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Corona-Mutation

07.01.2021

Welche Folgen hat die mutierte Corona-Variante für Deutschland?

Ein Coronavirus unter dem Mikroskop. Inzwischen haben sich Mutationen entwickelt.
Bild: Center for Disease Control, dpa (Archiv)

Hierzulande sind kaum Fälle von Mutationen des Coronavirus bekannt. Doch Politiker und Experten rufen noch dringlicher zum Einhalten der Maßnahmen auf.

In Großbritannien wurde im Dezember eine neue Variante des Coronavirus entdeckt. Wissenschaftler wiesen die Mutation auch in anderen Ländern nach, in Deutschland sind bislang nur vereinzelt Fälle bekannt geworden.

"Erste vorläufige Modellierungsergebnisse aus Großbritannien deuten auf eine höhere Übertragbarkeit als bei der bisher zirkulierenden Virusvarianten hin", schreibt das RKI über die Coronavirus-Mutation. Es gebe jedoch keine Hinweise auf schwerere Krankheitsverläufe oder eine verringerte Wirksamkeit der Impfstoffe. "Die Situation wird weiter beobachtet."

 

Die neue Variante hat bisher keinen direkten Einfluss auf die Corona-Politik der Bundes- und Landesregierung. Doch Politiker und Experten fordern angesichts der Mutation noch eindringlicher, sich an die Regeln zur Eindämmung der Pandemie zu halten.

Kontaktbeschränkungen bekommen angesichts der Virus-Mutation noch größere Bedeutung

Denn die Mutation könnte die Eindämmung erschweren. Es erscheine anhand der verfügbaren Daten wahrscheinlich, dass die Variante bald auch in Deutschland dominierend sein werde, erklärte der Virologe Jörg Timm von der Uniklinik Düsseldorf kürzlich gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. "Ich halte eine Senkung der Fallzahlen grundsätzlich für eine nachhaltige Infektionskontrolle für notwendig. Wenn die Daten zur erhöhten Ansteckungsfähigkeit der neuen Variante stimmen - und davon gehe ich aus - dann wird die Aufgabe sicherlich schwieriger."

Ähnlich äußerte sich auch Adam Lauring, Experte für Evolution von RNA-Viren an der US-amerikanischen Universität Michigan. Er sagte in einem Podcast: "Entscheidungsträger werden darüber nachdenken, was sie mit Blick auf Corona-Regeln tun müssen."

Gesundheitsminister Jens Spahn pocht angesichts von Virus-Mutationen auf das Einhalten der Kontaktbeschränkungen.
Bild: Kay Nietfeld, dpa

Als einer der obersten deutschen Entscheidungsträger betonte Gesundheitsminister Jens Spahn auf einer Pressekonferenz, dass angesichts solcher Mutationen Kontaktbeschränkungen noch größere Bedeutung haben -  ebenso wie eine schnelle Impfung der Bevölkerung.

Bayerns neuer Gesundheitsminister Klaus Holetschek bestätigt die Sicht Spahns. „Die Entwicklungen in der Corona-Pandemie – und auch etwaige Mutationen des Virus – spielen eine ganz zentrale Rolle bei der Entscheidung über die angemessenen und notwendigen Schutzmaßnahmen", sagt Holetschek gegenüber unserer Redaktion. "Klar ist, dass beim Auftreten einer potenziell gefährlicheren oder ansteckenderen Mutation auch entsprechend gehandelt wird." Quarantänemaßnahmen und die Kontaktnachverfolgung seien  in diesem Fall von zentraler Bedeutung, so Holetschek. "Grundsätzlich beobachtet die Staatsregierung die Entwicklung genau und entscheidet auf dieser Basis über die jeweiligen Maßnahmen."

Impfstoffe schützen wohl auch gegen die Mutation des Coronavirus

Ähnlich äußerte sich das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC). "Den Mitgliedstaaten wird empfohlen, ihre Bürger weiterhin über die Notwendigkeit nichtpharmazeutischer Interventionen zu informieren und insbesondere Leitlinien zur Vermeidung nicht wesentlicher Reisen und sozialer Aktivitäten zu prüfen."

Die Mitgliedstaaten sollten außerdem verstärkt die Auswirkungen von Mutationen auf abrupte Änderungen der Übertragungsraten oder der Schwere der Erkrankung achten. Die Regierungen sollten dabei vor allem Gebiete identifizieren, in denen sich die Inzidenz plötzlich verändere. (AZ/dpa)

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