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Augsburg
25.05.2020

Leerstände: Wie die Stadt die Karolinenstraße umgestalten will

Die Karolinenstraße (hier der Blick aus Richtung Rathausplatz in Richtung Dom) soll mittelfristig breitere Gehwege bekommen.
Foto: Silvio Wyszengrad

Plus Die Einkaufsstraße, die mit immer mehr Leerständen zu kämpfen hat, soll breitere Gehsteige bekommen. Dafür fielen Parkplätze für Autos und Reisebusse weg.

Die Stadt will mittelfristig die Karolinenstraße nach dem Vorbild der Maximilianstraße oder des Hohen Wegs umbauen und mit breiteren Gehwegen ausstatten. Wie berichtet hat die Straße zwischen Perlach und Mages-Kreuzung mit immer mehr Leerständen von Geschäften zu kämpfen – zuletzt hat der Drogeriemarkt Müller die Schließung seiner dortigen Filiale angekündigt. Bei der Stadt laufen schon seit Längerem Planungen für einen Vorentwurf. Im Stadtrat am Donnerstag wird Baureferent Gerd Merkle (CSU) einen Zwischenstand geben – und sich ein Lagebild abholen, ob die Stadträte einen Wegfall von Parkplätzen und eine Verlagerung der Reisebus-Kurzzeitparkplätze mittragen.

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Die Diskussion ist geschlossen.

26.05.2020

Eine aktuell nicht finanzierbare bauliche Umgestaltung ist der angenehmste Weg nichts zu tun ;-)

Vorschlag für ein preiswertes Vorgehen:

1. Entfernung aller Straßenschilder um die nutzbare Fläche der Fußwege zu optimieren.
2. Markierung von Abstellplätzen für Fahrräder und E-2-Räder - keine Zweitaktflächen!
3. Markierung von Radwegen zu Verhinderung von Parkvorgängen
4. Anlieferung bis 11.00

Dann hat man im Grunde die Lösung die man haben will und kann sehen, ob der Handel wieder aufblüht.

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25.05.2020

Irgendwo muss man das ganze doch logisch nachvollziehen. Warum schließt eine Drogerie im Zentrum? Weil es in jedem Stadtteil irgendwo eine Drogerie gibt, und sich niemand die Mühe macht, dafür extra in die Straßenbahn einzusteigen. Mit der Möglichkeit, im Internet einzukaufen gibt es (für mich persönlich) eigentlich fast nichts mehr, wofür sich ein Besuch der Augsburger Innenstadt lohnen würde, leider!
Das Konzept mit dem Einkaufen im Zentrum und Wohnen am Rand funktioniert nur in Kleinstädten mit kurzen Wegen. Großstädte werden irgendwann einmal polyzentrisch, was ja auch durchaus sinnvoll ist, wenn sich keine trostlosen Schlafstädte entwickeln sollen.
Die Mühe, den Umsatz von Einkaufsstraßen mit breiten Gehwegen und schmalen Fahrbahnen zu steigern (wahrscheinlich dann auch noch wegen dem Platzmangel fahrradfeindlich), wird vergebens sein. Langfristig müssen die Geschäfte an den Bedarf der Bewohner der Innenstadt, die zum Einkaufen nicht anreisen müssen, angepasst sein. Dann wird in der Innenstadt eben nur mehr noch die Freizeit konsumiert, wie es auch in der Maximilianstraße sehr gut funktioniert.
Meine Meinung ist, dass es keinen Sinn macht, mit aufwändigen Maßnahmen gegen einen Trend ankämpfen zu wollen, anstatt die Chancen zu nutzen, die er bietet. Das Sterben der Geschäfte in der Innenstadt gabe es bereits auch vor Corona.

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25.05.2020

Nur mit einer attraktiven Innenstadt/Fußgängerzone bekommen sie die Leute dahin. Dann braucht es auch die entsprechenden, qualitativen Geschäfte, welche eine Bummel lohnen und zum einkaufen animieren. Ihr Einwand, dass dies nur in Kleinstäden funktioniert, ist falsch und genau andersherum. Gehen sie nach München, Stuttgart, Nürnberg, Düsseldorf, Köln, usw. Dort sind die Innestädte voll und die Geschäfte machen Umsatz. Gerade in den kleineren Städten (bis 100.000 Einw.) verlagert sich das aus den Zentren in die Einkaufscenter am Rand und die Innenstadt stirbt aus.

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25.05.2020

Die Kaufinger Straße in München ist nur wegen der S- Bahn Stammstrecke so beliebt. Für viele Menschen in den ganzen Schlafdörfern mit Gleisanschluss ist es die einzige richtige Einkaufsmeile, bequem erreichbar, weil die verrückten Mieten keinen pivaten PKW zulassen. Rings um diese Zone gibt es fast nichts zum Einkaufen, sondern nur Büros und Wohnungen. Aber auch die Kaufinger Straße wird immer langweiliger, weil die großen Ketten die interessanten Geschäfte vertreiben und man genau so gut im Gewerbepark einkaufen gehen könnte.

Augsburg ist wegen seines historischen Ambientes reizvoll, den Vorteil, dass alle Regionalzüge unterirdisch in der Annastraße halten, hat es aber leider nicht. Hauptbahnhof und Königsplatz liegen dezentral, eigentlich sollten sich alle Trambahnlinien unterirdisch am Rathausplatz treffen, aber das wurde versäumt, als noch Geld da war. Das Einzugsgebiet Augsburgs ist eben nicht sehr groß und deshalb besteht auch kein Bedarf, den Bestand an Ladenfläche künstlich hoch zu halten.

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25.05.2020

Gerade jetzt sollte man solche Überlegungen und Umgestaltungen zügig und kurzfristig in Angriff nehmen. Wenn's nur an der Finanzierung liegt, wird daraus für lange Zeit nichts (siehe Fuggerstraße). Hier gehts einmal um die Attraktivität der Innenstadt, Belebung der Geschäfte und nicht zuletzt um die Umwelt. Das sollte Vorrang vor den meisten andern Projekten haben (ausgenommen die Schulen). Je länger man plant, diskutiert und überlegt, umso teurer und viel später (Jahre) wird die Umsetzung stattfinden.

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