Freitag, 20. Oktober 2017

06. Oktober 2017 14:42 Uhr

Theater Augsburg

Noch kurz vor der Premiere ist Nicole Schneiderbauer die Ruhe selbst

Die neue Hausregisseurin wirkt während der Endproben für das zeitgenössische Stück „Paradies fluten“ völlig entspannt – auch als junge Mutter

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Die Regisseurin Nicole Schneiderbauer erzählt entspannt von ihrer ersten Premiere in Augsburg – von den Endproben, die gerade stattfinden, von dem neuen Team, das sich da gefunden hat, von dem anspruchsvollen Stück, das sie in der Brechtbühne inszeniert. Es wirkt so, als ob ihr der Trubel in diesen Tagen nichts anhaben könnte. Sie ist 34 Jahre alt, ihr langjähriger Freund kümmert sich gerade intensiv um das neun Monate alte Baby, so schnell wirft Schneiderbauer nach den letzten aufreibenden Monaten nichts mehr aus der Bahn.

Die junge Mutter greift nun das erste Mal wieder voll in den Theaterbetrieb ein. „Ich kann mich ganz auf die Arbeit konzentrieren“, sagt sie. Und trotzdem sei im Hinterkopf immer auch das Kind. Im April zog Schneiderbauer bereits nach Augsburg, ihr Freund kam aus Salzburg hierher. Ihr bisheriges Theaterleben, das immer geprägt war durch mehrwöchige Abwesenheiten von zu Hause, weil sie anderswo inszenierte, hat in Augsburg erst einmal ein Ende gefunden.

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Sie ist auch Ansprechpartnerin für die freie Szene in Augsburg

Schneiderbauer ist als Hausregisseurin am Theater Augsburg engagiert und gehört zum vierköpfigen Leitungsteam der Schauspielsparte. Neben den Produktionen, die sie als Regisseurin verantwortet, ist sie gleichzeitig auch die Ansprechpartnerin für die freie Szene Augsburgs. Und sie entwickelt den Plan A, eine Wundertüte, ein offenes Veranstaltungsformat mit Augsburg-Bezug, das Sparten- und Genre-übergreifend ist. Aber darum kann sich Schneiderbauer erst so richtig nach der Premiere von „Paradies fluten“ am Sonntag, 8. Oktober, um 18 Uhr auf der Brechtbühne kümmern.

Bei und mit dem Intendanten André Bücker hat Schneiderbauer schon in dessen Zeit am Anhaltischen Theater in Dessau zusammengearbeitet. Die neue Situation als feste Hausregisseurin findet sie hervorragend. „Das ist aus Regisseursperspektive ein Riesenvorteil“, sagt sie. Sie könne die Schauspieler nun viel besser kennenlernen, das Vertrauen zueinander könne dadurch anders wachsen, bei der zweiten gemeinsamen Arbeit fange man dann an einem anderen Punkt an. „Eine solche Ensemblepflege finde ich super“, sagt Schneiderbauer. Ihr sei es nun auch möglich, den Schauspielern über eine Spielzeit hinweg Feedback zu geben.

In der Theaterakademie August Everding in München hat sie das Handwerk gelernt

Schneiderbauer, die nördlich von München aufgewachsen ist, hat in der Landeshauptstadt an der Bayerischen Theaterakademie August Everding ihr Handwerk erlernt, damals noch zur Dramaturgin. Aber schon während des Studiums sei ihr immer deutlicher geworden, dass es sie viel stärker zur Regie hinzieht. „Der Körper und die Bewegung standen für mich immer schon im Vordergrund“, erzählt sie. Das war auch ein Grund, warum erst André Bücker und dann auch sie glaubte, dass sie die Richtige für diesen neuen, zeitgenössischen Theatertext „Paradies fluten“ sei.

Die Aufgabe, die ihr der Kleist-Förderpreisträger Thomas Köck mit seinem Manuskript stellt, ist enorm. Köck zielt in dem ersten Teil seiner Klima-Trilogie aufs Ganze, auf den Mensch inmitten von Kapitalismus und Globalisierung. Zwei Überlebende sprechen zu Beginn in einem verlassenen Paradies am Ende der Zeit über eine solare Katastrophe, dann geht es zwischendrin nahtlos in das späte 19. Jahrhundert und den brasilianischen Urwald, wo der Kautschukboom zu einer Katastrophe für die Menschen dort führt. „Es ist ein tolles Stück“, sagt Schneiderbauer, aber eben auch anspruchsvoll. Die großen Themen der Zeit würden verhandelt, das alles nicht in Form eines langen Essays, sondern gattungsübergreifend mal episch, mal lyrisch, mal dialogisch und durchaus mit einem Spannungsbogen.

Für ihre Inszenierung hat sie noch eine Vertikalseilartistin engagiert

Sie löst das in ihrer Inszenierung stark in Bewegung und in Bilder auf, die für sich sprechen sollen. Neben den vier Schauspielern des Ensembles hat Schneiderbauer als Gast auch noch eine Vertikalseilartistin engagiert. Die Schauspieler müssen unter das Seil und die Artistin Kaatie Akstinat wird Text sprechen.

Am Sonntag wartet in der Brechtbühne noch ein besonderer Gast: der Urheber des Stücks, den das Theater Augsburg zur Premiere eingeladen hat. Schneiderbauer ist schon gespannt, was Thomas Köck zur Inszenierung sagt.

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