Montag, 23. Oktober 2017

29. Mai 2017 14:05 Uhr

Diabetes

Essen: Schon eine fettreiche Mahlzeit soll Diabetes Typ 2 fördern

Millionen Menschen sind in Deutschland an Diabetes erkrankt. Deutsche Forscher fanden nun heraus, inwiefern fettreiches Essen die Entwicklung von Diabetes Typ 2 fördert.

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In Deutschland leiden rund 6,7 Millionen Menschen an Diabetes.
Foto: Jens Kalaene/dpa

Diabetes ist in Deutschland ein ernstzunehmendes Problem. Laut der Deutschen Diabetes Gesellschaft haben circa 6,7 Millionen Menschen in Deutschland Diabetes. Am Diabetes Kongress 2017 trafen sich vergangene Woche Tausende Ärzte, um über die Krankheit und ihren wissenschaftlichen Stand zu diskutieren.

Darunter stellte das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung e.V. (DZD) mit Sitz in Düsseldorf eine Studie vor, die mit dem Helmholtz Zentrum München durchgeführt wurde. Die Ergebnisse enthalten neue Erkenntnisse zur Früherkennung von Diabetes mellitus.

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Diabetes-Studie: Menschen und Mäuse wurden gleichzeitig untersucht

Von den an Diabetes erkrankten Menschen in Deutschland leiden über 95 Prozent an Diabetes Typ 2, auch Diabetes mellitus genannt, mit steigender Tendenz. Daher sind die Ergebnisse der parallel an Mäusen und Menschen durchgeführte Hochfettdiät-Studie besonders wichtig: Bereits eine fettreiche Mahlzeit soll negative Stoffwechselveränderungen hervorrufen, sodass die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes gefördert wird.

Um bei Tier und Mensch gleichzeitig Untersuchungen durchführen zu können, wurden die Aufgabenbereiche aufgeteilt: "Die Düsseldorfer Forscher untersuchten die Wirkung einer Hochfettdiät beim Menschen. Am Helmholtz Zentrum München wurden die Untersuchungen parallel im Mausmodell durchgeführt", erläutert Professor Dr. Dr. h.c. Martin Hrabe de Angelis, Vorstand des DZD und Direktor des Instituts für Experimentelle Genetik am Helmholtz Zentrum München.

Fettreiches Essen soll Diabetes fördern

In Düsseldorf wurden gesunde, schlanke Männer als Studienteilnehmer ausgewählt. Nach dem Zufallsprinzip bekamen manche ein aromatisiertes Palmöl-Getränk und andere ein Glas mit klarem Wasser als Kontrollexperiment zu trinken. Wie die Pressemitteilung der Deutschen Diabetes Gesellschaft erklärt, konnte die Menge an gesättigtem Fett im Palmöl-Getränk mit zwei Cheeseburger mit Speck und einer großen Portion Pommes Frites oder auch mit zwei Salami-Pizzen verglichen werden. Auch die Mäuse sollten das Palmöl aufnehmen: Bei ihnen wurde sogar nachgewiesen, dass sich durch das Palmöl die Expression von Genen verändere, die entzündliche und schützende Stoffwechselwege regulieren.

Professor Hrabe de Angelis erklärte dazu: "Dabei zeigte sich sowohl bei den Menschen als auch an den Mäusen, dass diese einzige fettreiche Mahlzeit ausreicht, um die Insulinwirkung zu vermindern, das heißt eine Insulinresistenz hervorzurufen und den Fettgehalt der Leber zu erhöhen". Inwiefern das mit der Diabetes-Erkrankung Typ 2 zusammenhängt? "Zudem veränderte sich der Energiehaushalt der Leber. Diese Stoffwechselveränderungen gleichen jenen, wie sie bei Menschen mit Typ-2-Diabetes oder nichtalkoholischer Fettlebererkrankung (NAFLD) beobachtet werden", meinte der Wissenschaftler.

Somit konnte die Studie also nachweisen, dass fettreiches Essen nicht nur den Stoffwechsel negativ beeinflusst, sondern sich zudem positiv auf die Entwicklung von Diabetes Typ 2 auswirkt. Auf dieser Basis könnte in Zukunft gezielt Diabetes mellitus bekämpft werden. rlb

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