Mittwoch, 28. September 2016

14. November 2013 14:58 Uhr

Gundremmingen

Ministerium zu Risikostudie: "Kraftwerk erfüllt alle Sicherheitsvorgaben"

Ist das Kernkraftwerk Gundremmingen ein Sicherheitsrisiko? "Ja" heißt es in einer neuen Experten-Studie, "Nein" betonen Betreiber und bayerisches Umweltministerium. Der Antrag auf Leistungserhöhung liegt derweil weiter beim Bund.

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Das bayerische Umweltministerium hat die Vorwürfe aus der jüngst veröffentlichten Risikostudie zurückgewiesen, wonach das Kernkraftwerk gravierende Sicherheitsmängel aufweist. „Die Sicherheit ist oberstes Gebot. Das Kernkraftwerk Gundremmingen erfüllt alle Vorgaben. Dies wurde zuletzt durch den EU-Stresstest bestätigt", teilte ein Sprecher des Umweltministeriums auf Nachfrage von AZ Online mit.

Ähnliches hatte zuletzt auch die Betreibergesellschaft des Kraftwerks verlauten lassen. Sie warf den Machern der Studie vor, die Bevölkerung mit Blick auf die beantragte Leistungserhöhung gezielt verunsichern zu wollen.

Kritik an TÜV und Umweltministerium

Wie berichtet, hatte der Autor der von Kraftwerksgegner in Auftrag gegebenen Studie - der ehemalige Leiter der Atomaufsicht im Umweltministerium Professor Wolfgang Renneberg-  erklärt, die Anlage in Gundremmingen weiche in zahlreichen Punkten von den Standards ab, die in Deutschland verbindlich sind.

Darüber hinaus hatte Renneberg die Prüfmaßstäbe des zuständigen TÜV Süd und des bayerischen Umweltministeriums scharf kritisiert. So seien die Auswirkungen der geplanten Leistungserhöhung auf betroffene Anlagenteile nicht nach dem nach heutigen Stand von Wissenschaft und Technik bewertet worden. Die erforderlichen Überprüfungen habe es in Gundremmingen nicht gegeben, so Renneberg.

Die Studie kommt daher zu dem Schluss, dass der Antrag nach Leistungserhöhung nach derzeitigem Stand nicht genehmigt werden kann.

Entscheidung über Leistungserhöhung lässt weiter auf sich warten

Bekanntlich möchten die Betreiber des Kernkraftwerks Gundremmingen die Leistung in den 30 Jahre alten Reaktoren um jeweils rund 160 Megawatt (thermisch) steigern. Eine Entscheidung der zuständigen Behörden in Berlin und München steht derzeit aber noch aus.

Wann die Prüfungen beim Bund abgeschlossen sein werden, ist laut bayerischem Umweltministerium aus derzeitiger Sicht nicht prognostizierbar. "Der im Atomgesetz geregelte Zeitpunkt für das Abschalten des Kernkraftwerks bleibt davon aber in jedem Fall unberührt", so ein Sprecher.

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Ein Artikel von
Stefan Drescher

Augsburger Allgemeine
Ressort: Online-Redaktion

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