Mittwoch, 28. Juni 2017

11. Januar 2017 15:23 Uhr

Augsburg

Glatteis sorgt für Unfälle und Knochenbrüche

Glatteis hat heute Morgen Straßen und Wege in rutschige Eisbahnen verwandelt. In der Notaufnahme des Klinikums gab es viel zu tun. Warum es noch keine Entwarnung gibt.

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Glatteis hat am Mittwochmorgen in Augsburg und Umgebung Straßen und Gehwege in gefährliche Eisbahnen verwandelt. Fußgänger kamen auf dem Weg zur Arbeit oder in die Schule ins Schlittern. Für viele gab es kein Halten mehr. Das merkte man auch in der Notaufnahme des Klinikums. "Am Morgen gab es aufgrund der Glätte ein erhöhtes Aufkommen an Wegeunfällen", sagt Kristina Holtzsch vom Klinikum. Circa 15 Patienten jeglichen Alters mussten wegen Knochenbrüchen und schweren Prellungen behandelt werden.

Für Autofahrer war das Blitzeis ebenfalls eine Herausforderung. Im Verlauf des Vormittags kam es zu rund 20 Unfällen im Stadtgebiet. Laut Polizei war das Glatteis aber nur bei ein paar wenigen die Ursache. Ein schwerer Unfall wegen glatter Fahrbahn ereignete sich gegen 2.15 Uhr auf der A8 kurz nach Augsburg-West in Fahrtrichtung München. Ein 23-Jähriger geriet mit seinem Sprinter alleinbeteiligt ins Schleudern. Das Fahrzeug drehte sich mehrfach um die eigene Achse und touchierte die Leitplanke. Der Fahrer und seine 19-jährige Beifahrerin blieben unverletzt. Am Auto entstand ein Sachschaden von 4200 Euro.

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Es war nur leichter Nieselregen, der heute Morgen vom Himmel kam. Doch der reichte, um auf dem gefrorenen Boden zu Eis zu werden. Für den städtischen Winterdienst fing die Arbeit deshalb schon um zwei Uhr morgens an, wie Friedrich Arnold erzählt. "Das Glatteis kam unerwartet und war so nicht vorhersehbar." Das Wetterradar, das den Winterdienst mit Informationen versorgt, habe das Glatteis nicht angekündigt. Die Polizei sei auf die plötzliche Glätte aufmerksam geworden und habe den Pförtner des Winterdienstes sofort informiert. Die Pforte dort ist rund um die Uhr besetzt. Während der Nachtdienst mit einem Streufahrzeug sofort ausrückte und sich als erstes um Hauptverkehrsstraßen, gefährliche und abschüssige Strecken kümmerte, wurden weitere Fahrer zum Einsatz gerufen.

Streufahrzeuge brachten viel Salz gegen das Glatteis aus

19 weitere große Streufahrzeuge und 23 Mehrzweckfahrzeuge rückten in der Stadt aus. Letztere kümmerten sich um Geh- und Radwege sowie um Nebenstraßen. Pro Tour sind die Streufahrzeuge drei Stunden unterwegs. Falls notwendig, werden danach weitere Touren gestartet. Das war am Mittwoch der Fall. Bis zum Mittag wurden in manchen Gebieten bis zu drei Touren gefahren, berichtet Georg Holder, Betriebsleiter des Abfallwirtschafts- und Stadtreinigungsbetriebes der Stadt Augsburg. Dabei müsse man aufpassen, dass die Fahrer der Streufahrzeuge die zehn Stunden Lenkzeit nicht überschreiten. "Sonst müssen die Fahrer des B-Teams ausrücken." Insgesamt wurden circa 200 Kilometer bestreut.

 

Holder spricht von einer hohen Gefahrenstufe durch die unerwartete Glätte. Pro Quadratmeter kann in der Regel zwischen fünf und 40 Gramm Salz gestreut werden. Am Mittwochmorgen streute der städtische Winterdienst 30 Gramm pro Quadratmeter. "Das hat sein müssen. Es war Gefahr in Verzug." Man achte aber generell darauf, dass nur so viel Salz wie nötig ausgebracht werde, betont der Betriebsleiter. Schließlich sei zu viel Salz umweltbelastend. "Für uns ist das immer ein Spagat." Gegen das Blitzeis am Mittwoch wurden 200 Tonnen Salz auf Augsburgs Straßen gestreut und noch einmal 200 Tonnen Salz-Split-Gemisch auf den Rad- und Gehwegen.

Die Gefahr von überfrierendem Regen ist in den nächsten Tagen nicht gebannt, prognostiziert Klaus Hager, Meteorologe aus Neusäß. Bis einschließlich nächste Woche Dienstag sei immer wieder mit Niederschlägen zu rechnen. Am Donnerstag soll es noch um ein bis zwei Grad wärmer werden, doch auch dann könne Regen in ungünstigen Lagen wieder zu Glatteis führen, da der Boden weiterhin gefroren ist. In der Nacht auf Freitag wird es zudem stürmisch. Ab Samstag soll es dann wieder schneien, ab Mitte nächster Woche sind wieder eisige Temperaturen um -10 Grad zu erwarten. Hagers Ratschlag: "Immer aufpassen die nächsten Tage!"

Wetterdienst warnt vor Glätte, Frost und Sturmböen 

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Ina Kresse

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