Montag, 25. September 2017

13. Februar 2017 06:30 Uhr

Bundespräsidentenwahl

So erlebte Kandidat Alexander Hold die Wahl in Berlin

Ministerpräsident Horst Seehofer klopft dem Allgäuer Kandidaten lächelnd auf die Schulter. Wie Alexander Hold sein Ergebnis mit 25 Stimmen sieht und den Tag in Berlin erlebt hat. Von Claudia Benz und Ralf Lienert

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Ein wenig verloren wirkte er am Sonntagmittag schon im Plenarsaal im Berliner Reichstag. Denn unter dem Bundesadler, direkt neben dem Kabinettstisch, stand Alexander Hold sicher noch nie. Doch dann kam ein kurzer Anruf aus seiner Heimatstadt Kempten, ein aufmunternder Blick von der Tribüne, auf der Lebensgefährtin Pia Große-Vehne saß - und der Mann, der am Sonntag für die Freien Wähler ins Rennen um das höchste Amt im Staat ging, wurde gelöster.

Als dann drei Stunden später das Wahlergebnis verkündet wurde, Hold bekam 25 von 1239 gültigen Stimmen, war er einer der Ersten, der dem neuen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier gratulierte. Und als der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer ihm nach der Wahl fürs Mitmachen dankte, war Hold sichtlich erfreut.

Partystimmung herrschte am Vorabend der Bundespräsidentenwahl in einem Berliner Restaurant, wo sich etwa 200 Freie Wähler aus ganz Deutschland trafen, um ihren Kandidaten zu unterstützen. Die elf Wahlfrauen und Wahlmänner der Freien Wähler musste ihr Bundesvorsitzender Hubert Aiwanger zwar nicht darauf einschwören, wen sie wählen sollten. Doch nochmals auf eine Kundgebung auf dem Alexanderplatz aufmerksam machen, bei der 228 von 238 Teilnehmern für die Direktwahl des Bundespräsidenten plädierten, wollte der Landtagspolitiker dann schon.

Für Hold war es ein bewegender Tag

Und natürlich wollten alle dem Alexander Hold auf die Schulter klopfen – und mit ihm anstoßen auf einen großen Tag. Ein Tag, der auch für eine Frau wichtig war, die ihren Mann, wie sie sagt, bei dieser Kandidatur unterstützt: für Holds Lebenspartnerin. Weil er etwas mache, wohinter er stehe. Weil er sich selbst treu bleibe und weil er von dieser Sache überzeugt sei – deshalb findet die gebürtige Rheinländerin, die seit vier Jahren mit Hold liiert ist, diese wenn auch aussichtslose Kandidatur gut. Und ließ ihren Alex von der Besuchertribüne nicht aus den Augen. An diesem großen Tag.

Denn dass es ein großer, ein „hoch interessanter Tag“ war, betonte Hold immer wieder. Auch ein bewegender Tag. Ein Tag, der mit einem ökumenischen Gottesdienst begann, an dem neben dem amtierenden Bundespräsidenten Joachim Gauck und seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt viele prominente Politiker teilnahmen. Danach ging es nochmals Schlag auf Schlag mit Interviews. Dazu, warum er kandidiere. Darüber, dass er viel gelernt habe in Deutschland über die Menschen. Darüber, dass es gelungen sei, die Politik der Freien Wähler näher zu bringen.

Ein Foto hier, ein Schnappschuss da

Eine Bühne, die der Fernsehrichter Hold auch an diesem Wahltag noch einmal auskostete. Auch wenn ihm die Bühne Plenarsaal noch ein wenig fremd schien. Und das, obwohl viele Promis aus Funk und Fernsehen mit unter den Delegierten saßen. Manch eine(r), wie die Komikerin Caroline Kebekus, kennen „natürlich den Fernsehrichter Hold“. Ein Foto hier, ein Schnappschuss da – mit Bundestrainer Joachim „Jogi“ Löw zum Beispiel oder mit Travestiekünstlerin Olivia Jones – auch das machte diesen Tag in Berlin für den Allgäuer so besonders. Als er dann dem neuen Staatsoberhaupt Kraft, Glück und Mut wünschte, dankte Steinmeier herzlich und meinte, das werde er auch brauchen.

Eine Begegnung der anderen Art mit einem Politiker einer anderen Partei wird dem Allgäuer dennoch wohl am meisten in Erinnerung bleiben. Die mit dem bayerischen Ministerpräsidenten, der Hold noch vor wenigen Tagen, als Seehofer Steinmeier im Landtag empfing, kaum eines Blickes würdigte. Am Sonntag klopfte der CSU-Chef dem Freie-Wähler-Mann lächelnd auf die Schulter und meinte: „Danke fürs Mitmachen“. Zurück blieb ein staunender Alexander Hold. Ein Politiker, der künftig den Freien Wählern erneut zur Verfügung stehen will – bei der Bundestagswahl.

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