Donnerstag, 25. Mai 2017

25. Juni 2015 13:21 Uhr

FC Augsburg

Bier im Stadion: Beim FCA kein Problem

Die Fußball-Anhänger des FCA haben es bei Heimspielen gut, wenn sie Biertrinker sind. Denn in der SGL-Arena wird, außer im Gästebereich, Vollbier ausgeschenkt. Doch wie lange noch?

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In der Augsburger SGL-Arena bekommen die Fußball-Fans Vollbier eingeschenkt. Außer im Gästeblock. Dort gibt es nur alkoholfreien Gerstensaft.
Foto: Hildenbrand, dpa

Heute diskutieren die deutschen Innenminister bei ihrer Konferenz (IMK), die seit Mittwoch in Mainz stattfindet, unter anderem über eine Ausweitung des Alkoholverbotes und die Reduzierung der Gästekarten-Kontingente bei Hochrisikospielen. Im Vorfeld hatte der IMK-Vorsitzende, der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz, gesagt: „Wenn es weniger Gästekarten gäbe, könnten mehr Pufferzonen in den Sitzblöcken eingerichtet werden. Das wäre ein gutes Mittel gegen Gewalt – genauso wie ein umfassendes Alkoholverbot bei Risikospielen auch im Umfeld des Stadions.“

Konkret geht es darum, dass Bier und andere Alkoholika nicht nur in Kneipen und Kiosken, sondern auch im öffentlichen Personennahverkehr rund um das Stadion verboten werden könnten.

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„Die Praktiker im Feld wissen, dass das nicht effektiv ist, wahrscheinlich sogar kontraproduktiv“, sagt Michael Gabriel, Leiter der Koordinationsstelle Fanprojekte (KOS) in Frankfurt gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. „Die, die an Gewalt interessiert sind, trinken in der Regel eh nicht. Die, die trinken wollen, machen das einfach exzessiv vorher. Und die Riesenmehrheit, die einfach nur ein Bierchen beim Fußball trinken will, fühlt sich gegängelt.“

Alkoholgenuss in Stadien grundsätzlich verboten

Die Sachlage ist klar geregelt. In den Bundesliga-Stadien ist der Alkoholgenuss laut Lizenzierungsordnung der Deutschen Fußball Liga (DFL) im Stadionbereich eigentlich untersagt. Allerdings ist der Verkauf von Bier mit nicht mehr als fünf Prozent Alkoholgehalt mit „Einwilligung der örtlich zuständigen Sicherheitsorgane“ und „je nach örtlichen Gegebenheiten“ gestattet. Wenn Verein, Ordnungsamt und Polizei sich einig sind, darf auch Vollbier ausgeschenkt werden.

In Augsburg hat man mit der bisherigen Vorgehensweise (Vollbier für FCA-Fans, Alkoholfreies für Gäste-Anhänger) gute Erfahrungen gemacht.

Außerhalb des Stadions hat man auf dem Brachland vor der SGL-Arena sowieso keine Probleme. Dort gibt weder Getränke-Verkaufsstände, Kioske noch Kneipen. Auch die Fantrennung funktioniert reibungslos. Die auswärtigen Fans, die mit dem Bus anreisen, werden direkt hinter den Gästeblock gelotst.

Großes Gefahrenpotenzial in Dortmund

Anders sieht dies zum Beispiel außerhalb des Stadiongeländes in Dortmund aus. Dort müssen Gästefans einen Kilometer weit an vielen Getränkebuden vorbei mitten durch die Dortmunder Anhänger laufen, um zum Gästeblock zu gelangen. Was dort für ein Gefahrenpotenzial liegt, kann man sich leicht vorstellen.

Gut möglich, dass die Innenminister mit ihren Vorschlägen diese Vereine enger an die Leine nehmen wollen. Auch in der Münchner Allianz-Arena funktioniert die Fan-Trennung nur mit großem Aufwand. Dort müssen Spezialkräfte der Polizei die Gäste-Ultras über die Esplanaden zum abgetrennten Gästebereich eskortieren.

„Mit großer Sensibilität“ beobachten die Fans nach Angaben Gabriels auch die Debatte um die Tickets bei Auswärtsspielen. Bislang bekommt der Gastklub zehn Prozent der Karten. In Augsburg sind das rund 3 000. Im Stehplatzbereich haben 2280 Gästefans Platz, zudem stehen 700 Sitzplätze zur Verfügung. Nur selten werden alle Karten von den Gastvereinen abgenommen.

Darum gibt es auch bei eigentlich ausverkauften Spielen in diesem Bereich Lücken. Bei Partien gegen Gegner wie Hoffenheim, Leverkusen oder Wolfsburg, die kein Gefahrenpotenzial bergen, hat der FCA nach Absprache mit den Behörden die Möglichkeit, auch im Gästebereich Sitzplatzkarten an FCA-Fans zu verkaufen.

Die Innenminister diskutieren heute unter anderem auch darüber, ob die Zehn-Prozent-Regel bei Hochrisikospielen auf fünf oder gar null Prozent reduziert werden soll. In Augsburg könnte man beiden Verschärfungen, sollten sie überhaupt kommen, gelassen entgegensehen. In der vierjährigen Bundesliga-Geschichte gab es bisher noch kein einziges Hochsicherheits-Spiel in der SGL-Arena.

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Ein Artikel von
Robert Götz

Augsburger Allgemeine
Ressort: Sport


FCA-Trainer
Ist Manuel Baum der Richtige?


Das ist der FC Augsburg

Der FC Augsburg geht aus einer Fusion zwischen dem BC Augsburg und des TSV Schwaben Augsburg im Jahr 1969 hervor. Anfangs spielte der FCA in der Bayernliga. 1973 stieg der FCA in die zweitklassige Regionalliga auf.

 

Es folgten die "goldenen Jahre" des FC Augsburg. Mit dem ehemaligen Weltstar Helmut Haller etablierte man sich in der Regionalliga und spielte kurzzeitig um den Aufstieg in die Erste Bundesliga mit. 1979 stieg man allerdings wieder in die Bayernliga ab. Bis 1983 folgten Ab- und Aufstiege, ehe man über Jahrzehnte hinweg in der Bayern Liga (später Regionalliga) verschwand.

 

Erst nach dem Einstieg des einstigen Unternehmers Walther Seinsch im Jahr 2000 ging es beim FC Augsburg wieder bergauf. 2006 stieg die Mannschaft in die Bundesliga auf, 2011 folgte der erstmalige Aufstieg in die Erste Bundesliga. In der Bundesligasaison 2014/15 erreichten die Augsburger sensationell den fünften Platz und qualifizierten sich so erstmals für die Europa League.

 

Vorstandsvorsitzender des FC Augsburg ist Klaus Hoffmann. Die Mannschaft wird trainiert von Manuel Baum. Geschäftsführer sind Peter Bircks und Stefan Reuter. Der FCA trägt seine Heimspiele in der  30.660 Personen fassenden WWK-Arena aus.

Die Torschützenkönige der Bundesliga