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Distanzunterricht
22.04.2021

Baldiges Aus für "MS Teams": Schüler lernen künftig mit neuer Software

Ab Ende April steht für bayerische Schulen ein neues Programm für Distanzunterricht bereit.
Foto: Jonas Güttler, dpa

Das bayerische Kultusministerium stellt das Programm Visavid ab Ende April bereit. Nach den Sommerferien soll es Programme wie Microsoft Teams ersetzen.

Bayerische Schüler und Lehrer nutzen nach den Sommerferien eine neue Software für Videokonferenzen. "Visavid" heißt das Programm, es kommt vom bislang eher unbekannten Unternehmen Auctores mit Sitz in Neumarkt in der Oberpfalz und soll Anwendungen wie Microsoft Teams beerben.

Dass es im September mit dem Distanzunterricht ganz vorbei ist, damit rechnet man im Kultusministerium offenbar nicht: "Ab dem Schuljahr 2021/22 werden Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte für den digitalen Unterricht das Videokonferenztool "Visavid" nutzen", heißt es vom Kultusministerium zur Einführung der Software. Der Microsoft-Teams-Vertrag werde verlängert, er läuft aber zum Ende des Schuljahres aus.

Distanzunterricht in Bayern: Visavid soll Microsoft Teams ersetzen

"Visavid ist ein benutzerfreundliches, maßgeschneidertes und datenschutzkonformes Videokonferenztool für unsere Schulen", sagte Kultusminister Michael Piazolo laut der Mitteilung. Nun hätten alle Schulen, auch Grundschulen, ein Programm, das ohne Installation funktioniere.

 

Visavid soll Programme wie das besonders umstrittene Microsoft Teams beerben. Microsoft-Produkte stehen bei Datenschützern regelmäßig in der Kritik, in erste Linie, weil Produkte der Firma teilweise Daten auf Servern in den USA verarbeiten. Dort gelten meist wesentlich laxere Datenschutz-Vorschriften als in der EU. Nun stehe Schulen "eine mehrmonatige Übergangszeit zur Verfügung, in der sie sich auf ihre künftige Videokonferenzlösung einstellen können", betonte Piazolo. Daneben kommen in bayerischen Schulen weitere Programme wie Mebis zum Einsatz, das mehrmals mit landesweiten Abstürzen in die Schlagzeilen geraten war und sogar Ministerpräsident Markus Söder (CSU) auf den Plan rief.

Neue Video-Software für den Unterricht: Bayerische Firma erhält Zuschlag

Das bayerische Kultusministerium hatte den Auftrag im November EU-weit ausgeschrieben. Zehn Firmen bewarben sich. Am Ende erhielt die bayerische Firma den Zuschlag. "Neben der Videokonferenz-Funktion im sicheren virtuellen Meetingraum erlaubt Visavid während der Sitzung Live-Chat, Datei-Austausch und Screen-Sharing zur Präsentation von Materialien und Ergebnissen", heißt es vom Anbieter Auctores. Eine Whiteboard-Funktion ermögliche gemeinsames Arbeiten in einem Dokument. Die Daten würden ausschließlich auf europäischen Servern verarbeitet. Die Teilnahme an Konferenz sei über den Browser möglich, Schüler ohne entsprechendes Endgerät könnten sich zusätzlich mit dem Telefon einwählen.

BLLV-Präsidentin will digitale Hilfsmittel auch künftig stärker einbinden

Simone Fleischmann, Präsidentin des Bayerischen Lehrer-und Lehrerinnenverbands (BLLV), begrüßt die Einführung von Visavid - und äußert die Hoffnung, dass es den Bedürfnissen der Schulen laufend angepasst wird. "Es ist gut, dass mit Visavid ein Programm zur Verfügung steht, das europäische Server nutzt und damit hohen Datenschutz garantiert", sagte sie unserer Redaktion.

Ihr Verband habe auf eine Allround-Lösung gehofft. "Es erleichtert den Schulalltag ungemein, wenn nicht mehrere Programme gleichzeitig eingesetzt werden müssen." Unklar sei noch, inwieweit Visavid mit Mebis verbunden werden könne - in der Kombination könne es womöglich zu dem erhofften Allrounder werden. Erfreulich sei, dass Visavid ersten Reaktionen zufolge bedienungsfreundlich sei. Das sei gerade für den Einsatz in Grundschulen essenziell. Software wie Visavid sei unabhängig von Corona wichtig und könne zum Beispiel dazu genutzt, gemeinsam die Hausaufgaben zu erledigen - auch unter normalen Umständen. "Es ist wichtig, dass wir die vielen Erfahrungen mit digitalen Hilfsmitteln auch künftig einsetzen", betonte sie.

 

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23.04.2021

Da müssen erst mal die Grundvoraussetzungen geschaffen werden. Schnelles Internet für alle, nicht nur im Neubaugebiet.

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23.04.2021

Na dann wollen wir hoffen, dass nicht wieder eine untaugliche Frickelsoftware für teuer Geld eingekauft wurde, um ein bewährtes Programm zu ersetzen. Mebis und die Erweiterungen sind ja schon ein Krampf, gefühlt aus 1970.

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