lässt“, sagt die Arbeitspsychologin.

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Trotzdem will Debus das Phänomen nicht nur auf junge Menschen beschränken. Besonders die Corona-Pandemie habe dazu geführt, dass immer mehr Menschen ihre Arbeit hinterfragten. "Viele Personen hatten während der Lockdowns Zeit, über die Sinnhaftigkeit ihrer Arbeit nachzudenken", sagt sie. Bei älteren Mitarbeitern käme hinzu, dass sie vielleicht schon einmal gesundheitliche Probleme bekommen hätten, weil sie zu viele Überstunden gemacht haben.

Unternehmen sollten Überstunden und Mehrarbeit nicht grundsätzlich erwarten

Eine Erhebung des Statistischen Bundesamts zeigt, dass im vergangenen Jahr 4,5 Millionen Menschen in Deutschland länger gearbeitet haben, als eigentlich in ihrem Vertrag vereinbart war. Das entspricht etwa zwölf Prozent aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland. Ein Drittel von ihnen arbeitet bis zu fünf Stunden mehr pro Woche. Etwa 59 Prozent der Befragten gaben zu, dass sie bis zu zehn Überstunden pro Woche machen. Knapp ein Viertel der Befragten arbeitete jede Woche mindestens 15 Stunden mehr als vorgesehen. Das könnte aber bald deutlich schwieriger werden. Nach einer Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts müssen Arbeitgeber systematisch die Arbeitszeit ihrer Mitarbeiter erfassen - auch um mögliche Überbelastungen zu verhindern.

Lange seien laut Debus Unternehmer und der Wissenschaftler davon ausgegangen, dass Angestellte freiwillig zusätzliche Aufgaben übernähmen und dafür auch Überstunden machten. Eine Vermutung war: Die Mitarbeiter identifizierten sich besonders stark mit ihrem Unternehmen. Neuere Forschungen zeigen aber: Viele hätten das Gefühl, dass von ihnen erwartet wird, mehr zu arbeiten.

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Unternehmen dürfen nicht grundsätzlich erwarten, dass Mitarbeitende mehr als vereinbart arbeiten

Genau an dieser Stelle sieht Debus ein Problem. Ihrer Meinung nach dürfen Unternehmen nicht grundsätzlich erwarten, dass Mitarbeitende mehr tun als per Vertrag vereinbart. Denn diese Überstunden nutzen dem Unternehmen nicht immer. "Wenn Mitarbeiter viele zusätzliche Aufgaben übernehmen, kann das zum Beispiel dazu führen, dass sie ihre eigentlichen Aufgaben nicht mehr schaffen", sagt Debus. Die Folge: Viele Mitarbeiter fühlten sich überlastet und fehlen womöglich häufiger. Das könne erhebliche Kosten verursachen. Im Jahr 2020 mussten Unternehmen nach Angaben des Instituts der Deutschen Wirtschaft etwa 74,3 Milliarden Euro für erkrankte Mitarbeiter aufwenden. Zudem besteht für Unternehmen die Gefahr, dass Mitarbeiter schneller kündigen, wenn für sie die Arbeitsbedingungen nicht passen. Das sei besonders in Branchen mit einem großen Fachkräftemangel der Fall, erklärt Debus.

Allerdings brauchen Unternehmen auch engagierte Angestellte, um erfolgreich zu sein. Mit Quiet quitting passt das auf den ersten Blick nicht wirklich zusammen. "Es kommt auf die Balance zwischen Mehrarbeit und den eigentlichen Kernaufgaben des Mitarbeitenden an", sagt Debus. Dabei sei vor allem die Kommunikation zwischen Führungskraft und Mitarbeiter wichtig. "Gemeinsam kann man überlegen, wie man die Arbeitskraft des Mitarbeiters gut einsetzen kann", sagt sie.

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