Donnerstag, 21. September 2017

Augsburger Panther

28. Mai 2016 07:55 Uhr

Augsburger Panther

Der neue AEV-Torhüter ist nicht bei allen willkommen

Der neue AEV-Torhüter Jonathan Boutin wird im Internet angefeindet. Panther-Chef Lothar Sigl ist schockiert.

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Der Eishockey-Torwart Jonathan Boutin organisiert gerade seinen endgültigen Umzug von Freiburg nach Augsburg. Der Frankokanadier ist seit zwei Jahren mit seiner Frau aus Weißwasser verheiratet und bekam deshalb in dieser Woche seinen deutschen Pass. Das machte ihn interessant für die Augsburger Panther in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). „Von der ersten Liga habe ich in den vergangenen sechs Jahren geträumt“, erzählt der 31-Jährige, der als Mitglied der Lausitzer Füchse dreimal zum besten Torhüter der zweiten Liga gewählt wurde und auch in Nordamerika (gedraftet vom NHL-Klub Tamba Bay, Titelgewinn in der ECHL) erfolgreich war.

Die Vorfreude von Trainer Mike Stewart („Wir glauben, dass er von seiner Art des Torwartspiels sehr gut in die DEL passt“) teilen nicht alle Panther–Sympathisanten. Nach anonymen Attacken im Internet gegen ihn und seine Familie nahm Boutin auf Anraten von Panther-Hauptgesellschafter Lothar Sigl seine Facebook-Seite vom Netz. „Ich konzentriere mich jetzt ganz auf meine Saisonvorbereitung“, sagt er.

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Lothar Sigl ist nicht so gelassen. „Es ist unterste Schublade, wie mit einem Spieler umgesprungen wird, der noch keine Sekunde für uns auf dem Eis war“, reagiert der Panther-Chef schockiert auf die Angriffe in den „asozialen Netzwerken“ und kündigt Maßnahmen an, wenn sich die Namen von Hetz-Autoren ermitteln lassen.

Augsburger Panther mit Etat von rund 4,8 Millionen Euro

Mit der Torwartposition hatten die Augsburger in den vergangenen beiden Jahren Pech. Denn nicht einmal ein Weltmeister (Chris Mason) und ein NHL-Goalie (Jeff Deslauriers) konnten die Erwartungen erfüllen und das Team in die Play-offs bringen. Deshalb hofften einige Fans auf eine andere Lösung als Boutin. „Bei uns entscheidet eine Gruppe solche Personalien. Wir sind der Meinung, dass Boutin für unser Budget die beste Lösung ist“, sagt Lothar Sigl. Die neun Ausländerlizenzen können auf Abwehr und Angriff verteilt werden.

Mit ihrem Etat von rund 4,8 Millionen Euro gehören die Panther zu den kleinen Organisationen in der DEL. Die Hamburg Freezers planten stets mit einer doppelt so hohen Summe, entschlossen sich aber vergangene Woche überraschend zum DEL-Ausstieg. „Das hat in der Liga wie ein Blitz eingeschlagen“, gibt Lothar Sigl zu, weil die Freezers in den vergangenen Wochen munter Spieler verpflichtet hatten. „Das ist gnadenlos, aber wer kennt schon die Strategien eines Weltkonzerns.“ Die Anschutz Entertainment Group (AEG) als Besitzer will sich auf die Berliner Eisbären konzentrieren.

Die Freezers-Spieler können sich neue Arbeitgeber suchen, für Augsburg kommen sie aus finanziellen Gründen nicht infrage. Die Panther wurden erneut in der zweiten Liga fündig. Gestern gaben sie die Verpflichtung des Deutschamerikaners Gabe Guentzel bekannt, der aus Bremerhaven das Prädikat „Bester Verteidiger der DEL2“ mitbringt.

23 Tore, 50 Vorlagen ist Guentzels hervorragende Bilanz. „Er hat aber nicht nur offensiv seine Stärken, sondern spielt auch in der eigenen Zone gut“, ist Trainer Stewart überzeugt, der bis 2015 selbst Trainer an der Nordsee war. Den Panther fehlen nur noch drei Profis – ein Abwehrspieler und zwei Stürmer.

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