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Russischer Impfstoff
06.07.2021

Grüne spotten über Söders Pläne für den Impfstoff Sputnik

Der russische Impfstoff "Sputnik V" soll laut der bayerischen Regierung in Illertissen produziert werden. Allerdings ist das wohl noch in weiter Ferne.
Foto: Robert Michael, dpa (Symbolbild)

Der russische Impfstoff "Sputnik V" soll laut der bayerischen Regierung in Illertissen produziert werden. Allerdings ist das wohl noch in weiter Ferne.

Dass der russische Impfstoff „Sputnik V“ in Bayern bald verfügbar sein und möglicherweise sogar im schwäbischen Illertissen produziert werden könnte, ist nach Auffassung der Grünen im Landtag nicht zu erwarten. „Außer einer aufgeblasenen PR-Aktion bleibt von Sputnik V für Bayern nichts übrig“, sagt ihr europapolitischer Sprecher, Florian Siekmann.

Er stützt sich dabei auf eine Antwort von Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) auf eine Anfrage der Grünen. Auch Katharina Schulze, die Fraktionschefin der Grünen im Landtag, spottet: „Sputnik V für Bayern – mal wieder ein typischer Söder: Groß angekündigt und nichts dahinter. Für eine schnelle Überschrift hat Markus Söder sich über die nationalen Beschaffungswege hinweggesetzt und jetzt kommt raus: Seine Regierung weiß nicht mal wann und woher der Impfstoff kommen soll.“

Beschaffung des russischen Impfstoffs Sputnik V ist abhängig von dessen Zulassung

Tatsächlich geht aus der Antwort des Ministeriums hervor, dass es bisher nur eine Absichtserklärung („Letter of Intent“) über den Ankauf des Impfstoffs mit den russischen Partnern gibt. Die Beschaffung des Impfstoffs sei abhängig von dessen Zulassung durch die Europäische Kommission. Diese Zulassung liegt noch nicht vor. Auch ein konkreter Zeitpunkt für einen Produktionsstart in Illertissen könne derzeit nicht genannt werden. Dafür seien neben arzneimittelrechtlichen Genehmigung auch noch bauliche Maßnahmen erforderlich.

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Dennoch weist Gesundheitsminister Holetschek die Kritik der Grünen zurück. Von einem Scheitern des Projekts kann seinen Worten zufolge keine Rede sein. Mittlerweile, so Holetschek auf Anfrage unserer Redaktion, gebe es nicht nur den „Letter of Intent“, sondern es seien auch schon Vertragsentwürfe ausgetauscht worden. Die Verhandlungen würden fortgesetzt. „Wir begleiten das nach wie vor“, sagt der Minister. Es hänge aber momentan alles an der Frage, ob und wann die europäische Arzneimittelbehörde den Impfstoff zulässt. An der Idee, mittelfristig wieder Impfstoff in Bayern zu produzieren, hält Holetschek ausdrücklich fest: „Ich finde das spannend für die Zukunft. Das muss man auch perspektivisch sehen.“

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06.07.2021


Ich sehe es genauso, wie Peter Z. zumal wir in Deutschland immer mehr von der Impfkommission zugelassenen Impfstoff bekommen. Ich würde mich auch nicht für Sputnik entscheiden! Aber wir sollten uns wirklich für eine Impfung entscheiden, denn immer noch besser als an der Delta zu erkranken. Man sollte der Wissenschaft schon etwas mehr Vertrauen schenken. Wir in Deutschland hätten die Changs und sollten die Termine wahr nehmen die man anstrebte. Hat man sich doch offensichtlich für Impfen entschieden. Es gibt so viele Menschen die gerne eine Impfung hätten, aber leider immer noch warten müssen, weil wir leider es mit Menschen zu tun haben, die ein Unsolidarisches Verhalten an den Tag legen, spiegelt einige in unserer Gesellschafft wieder und zum Leidwesen der Menschen die dringend geimpft werden wollen. Ich finde so ein Verhalten Unseriös. Im Januar wollte man der erste sein der die Impfung wollte, siehe die Drängler und Heute? Kaum zu glauben, aber leider war. Was würden sich arme Länder freuen wenn sie einen Impfstoff bekommen könnten und das sehr schnell!!!

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06.07.2021

Düfte durchaus schwierig werden bei einem Impfstoff der nicht einmal das Vertrauen der russischen Bevölkerung geniest, obschon es ein dort entwickelter ist.
Ob nun zugelassen und sehr gut oder nicht, solches Verhalten erzeugt nicht unbedingt Vertrauen, was aber die Voraussetzung wäre für eine Annahme innerhalb der hiesigen Bevölkerung.
Man erinnere sich wie das mit AstraZeneka gelaufen ist und immer noch läuft.
Eigene Impfstoffproduktionsstätten perspektivisch aufzubauen steht natürlich auf einem ganz anderen Blatt.

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