Dienstag, 26. September 2017

06. Dezember 2014 21:01 Uhr

Augsburg

Augsburger verkaufen reinen Atomstrom

Die Firma Maxenergy bietet Deutschlands ersten Atomstromtarif an. Sie fürchtet, dass durch den Atomausstieg wieder mehr auf die umweltschädliche Kohlekraft gesetzt wird.

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Maxenergy fürchtet, dass durch den Energiewandel weg von der Atomkraft wieder mehr auf die umweltschädliche Kohlekraft gesetzt wird. Deswegen beiten sie einen Atomtarif an.
Foto: Holger Hollemann/Archiv (dpa)

Nach der Reaktor-Katastrophe in Japan dürfte die Mehrheit der Deutschen froh sein, dass bis 2022 die letzten heimischen Atommeiler abgeschaltet werden. Für viele in der Region ist es ein Triumph, wenn auch die Anlage in Gundremmingen bei Günzburg vom Netz geht. Manche – durchaus ökologisch bewegte Menschen – halten es aus Klimaschutzgründen für einen Fehler, sich in Deutschland vom Atomstrom zu verabschieden. Sie beobachten mit Sorge, dass im Zuge des Atomausstiegs auf Kohlekraft gesetzt wird, obwohl die Energieform im Gegensatz zur Kernenergie klimaschädlich ist.

Maxenergy bietet Deutschlands ersten Atomstromtarif

Und genau für diese Gruppe bietet das mittelständische Augsburger Unternehmen Maxenergy den nach eigenen Angaben ersten Atomstromtarif Deutschlands an. Das Produkt wird seit Montag unter der Marke „Maxatomstrom“ vertrieben und ist im mittleren Preissegment angesiedelt. Die in der Schweiz gekaufte Energie kostet also mehr als Graustrom, der Mix verschiedener Energien etwa aus Atom- und Kohlekraft. Der Augsburger Atomstrom ist aber günstiger als reine Öko-Energie, wie sie Maxenergy auch im Angebot hat. Der Preis für den „Maxatomstrom“ fällt je nach Region unterschiedlich aus. Auf der Internetseite des Unternehmens können sich Kernkraft-Befürworter ausrechen, wie viel sie für ihre Überzeugung zahlen müssen.

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Ein Zeichen gegen den Stillstand der Klimapolitk

Schon am Montag zeichnete sich eine intensive Nachfrage nach Augsburger Atomstrom ab. „Die Drähte glühen“, sagte Maxatomstrom-Sprecher Jan Pflug unserer Zeitung. Er selbst ist übrigens Mitglied der Grünen und hofft, dass mit der Aktion ein Zeichen gegen den Stillstand in der Klimapolitik gesetzt wird. So glaubt er: „Allen UN-Klimakonferenzen zum Trotz steigen die weltweiten CO2-Emissionen rapide.“ Dabei gehe der angebliche Klima-Musterschüler Deutschland mit schlechtem Beispiel voran. Pflug wertet die Kohle als größten Nutznießer des Atomausstiegs. Für die Einführung eines neuen Stromtarifs geht es ungewöhnlich politisch zu.

Maxenergy hat sich sogar Kronzeugen für die Förderung der Kernenergie „nur aus Umweltschutzgründen“ an Bord geholt. Darunter befinden sich Personen wie der bekannte, aber in Umweltkreisen umstrittene Patrick Moore, Gründungsmitglied der Umweltorganisation Greenpeace. Auch Kerry Emanuel, Professor für Meteorologie am Massachusetts Institute of Technology oder der Physik-Nobelpreisträger Burton Richter unterstützen die Augsburger Atomstrom-Aktion.

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Ein Artikel von
Stefan Stahl

Augsburger Allgemeine
Ressort: Leiter Wirtschaftsredaktion


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