Samstag, 16. Dezember 2017

11:54 Uhr

Katalonien-News-Blog

Umfragen: Knappe Mehrheit für Unabhängigkeit Kataloniens

Die Unabhängigkeitsbefürworter in Katalonien sind in den letzten Umfragen vor der Abstimmung in der knappen Mehrheit. Alle Katalonien-News im Blog.

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In Katalonien gingen im Rahmen des Wahlkampfs vor der Abstimmung auch Zehntausende für die Einheit Spaniens auf die Straße (Archivbild).
Foto: Santi Palacios, dpa (Archivbild)
  • Bei einem verbotenen Referendum Anfang Oktober stimmten 90 Prozent der Teilnehmer für eine Unabhängigkeit Kataloniens. Allerdings nahmen nur 43 Prozent der Wahlberechtigten teil.
     
  • Die Regionalregierung wurde inzwischen abgesetzt. Regionalpräsident Carles Puigdemont wird unter anderem Rebellion und Auflehnung gegen die Staatsgewalt vorgeworfen.
     
  • Katalonien steht nun unter Zwangsverwaltung aus Madrid. Für den 21. Dezember sind Neuwahlen angesetzt.

Katalonien-Konflikt: News im Blog

15. Dezember: Umfragen: Unabhängigkeitsbefürworter in Katalonien knapp vorn

Im politisch gespaltenen Katalonien hat der Endspurt zu den Regionalwahlen am kommenden Donnerstag begonnen. In den letzten Umfragen vor der Abstimmung wird den Unabhängigkeitsbefürwortern eine knappe Mehrheit vorausgesagt. Demnach liegen die Befürworter einer katalanischen Abspaltung bei 63 bis 69 Parlamentssitzen, die Unterstützer der Einheit würden auf 56 bis 63 Sitze kommen. Um ihre absolute Mehrheit zu verteidigen, müssten sich die Unabhängigkeitsbefürworter mindestens 68 Mandate sichern. Andernfalls dürfte sich die Regierungsbildung angesichts der gegensätzlichen politischen Ziele langwierig und kompliziert gestalten.  

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Die linksgerichtete Partei ERC, die Koalitionspartner in der kürzlich entmachteten Regionalregierung von Carles Puigdemont war, liefert sich laut den am Freitag veröffentlichten Umfragen ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der liberalen Bürgerpartei Ciudadanos, die für die Einheit Spaniens eintritt. Puigdemonts Liste dürfte den Umfragen zufolge maximal 30 Sitze gewinnen.

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Umfrageinstitut Civey zusammen. Was es mit den Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

14. Dezember: Anwalt: Verfahren zur Auslieferung Puigdemonts nach Spanien eingestellt

Das Verfahren der belgischen Justiz zur Auslieferung des abgesetzten katalanischen Regionalpräsidenten Carles Puigdemont und vier weiterer katalanischer Politiker nach Spanien ist nach Angaben seines Anwalts eingestellt worden. Der mit dem Verfahren befasste Richter habe dieses als "gegenstandslos" eingestuft, sagte Puigdemonts Anwalt Paul Bekaert am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP.

Am 5. Dezember hatte die spanische Justiz die von ihr angestrengten europäischen Haftbefehle gegen die fünf Politiker im Exil überraschend zurückgezogen. Die Haftbefehle auf spanischer Ebene blieben aber bestehen. Der spanische Richter hatte vor allem juristische Gründe für die Entscheidung genannt. Ein Auslieferungsverfahren gegen die Katalanen in Belgien könnte die weitere Strafverfolgung in Spanien erschweren, hieß es.

13. Dezember: Hosenträger in Farben der Nationalflagge: Spanier zu Tode geprügelt

Ein Spanier ist der Stadt Saragossa von militanten Aktivisten zu Tode geprügelt worden, weil er Hosenträger in den Farben der spanischen Nationalflagge trug. Der Vorfall habe sich bereits am Freitag ereignet, am Dienstag sei der 55-Jährige - der seit dem Angriff im Koma lag - an seinen schweren Hirnverletzungen gestorben, berichteten spanische Medien. Die Regierung in Madrid verurteilte die Tat am Mittwoch scharf. 

Die vier Täter, die offenbar einer radikalen antifaschistischen Gruppierung angehörten, hätten den Mann wegen seiner Hosenträger als "Faschisten" beschimpft, ihn verfolgt und mit einer Eisenstange niedergeschlagen, berichtete die Zeitung Heraldo de Aragón

"Wie die ganz überwiegende Mehrheit der Spanier möchte ich in einem Land leben, in dem niemand attackiert wird, weil er eine Flagge trägt oder auf die eine oder andere Weise denkt", sagte Innenminister Juan Ignacio Zoido. "Null Toleranz für gewaltsamen Radikalismus, egal wo er herkommt."

Die Polizei habe einen Verdächtigen festgenommen, berichtete die Zeitung weiter. Der 33-Jährige habe bereits fünf Jahre im Gefängnis gesessen, weil er 2006 bei Zusammenstößen zwischen Hausbesetzern und der Polizei einen Beamten so schwer verletzt hatte, dass dieser seither gelähmt ist, hieß es.

Seit dem Unabhängigkeitsreferendum in Katalonien im Oktober zeigen Spanier in vielen Landesteilen Flagge. Neben Kleidungsstücken in den Nationalfarben hängen auch aus vielen Fenstern spanische Fahnen. 

12. Dezember: Spanisches Gericht beschlagnahmt Privathaus von Kataloniens Ex-Präsidenten

Kurz vor der Regionalwahl in Katalonien geht Spaniens Justiz mit Härte gegen Unabhängigkeitsbefürworter vor. Ein Richter ordnete am Dienstag die Beschlagnahmung des Privathauses des früheren Regionalpräsidenten Artur Mas an. Auch die privaten Besitztümer ehemaliger Mitarbeiter von Mas wurden beschlagnahmt. Das Gericht begründete dies mit einem Urteil vom September, das Mas und acht Ex-Mitarbeiter zur Zahlung von rund fünf Millionen Euro verpflichtete.

Damit sollten die katalanischen Regionalpolitiker für die Kosten eines Unabhängigkeitsreferendums aufkommen, das sie 2014 in Regierungsverantwortung organisiert hatten und das von der spanischen Zentralregierung als illegal eingestuft wurde. Weil Mas und seine Mitverurteilten nur 2,9 Millionen Euro aufbringen konnten, ordnete das Gericht nun die Beschlagnahmungen an.

11. Dezember: Katalonien-Krise zieht Kreise in der Kunstwelt

Die Krise um die Unabhängigkeitsbestrebungen der spanischen Region Katalonien hat nun konkrete Auswirkungen auf die Kunstwelt: 44 Kunstschätze, die bis jetzt im Diözesanmuseum der katalanischen Stadt Lleida zu sehen waren, müssen an Aragonien zurückgegeben werden. Unter heftigen Protesten von Demonstranten waren Experten am Montag stundenlang damit beschäftigt, die fragilen Exponate zu verpacken.

In Begleitung von Polizisten seien die Techniker bereits um vier Uhr morgens angerückt, um mit ihrer Arbeit zu beginnen, berichteten spanische Medien. Am Mittag wurden erste Exponate aus dem Museum getragen und in Kleinlaster verladen. Der entmachtete katalanische Ex-Präsident Carles Puigdemont, der sich nach Brüssel abgesetzt hat, kritisierte auf Twitter, die Zentralregierung habe "im Schutze der Nacht" damit begonnen, "Katalonien ungestraft zu plündern". Er sprach von einem "Staatsstreich". 

Jahrzehntelang hatten die nordostspanische Region und das angrenzende Aragonien um die Kunstschätze gestritten. Die Stücke waren während des Spanischen Bürgerkriegs aus dem königlichen Kloster Santa María de Sigena in Aragonien entfernt und nach Katalonien gebracht worden. Jetzt entschied ein Gericht, dass die Werke zurückgegeben werden müssen.

Die Zentralregierung in Madrid hatte Ende Oktober nach einem Unabhängigkeitsbeschluss des katalanischen Parlaments die Regionalregierung entmachtet und die Kontrolle in der Region übernommen. Nun ist der spanische Kulturminister Íñigo Méndez de Vigo für die Museen zuständig - und der ordnete nach dem Gerichtsurteil an, die Rückgabe umgehend einzuleiten. Die Regionalregierung hatte hingegen jahrelang mit allen juristischen Mitteln versucht, dies zu verhindern.

Vor dem Museum versuchten am Montag mehrere hundert Demonstranten, den Abtransport zu verhindern. Auf Transparenten war zu lesen: "Die Museen dürfen nicht angerührt werden." Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz. Die Situation war zeitweise angespannt. Konkret geht es um drei hölzerne Sarkophage aus dem 15. Jahrhundert, Teile eines Alabaster-Altars sowie Gemälde aus dem 18. Jahrhundert. Aragonien hatte immer wieder die Herausgabe der Stücke gefordert, jedoch hatten die Behörden in Katalonien stets argumentiert, die Werke seien zu zerbrechlich, um einen Transport zu überstehen. "Ich bin sehr traurig, wir fühlen uns wehrlos", sagte die Ex-Direktorin des Museums, Montse Maci".

7. Dezember: 45.000 Menschen demonstrieren in Brüssel für Katalonien

Zehntausende haben in Brüssel für die Unabhängigkeit Kataloniens und mehr Unterstützung durch die EU demonstriert. Die Polizei schätzte die Menge auf 45.000 Menschen. Unter dem Motto "Wach auf Europa" zogen sie am Donnerstag durch das Europa-Viertel in der belgischen Hauptstadt. In Sprechchören forderten sie unter anderem die Freilassung ehemaliger katalanischer Minister. Nach Angaben der Polizei verlief die Demonstration friedlich.  

Auf vielen Spruchbändern forderten die Menschen Solidarität mit Katalonien. "Die EU soll uns helfen, denn wir sind europäische Bürger", sagte etwa Pere Lheal, der aus der Nähe von Barcelona nach Brüssel gekommen war. "Wir wollen frei sein", ergänzte ein junger Mann, der mit seiner gesamten Familie angereist war.

6. Dezember: Kataloniens Ex-Regionalpräsident Puigdemont will vorerst in Belgien bleiben

Der abgesetzte katalanische Regionalpräsident Carles Puigdemont will vorerst in Brüssel bleiben, nachdem Spaniens Justiz den europäischen Haftbefehl gegen ihn zurückgezogen hat. Unter bestimmten Bedingungen würde er möglicherweise nach der in zwei Wochen stattfindenden Regionalwahl in Katalonien dorthin zurückkehren, sagte Puigdemont. Er hielt Spaniens Oberstem Gericht vor, den europäischen Haftbefehl aus Angst vor internationaler Kritik zurückgezogen zu haben.

Puigdemont und vier seiner Minister, die mit ihm geflohen waren, schließen die Rückkehr in ihre Heimat nicht aus, hieß es auf der Pressekonferenz. Damit sie zurückkommen, müsse ihre Partei die Wahlen am 21. Dezember gewinnen. Außerdem müsse die Zentralregierung versprechen, dass sie das Wahlergebnis respektiert.

5. Dezember: Spaniens Oberstes Gericht zieht europäischen Haftbefehl für Puigdemont zurück

Das Oberste Gericht Spaniens hat die europäischen Haftbefehle gegen den abgesetzten katalanischen Regionalpräsidenten Carles Puigdemont und vier seiner Minister zurückgezogen. Richter Pablo Llarena verwies am Dienstag zur Begründung seiner Entscheidung auf eine Ankündigung der Katalanen, zu den Regionalwahlen am 21. Dezember aus dem ausländischen Exil nach Spanien zurückkehren zu wollen. Die nationalen Haftbefehle auf spanischer Ebene sollten aber bestehen bleiben.

Puigdemont und seine Kabinettskollegen waren nach dem Unabhängigkeitsreferendum nach Belgien geflohen, um einer Festnahme in Spanien zu entgehen. Spaniens Justiz betrachtet das Referendum als Verfassungsbruch. Auf Grundlage des europäischen Haftbefehls hätte die belgische Justiz entscheiden müssen, ob sie die katalanischen Politiker an Spanien ausliefert.

4. Dezember: Puigdemont vor Gericht - Entscheidung am 14. Dezember

Über die Auslieferung des ehemaligen katalanischen Regierungspräsidenten Carles Puigdemont von Belgien an Spanien soll am 14. Dezember eine erste Entscheidung fallen. Dies kündigte das zuständige Untersuchungsgericht in Brüssel am Montag an, wie belgische Medien berichteten.

Puigdemont war am Morgen mit vier weiteren ehemaligen Ministern des katalanischen Kabinetts vor dem Gericht erschienen. Die spanische Justiz hat europäische Haftbefehle gegen die fünf separatistischen Politiker erlassen, die sich im Oktober nach Belgien abgesetzt hatten.  Das belgische Untersuchungsgericht in Brüssel hatte Mitte November bereits die Staatsanwaltschaft gehört, nun kam die Verteidigung zu Wort.

Ihnen werden im Zusammenhang mit der Unabhängigkeitserklärung Kataloniens unter anderem Rebellion, Aufruhr und Veruntreuung öffentlicher Mittel vorgeworfen. Es drohen langjährige Haftstrafen. Die Beschuldigten sind in Belgien unter Auflagen auf freiem Fuß.

Am Montag will zudem das Oberste Gericht in Madrid über eine mögliche Freilassung der in Untersuchungshaft sitzenden Ex-Minister der Regionalregierung entscheiden. Dazu gehört auch der ehemalige Vizeregierungschef Oriol Junqueras. Die acht Politiker waren am Freitag vernommen worden.

Katalanischer Ex-Vizeregierungschef bleibt in U-Haft

Der frühere Vizeregierungschef der separatistischen Regionalregierung Kataloniens, Oriol Junqueras, bleibt in Untersuchungshaft. Das Oberste Gericht in Madrid lehnte am Montag einen Antrag des Politikers auf Freilassung ab. Auch Ex-Innenminister Joaquim Forn und die Anführer der einflussreichen katalanischen Gruppierungen Katalanische Nationalversammlung (ANC) und Òmnium Cultural, Jordi Sánchez und Jordi Cuixart, müssten weiter im Gefängnis bleiben, berichtete das spanische Fernsehen unter Berufung auf Gerichtsunterlagen.

Sechs der insgesamt acht festgenommenen Ex-Minister der abgesetzten Regierung dürfen hingegen auf Kaution auf freien Fuß, wie Richter Pablo Llarena entschied. Die Politiker waren vor einem Monat festgenommen worden und hatten in der vergangenen Woche um ihre Freilassung gebeten, um sich am Wahlkampf für die Neuwahlen in Katalonien am 21. Dezember beteiligen zu können. Junqueras und seinen Mitstreitern werden Rebellion, Aufruhr und Veruntreuung öffentlicher Mittel vorgeworfen.

 

Spaniens Justiz entscheidet über Haftentlassung katalanischer Politiker

Spaniens Oberstes Gericht entscheidet am heutigen Montag darüber, ob zehn führende Vertreter der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung in Untersuchungshaft bleiben oder auf freien Fuß kommen. Es handelt sich um acht Mitglieder der von Madrid entmachteten Regionalregierung und zwei führende Vertreter der katalanischen Zivilgesellschaft. Die spanische Justiz wirft ihnen Rebellion, Aufwiegelung und Veruntreuung öffentlicher Gelder vor. Darauf stehen bis zu 30 Jahre Gefängnis.

Die Festnahmen hatten massive Proteste in Katalonien ausgelöst. Der abgesetzte Regionalpräsident Carles Puigdemont forderte von seinem Exil in Brüssel aus die Freilassung der zehn. Die Inhaftierten hoffen auf Entlassung, um vor der von Madrid für den 21. Dezember angesetzten Wahl zum Regionalparlament in Barcelona am Wahlkampf teilnehmen zu können. Die katalanische Regierung hatte unter Missachtung eines Verbots aus Madrid Anfang Oktober ein Unabhängigkeitsreferendum abgehalten und später die Unabhängigkeit ausgerufen.

1. Dezember: Katalanische Ex-Minister im Verhör - Freilassung am Montag?

Die in Untersuchungshaft genommenen Ex-Minister der abgesetzten separatistischen Regionalregierung Kataloniens werden frühestens am kommenden Montag aus dem Gefängnis entlassen. Nach einer entsprechenden Anhörung der acht Politiker vor dem Obersten Gericht in Madrid entschied Richter Pablo Llarena am Freitag, erst nach dem Wochenende seine Entscheidung bekanntzugeben, wie Justizquellen der Deutschen Presse-Agentur bestätigten. Die seit Anfang November in U-Haft sitzenden Ex-Regierungsmitglieder, darunter der frühere Vizeregierungschef Oriol Junqueras, hatten vor wenigen Tagen um ihre Freilassung gebeten.

In einem Schreiben an Llarena begründeten sie ihr Gesuch damit, dass sie sich am Wahlkampf für die am 21. Dezember angesetzte Neuwahl in Katalonien beteiligen wollen. Die Wahlkampagnen starten offiziell am Dienstag. Die meisten der Festgenommenen wollen sich erneut zur Wahl stellen. Junqueras ist wieder der Spitzenkandidat der linksnationalistischen Partei Esquerra Republicana de Catalunya (ERC).

Die Katalanen waren wenige Tage nach dem Unabhängigkeitsbeschluss des Regionalparlaments in Barcelona festgenommen worden. Ihnen werden Rebellion, Aufruhr und Veruntreuung öffentlicher Gelder vorgeworfen. Es drohen langjährige Haftstrafen.

Madrids Statthalter in Katalonien sieht Unabhängigkeitsprozess gescheitert

Für den Vertreter der spanischen Zentralregierung in Katalonien, Enric Millo, ist der katalanische Unabhängigkeitsprozess am Ende angelangt. "Diese Geschichte von dem Unabhängigkeitsreferendum und dem Prozess ist zu Ende, Punkt", sagte der 57-jährige Politiker der Nachrichtenagentur AFP. Millo gehört seit 2003 der rechtskonservativen Volkspartei (PP) des spanischen Regierungschefs Mariano Rajoy an. Zwischen 1995 und 2016 war er Abgeordneter des katalanischen Parlaments.

Millo zufolge konnte das Ganze  "zweifellos nur auf eine Art enden: große Enttäuschung und großes Scheitern". Die Unabhängigkeitsbewegung wolle dieses Scheitern nicht einsehen und suche nach Formeln und Auswegen, um es zu verschleiern.

In jüngster Zeit erklärten einige führende Unabhängigkeitsbefürworter, dass sie außerstande und nicht bereit seien, eine eigene Republik zu gründen - auch mangels der dafür erforderlichen sozialen Basis.

"Es geht nicht darum, dass sie nicht bereit waren, es geht darum, dass sie jahrelang gelogen haben", sagte Millo, der seit November 2016 als Madrids Statthalter in Katalonien amtiert und früher Mitglied des konservativen katalanischen Parteienbündnisses Convergencia i Unio (CiU) war.

Millo äußerte sich wenige Wochen vor der Parlamentswahl in Katalonien. Rajoy hat den Urnengang für den 21. Dezember angesetzt, kurz nachdem das Parlament in Barcelona Ende Oktober einseitig die Unabhängigkeit und die "Katalanische Republik" ausgerufen hatte. Madrid übernahm daraufhin die direkte Kontrolle über die halbautonome Region Katalonien, setzte den Regionalpräsidenten Carles Puigdemont und dessen Regierung ab und ließ zahlreiche Kabinettsmitglieder unter anderem wegen Rebellion inhaftieren.

Für Millo wird mit der Dezemberwahl eine "neue Etappe" eröffnet. Die neue katalanische Regierung werde - wie auch immer  ihre politische Zusammensetzung sein werde - das Gesetz beachten. Der "notwendige und positive Dialog" zwischen der Regierung in Barcelona und derjenigen in Madrid sei möglich. Dieser könne zu Verbesserungen bei der Finanzierung der Region und zu größeren Investitionen für die Infrastruktur Kataloniens führen.

Eine Wiederwahl Puigdemonts an die Spitze der Exekutive wäre für Millo allerdings eine "schlechte Nachricht". Puigdemont habe bereits gezeigt, dass er "nicht zum Dialog bereit" sei. Das einzige, was er wolle, seien der Bruch mit Spanien und der "Bruch des Gesetzes".

29. November: Kataloniens Ex-Vizechef bittet um Entlassung aus Untersuchungshaft

Der frühere katalanische Vizeregierungschef Oriol Junqueras und andere in Untersuchungshaft sitzende Ex-Minister der Region haben die spanische Justiz am Dienstag um ihre Freilassung ersucht. Ein entsprechendes Schreiben sei dem mit den Ermittlungen befassten Richter Pablo Llarena übermittelt worden, sagten Quellen von Junqueras' Partei Esquerra Republicana de Catalunya (ERC) der Deutschen Presse-Agentur.

Die Politiker begründeten ihre Bitte damit, dass sie die Entscheidung der Zentralregierung in Madrid, Katalonien unter Zwangsverwaltung zu stellen, nun doch anerkennen würden. Zudem wollten sich Junqueras und seine Mitstreiter am Wahlkampf für die Neuwahl in Katalonien am 21. Dezember beteiligen. An diesem müssten sie "gleichberechtigt zu den anderen Kandidaten" teilnehmen können, hieß es. Junqueras will bei der Abstimmung erneut als Spitzenkandidat der linksnationalistischen ERC antreten.

27. November: Abgesetzter katalanischer Regionalpräsident Puigdemont startet Wahlkampf

Der abgesetzte katalanische Regionalpräsident Carles Puigdemont hat von seinem Exil in Belgien aus den Wahlkampf für die Regionalwahl in Katalonien am 21. Dezember gestartet. Ziel sei es, das Streben nach Unabhängigkeit durch die Wahl festzuschreiben, sagte Puigdemont am Samstag, als er in seinem Hotel in Oostkamp, einem Ort in der Nähe von Brügge, seine Kandidatenliste vorstellte. Kritik äußerte er an seinen ehemaligen katalanischen Regierungspartnern.

Beim Referendum über die Unabhängigkeit am 1. Oktober "haben wir Katalanen gezeigt, dass wir ein eigenständiger Staat werden können und wollen", sagte Puigdemont im Beisein zahlreicher Anhänger und vor ausgebreiteten katalanischen und europäischen Flaggen. Am 21. Dezember müsse dies bestätigt werden. Die Liste beinhaltet Kandidaten der konservativen Katalanischen Europäischen Demokratischen Partei (PDeCAT) sowie unabhängige Kandidaten.

25. November: Puigdemont will Neuwahl in Katalonien als Votum über Rajoy sehen

Die Neuwahl in Spaniens Region Katalonien soll nach dem Willen des entmachteten Regionalpräsidenten Carles Puigdemont eine Abstimmung über das Eingreifen der Zentralregierung in Madrid werden. Die Katalanen sollten am 21. Dezember das Vorgehen der Regierung von Mariano Rajoy, mit der der Prozess der Abspaltung blockiert wurde, "billigen oder nicht", sagte Puigdemont am Samstag auf einer Pressekonferenz in Oostkamp bei Brügge. 

Der Verfechter einer Unabhängigkeit Kataloniens hatte sich nach seiner Entmachtung Ende Oktober nach Belgien geflüchtet, um in Spanien einer Festnahme zu entgehen. Gegen den 54-Jährigen sowie vier seiner früheren und ebenfalls nach Belgien geflohenen Minister liegen ein europäischer Haftbefehl und ein Auslieferungsgesuch Spaniens vor.

Die Justiz in Belgien prüft weiterhin eine Überstellung. Die spanische Justiz erhob gegen Puigdemont, dessen Ex-Minister sowie die Spitze des aufgelösten Parlaments Anklage unter anderem wegen Rebellion und Auflehnung gegen die Staatsgewalt.

24. November: Puigdemonts Partei für Gespräche mit Madrid über Unabhängigkeit Kataloniens

Die Partei des abgesetzten katalanischen Regionalpräsidenten Carles Puigdemont bevorzugt Medienberichten zufolge nun Gespräche mit Madrid über eine Unabhängigkeit der spanischen Region. Dies gehe aus dem Programmentwurf der Katalanischen Europäischen Demokratischen Partei (PDeCAT) für die Wahl in Katalonien hervor, berichteten spanische Medien am Donnerstag. Auch Puigdemonts ehemaliger Koalitionspartner, die Bewegung Republikanische Linke Kataloniens (ERC), wolle auf die bislang geforderte einseitige Abspaltung von Spanien verzichten. Der Wahlkampf beginnt am 5. Dezember.

Puigdemont wollte bei der Wahl am 21. Dezember mit einer einheitlichen Liste von Unabhängigkeitsbefürwortern antreten, die ERC lehnte dies aber ab. Meinungsumfragen zufolge könnten die Anhänger der Unabhängigkeit ihre bisherige absolute Mehrheit im katalanischen Parlament verlieren. AZ, dpa, afp

Hier lesen Sie Teil 1 des Newsblogs.

 

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