Samstag, 16. Dezember 2017

07. Dezember 2017 11:45 Uhr

FC Augsburg

Gehälter beim FC Augsburg: So viel sollen Trainer und Spieler verdienen

Ist Manuel Baum eigentlich Millionär? Die Bild-Zeitung hat eine Gehaltsliste veröffentlicht. Demnach erhalten nur zwei Bundesligatrainer weniger Geld als der FCA-Coach.

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Seit einem Jahr ist Manuel Baum Cheftrainer beim Fußball-Bundesligisten FC Augsburg.
Foto: Ulrich Wagner

Profifußball ist ein Millionengeschäft, diese Erkenntnis ist nicht neu. So verdienen selbst durchschnittliche Fußballer in Deutschland teils mehr als Spitzenpolitiker und Manager. Die Kicker sind Teil einer riesigen Unterhaltungsbranche, in der Klubs und deren ausgegliederte Profiabteilungen Umsätze im dreistelligen Millionenbereich verbuchen. Während in anderen Berufsgruppen Gehälter teils leicht einsehbar sind, handeln die Fußballer ihre ganz eigenen Tarife aus. Über Geld sprechen Profis, Spielerberater und Klub-Verantwortliche nicht - weder wenn es um die Höhe einer Ablösesumme geht, noch wenn es um den Lohn des Ball tretenden Personals geht.

Die Enthüllungen von Football Leaks sorgten für Transparenz. Sie zeigten, welch irrwitzige Summen an Stars gezahlt werden. Auf die Spitze getrieben wird dies durch den Brasilianer Neymar, der nicht nur für unwirkliche 222 Millionen Euro von Barcelona zu Paris St. Germain wechselte, sondern der obendrein rund drei Millionen Euro verdienen soll - im Monat. Mit diversen Boni kann sich sein Jahreseinkommen auf knapp 60 Millionen Euro belaufen.

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Bundesligatrainer verdienen in der Relation bescheiden

Trainer hingegen verdienen in der Relation verhältnismäßig bescheiden. Manch einer mag das als ungerecht empfingen. Die Coaches beschäftigen sich rund um die Uhr mit ihrer Mannschaft, tragen für sportlichen Erfolg die volle Verantwortung, sind die Ersten, die nach Niederlagenserien in die Kritik geraten und als schwächstes Glied der Kette ausgetauscht werden. Gegenargument: Letztlich schießen und verhindern Tore nunmal die Profis auf dem Rasen.

Die Bild-Zeitung hat jüngst eine Liste veröffentlicht, die den Gehaltsunterschied zwischen Trainer und Spieler deutlich machen soll. Das liest sich spannend, wobei das Meinungsblatt Wert darauf legt, dass es sich um Schätzungen handelt. Wirklich belegen lassen sich die Zahlen also nicht. Jupp Heynckes hat von einem "Freundschaftsdienst" gesprochen, als er für den geschassten Carlo Ancelotti beim FC Bayern als Trainer einsprang. Den Bayern-Bossen ist dies dennoch ein nettes Sümmchen wert, eine Million Euro soll Heynckes im Monat dafür erhalten. Zum Vergleich: Die Bayern-Stars Franck Ribéry und Robert Lewandowski sollen rund 16 Millionen Euro pro Jahr kassieren.

Im Ranking spiegeln sich die finanziellen Gegebenheiten der Liga wieder, hinter den Bayern reiht sich Dortmund ein. Dort soll der stark in die Kritik geratene Trainer Peter Bosz 3,5 Millionen Euro verdienen, die Top-Verdiener unter den Spielern sind Marco Reus und Mario Götze (jeweils 10 Millionen).

FCA-Trainer Baum soll 750.000 Euro im Jahr verdienen

Die Verantwortlichen des FC Augsburg gelten in der Branche gemeinhin als gute Geschäftsmänner, jüngst verkündeten sie auf der Jahreshauptversammlung einen Umsatz von knapp 95 Millionen Euro und einen Gewinn von knapp acht Millionen Euro. Über ein Drittel der Ausgaben decken den Personalaufwand ab, darunter fallen jene Gehälter für Spieler und Trainerteam. FCA-Cheftrainer Manuel Baum ist entsprechend der Schätzungen der Bild-Zeitung kein Millionär (750.000 Euro pro Jahr), das Jahresgehalt von Kapitän Daniel Baier und Augsburgs Top-Torschützen Alfred Finnbogason wird jeweils auf zwei Millionen Euro geschätzt. Kein Profi soll in Augsburg mehr Gehalt bekommen als die beiden.

In der Bundesliga soll es lediglich einen Klub geben, in dem der Trainer gleichviel Gehalt bekommt wie der Bestverdiener unter den Spielern. Beim SC Freiburg sollen sowohl Trainer Christian Streich als auch Angreifer Nils Petersen den identischen Betrag überwiesen bekommen - jeweils 800.000 Euro.

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Ein Artikel von
Johannes Graf

Augsburger Allgemeine
Ressort: Sport


FCA-Trainer
Ist Manuel Baum der Richtige?


Das ist der FC Augsburg

Der FC Augsburg geht aus einer Fusion zwischen dem BC Augsburg und des TSV Schwaben Augsburg im Jahr 1969 hervor. Anfangs spielte der FCA in der Bayernliga. 1973 stieg der FCA in die zweitklassige Regionalliga auf.

 

Es folgten die "goldenen Jahre" des FC Augsburg. Mit dem ehemaligen Weltstar Helmut Haller etablierte man sich in der Regionalliga und spielte kurzzeitig um den Aufstieg in die Erste Bundesliga mit. 1979 stieg man allerdings wieder in die Bayernliga ab. Bis 1983 folgten Ab- und Aufstiege, ehe man über Jahrzehnte hinweg in der Bayern Liga (später Regionalliga) verschwand.

 

Erst nach dem Einstieg des einstigen Unternehmers Walther Seinsch im Jahr 2000 ging es beim FC Augsburg wieder bergauf. 2006 stieg die Mannschaft in die Bundesliga auf, 2011 folgte der erstmalige Aufstieg in die Erste Bundesliga. In der Bundesligasaison 2014/15 erreichten die Augsburger sensationell den fünften Platz und qualifizierten sich so erstmals für die Europa League.

 

Vorstandsvorsitzender des FC Augsburg ist Klaus Hoffmann. Die Mannschaft wird trainiert von Manuel Baum. Geschäftsführer sind Peter Bircks und Stefan Reuter. Der FCA trägt seine Heimspiele in der  30.660 Personen fassenden WWK-Arena aus.

Der Spielplan des FC Augsburg 2017/16

Die Torschützenkönige der Bundesliga