Montag, 20. November 2017

23. Oktober 2017 12:00 Uhr

Oberschönenfeld

Wann ein Igel Hilfe braucht

Im Wald bei Oberschönenfeld gibt Naturführerin Stefanie Rieger Einblicke, wie Igel leben. Die Teilnehmer erfahren auch, wann man die Tiere mit nach Hause nehmen sollte. Von Siegfried P. Rupprecht

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Zur Einstimmung auf die Veranstaltung des Naturparkvereins rund um den Igel gab es ein Tierpräparat. Vor allem die jungen Teilnehmer nahmen es eifrig unter die Lupe.
Foto: Siegfried P. Rupprecht

Nicht jeder Igel, der im Spätherbst unterwegs ist, brauche menschliche Hilfe. Das hat die Naturführerin Stefanie Rieger bei einer Familienveranstaltung rund um die putzigen Stachelritter betont, den der Naturparkverein Augsburg Westliche Wälder organisiert hatte. Bis Mitte November seien einige Tiere durchaus noch tagsüber aktiv, um sich Winterspeck anzufressen.

Bevor Stefanie Rieger mit den Teilnehmern – darunter rund ein Dutzend Kinder – ihren Ausflug in die Natur startet, entwickelt sich am Naturpark-Häusle am Spielplatz in Oberschönenfeld zunächst ein munteres Frage- und Antwortspiel. Dabei erfährt vor allem der Nachwuchs eine Reihe von interessanten Informationen. Beispielsweise, dass sich der Igel bei drohender Gefahr zu einer Kugel zusammenrollt, dass er etwa 7000 Stacheln besitzt, die er zu seiner Verteidigung gegen Feinde wie Füchse und Hunde einsetzt, dass er Insekten zum Fressen gern hat und zu seinen Lieblingsspeisen Käfer, Asseln, Würmer und Schnecken gehören und dass er sehr gut hören und riechen, aber weniger gut sehen kann.

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Stefanie Rieger fragt auch nach dem größten Feind des Igels. Recht schnell kommt die richtige Antwort: „Der Mensch.“ Ja, meint die Naturschützerin und differenziert ein wenig: „Das Schlimmste für sie sind die Autos, die sie überrollen.“

Dann geht es in Richtung Staudenhaus und rechts auf den Jakobus-Pilgerweg durch den herbstlich bunt gefärbten Wald auf der Suche nach Wohn- und Unterschlupfmöglichkeiten für die Igel. Die Teilnehmer nehmen Baumstümpfe unter die Lupe, Erdhaufen und Gebüsche. Dabei entdecken vor allem die Kinder etliche Mauslöcher. Einige Öffnungen sind so groß, dass sie sich als Domizil für einen Igel eignen könnten. Das meinen zumindest einige der eifrigen Sucher.

Stefanie Rieger klärt auch hier auf: „Als Hauptbaustoff für sein Winterschlafnest verwendet der Igel Laub.“ Der Blätterhaufen müsse gut wärmeisoliert und möglichst regen- und schneedicht sein. Dafür lege das Tier sein Nest vorwiegend unter stützendem Astwerk an, etwa in Hecken, unter Bodendeckern oder in Hohlräumen. „Im Winterschlaf reduziert der Igel radikal seine Körpertemperatur von 36 auf nur noch sechs Grad und seinen Herzschlag von 180 auf 20 Schläge pro Minute.“

Auf Höhe der Abzweigung zur Hubertus-Kapelle, in unmittelbarer Nähe des Weihers, dürfen Eltern und Kinder dann ein Igelquartier anlegen. Elena, Noah, Samuel, Florian, Maja, Fabian und die anderen schleppten Laub heran, legen Blätterhaufen an und beschweren sie mit kleinen Zweigen, damit keine Windböe die Pracht zerstört. „Müssen wir für die Tiere noch einen Kamin bauen?“, fragt einer. „Nein“, meint die Naturführerin nachsichtig. Und gibt noch einen Tipp: „Gebt kein Moos in das Nest.“ Moos sauge Wasser an, und Nässe sei wiederum für den Winterschlaf des Igels nicht gut.

Zum Abschluss geht Rieger noch auf die Frage ein, ob man Igel mit nach Hause nehmen solle, um ihn gut über den Winter zu bringen. Das sei nur notwendig, wenn das Tier unter 500 Gramm wiegt, erklärt sie und reicht den Kindern ein Päckchen Zucker: „Wenn er weniger wiegt, dann würde das Tier ohne ausreichenden Winterspeck verhungern und auch erfrieren.“ Dann sei eine Zufütterung sinnvoll. Geeignet sei Katzendosenfutter, da Igel Fleischfresser sind. Zum Trinken eine Schale mit Wasser – keinesfalls Milch – anbieten.

Auch für die richtige Haltung gibt es Ratschläge. Der Igel braucht ein trockenes, großes und mit Zeitungspapier ausgelegtes Gehege mit einem Schuhkarton als Schlafplatz, der auf den Kopf gestellt und mit einer Öffnung versehen wird. Verletzte, von Parasiten oder Flöhen befallene sowie hustende Igel solle man sofort zum Tierarzt bringen, sagt Stefanie Rieger: „Ein verletzter oder kranker Igel ist dringend auf fachmännische Hilfe angewiesen.“.

Einen Igel haben die Teilnehmer auf ihrer Wanderung durch die Natur zwar nicht gefunden. Dafür gab es viel Wissenswertes über den knopfäugigen Insektenfresser und eine große Portion wohltuender Erholung in frischer Waldluft.

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