Deutschland sucht schon seit 2002 mit DSDS und Dieter Bohlen den Superstar - immer wieder mit Top-Einschaltquoten. Doch jetzt haben ProSieben und Sat.1 mit "The Voice" nachgelegt.



RTL aufgepasst, die Konkurrenz ist aufgewacht. DSDS 2012 beginnt schon vor Sendestart am 7. Januar mit Rekorden: 35.401 Bewerber stellten sich dieses Jahr der Jury die dieses Jahr neben Dieter Bohlen mit Bruce Darnell und Cascada-Sängerin Natalie Horler besetzt ist. Die Einschaltquoten der Castingshow sind seit fast zehn Jahren außergewöhnlich gut. Doch jetzt haben ProSieben und Sat.1 ein neues Format auf die deutschen Bildschirme gebracht: "The Voice of Germany". Wird DSDS weiterhin der Castingshow-Platzhirsch bleiben? Oder laufen die Zuschauer zur Konkurrenz über?
«DSDS ist seit acht Staffeln ein Erfolg mit bis jetzt zwölf Millionen verkauften Tonträgern, 20 Gold- und zehn Platinauszeichnungen sowie Rekordeinschaltquoten», sagte Unterhaltungschef Tom Sänger. «Die letzte Staffel sahen durchschnittlich 6,38 Millionen Zuschauer, und der Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen betrug hervorragende 32,4 Prozent. Wir werden sehen, ob »The Voice» dieses erreicht und das auch auf so lange Zeit.» Das klingt schon ein wenig trotzig, wird eventuell doch um den Platz des Marktführers gebangt?



Wie sehr «The Voice of Germany» das gemütlich gewordene Gefüge durchbrochen hat, musste die andere RTL-Erfolgsshow mit Bohlen als Oberjuror, "Das Supertalent", kürzlich erleben. Denn der Casting-Novize «The Voice» setzte sich zum Start beim werberelevanten Publikum zwischen 14 und 49 Jahren am 24. November sogar mit 23,8 Prozent Marktanteil im direkten Vergleich gegen «Das Supertalent» (22,8 Prozent) durch. Und dabei hatte RTL extra sein Zugpferd auf jenen Donnerstag platziert, um «The Voice of Germany» den Start zu vermiesen. Geholt hat sich RTL dabei eine blutige Nase, von der sich «Das Supertalent» bis zum Finale nicht ganz erholte.
DSDS und "The Voice of Germany" (Finale am 10. Februar) werden sich zwar terminlich aus dem Weg gehen - die RTL-Show läuft samstags, Sat.1 zeigt die «Voice»-Live-Shows jeweils freitags -, aber die öffentliche Aufmerksamkeit teilen müssen, was zumindest für DSDS ungewohnt ist. Tom Sänger zelebriert aber Optimismus - was hat denn DSDS in der neunten Staffel zu bieten? «Auf jeden Fall die neue Jury, die extrem unterhaltsam und kompetent ist», sagt er. «Zudem bietet die Staffel tolle Stimmen, große Emotionen, gute Unterhaltung und einzigartige Persönlichkeiten. So unterschiedlich waren die Kandidaten noch nie, und letztlich machen diese jede Staffel auf ihre Weise einzigartig.»
Nicht ändern wird sich aller Voraussicht nach Sprücheklopfer Bohlen, von dem RTL schon vor dem Start der Castingfolgen einige Kostproben seiner kernig-kritischen Kandidatenbewertungen zum Besten gegeben hat: «Wir suchen einen Vulkanausbruch und keine Furzfontänen», sagt er den hoffnungsvollen Talenten. Dazu dann noch: «Du hast weniger Töne getroffen, als ein peruanischer Nackthund Haare am Arsch hat» oder auch «Du hörst dich an wie eine Qualle im Baldriantee, die um ihr Leben paddelt».
Vielleicht sind auch solche Aussagen der Grund, warum sich viele Zuschauer für «The Voice of Germany» interessieren. Und weitere Konkurrenz lauert schon: Am 12. Januar starten ARD und ProSieben das gemeinsame Eurovisions-Casting «Unser Star für Baku». mit dpa
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