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Migräneforschung
09.02.2016

Lichttherapie soll gegen Migräne-Anfälle helfen

Lichttherapie soll Migränepatienten helfen ihre Krankheit zu überwinden.
Foto: Oliver Killig (dpa)/Symbol

Migränepatienten sollten bisher Licht lieber meiden, da es die Anfälle noch verstärken kann. Kopfschmerz-Experten der Uni Wien gehen nun den genau umgekehrten Weg.

Migränepatienten kennen das: Übelkeit, Sehstörungen und vor allem stechende Kopfschmerzen. Jedes Geräusch, jeder Geruch und vor allem der kleinste Lichtstrahl lassen den Kopf förmlich explodieren. Denn gerade Lichtempfindlichkeit ist beim Migräne weit verbreitet. Meist hilft da nur der Rückzug in einen abgedunkelten Raum.

Migräne: Der Rückzug von Licht muss nicht die richtige Therapie sein

Zwischen sechs und acht Millionen Deutsche sind von Migräne betroffen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) listet Migräne in der "Global Burden of Disease Study" an Platz sechs der 300 häufigsten Krankheiten auf. Weil nicht genau erforscht ist, welche Reize Migräne auslösen, raten Ärzte Betroffenen oft, auch zwischen den Anfällen Licht zu meiden. In schlimmen Fällen kann das sogar zu einer sogenannten Photophobie führen - also der Angst vor Licht.

Zwei Wissenschaftler an der medizinischen Fakultät der Uni Wien möchten dieser Lichtempfindlichkeit nun auf den Grund gehen und so Lösungen für Betroffene finden. Allerdings beschreiten die Neurologen Roland Beisteiner und Christian Wöber einen neuen Weg. Denn statt Migränepatienten in verdunkelte Räume zu bringen, wollen sie ihr Gehirn gezielt Lichtreizen aussetzen und es so trainieren. „Inzwischen wird vermutet, dass die Vermeidung von Licht nachteilig ist, weil sie die Empfindlichkeit gegenüber Licht, die so genannte Photophobie, weiter erhöhen könnte “, erklärt Kopfschmerzexperte Christian Wöber.

Lichttherapie soll Migränepatienten helfen

Der Ansatz sei vergleichbar mit Menschen, die Höhenangst haben. Auch bei ihnen ist es oft ratsam, sie gezielt der Höhe auszusetzen, um sie so daran zu gewöhnen und die Angst abzubauen, erklärt Wöber. Erste Erkenntnisse deuten an, dass es eine bessere Strategie sein könnte, das Gehirn gegenüber Lichtreizen zu desensibilisieren. Ob das wirklich zutrifft, wollen Beisteiner und Wöber in einer Studie herausfinden. Dafür müssen die Teilnehmer einwöchige Trainings mit sogenanntem "Flackerlicht" durchlaufen.

Jeder Teilnehmer der Studie durchläuft im Abstand von drei Monaten allerdings beide Therapieformen: den Entzug und die gezielte Konfrontation mit Licht. So soll herausgefunden werden, welche Therapieform sich für wen gut eignet. In den vergangen Jahren hat die Migräneforschung große Fortschritte gemacht. So konnten Wissenschaftler zum Beispiel herausfinden, wie Migräne im Körper entsteht, dass sie genetisch bedingt ist und eine Veränderung im Nervensystem nach sich zieht. Welche Auslöser ein Migräneanfall hat, ist bislang allerdings noch unklar. Durch ihre Studie hoffen Beisteiner und Wöber ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen. hhc Pflanzliches Heilmittel Mutterkraut hilft bei Migräne

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