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ÖPNV-Streik in Bayern (21.3.2026): Diese Städte sind betroffen

Warnstreik

ÖPNV-Streik geht weiter: Wo es am Sonntag noch zu Einschränkungen bei Bus und Straßenbahn kommt

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    Auch Augsburg ist vom Streik im ÖPNV am Donnerstag, 19. März, erneut betroffen.
    Auch Augsburg ist vom Streik im ÖPNV am Donnerstag, 19. März, erneut betroffen. Foto: Marcus Merk

    Die Beschäftigten im kommunalen Nahverkehr in Bayern sind wieder zum Streik aufgerufen. Bevor die Tarifverhandlungen zwischen Verdi und dem Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) am Montag, 23. März, in die vierte Runde gehen, hat die Gewerkschaft noch einmal in mehreren Bundesländern einen Warnstreik organisiert. Auch in Bayern sind mehrere Städte betroffen. Der Fokus lag dabei auf Donnerstag, 19. März – da blieben beispielsweise in Augsburg alle Straßenbahnen und Busse im Depot. Doch auch am Wochenende geht der Streik mancherorts weiter, Fahrgäste im ÖPNV mussten sich also auf weitere Beeinträchtigungen einstellen. Ein Überblick:

    ÖPNV-Streik in Bayern: In einzelnen Städten wird bis Sonntag gestreikt

    Passau trifft der Streik besonders hart. Hier wird drei Tage lang gestreikt. Laut den Stadtwerken Passau sollen am Donnerstag, Freitag und Samstag ein Großteil der Fahrten ausfallen und es soll zu erheblichen Einschränkungen im Linienverkehr kommen. Da ein Teil der Fahrten von privaten Unternehmen durchgeführt wird, sollen aber nicht alle Linienfahrten ausfallen. Erst ab Sonntagfrüh werde alles wieder normal fahren, sagte ein Gewerkschaftssprecher.

    In Bayreuth dauert der Streik am längsten. Dort wurde ebenfalls am Donnerstag gestreikt, nur Busse der Partnerunternehmen der Stadtwerke Bayreuth waren im Einsatz. Die Stadtwerke teilten im Vorfeld mit, dass so auf vielen Linien ein Grundangebot aufrechterhalten werden solle. Welche Fahrten stattfinden sollen, könnten Fahrgäste im Streikfahrplan nachlesen. Am Freitag wurde nach kurzer Pause weitergestreikt: Ab 14 Uhr legten die Beschäftigten erneut die Arbeit nieder. Die Pause sollte helfen, Pendlerinnen und Schüler weniger zu belasten. Der Streik dauert in Bayreuth aber bis Sonntag, 14 Uhr.

    ÖPNV-Streik in Bayern: So war der Streik in Augsburg

    Nachdem das dritte Treffen der beiden Parteien in den laufenden Tarifverhandlungen keine Fortschritte gebracht hatte, hatte Verdi die Beschäftigten in Bayern erneut zur Arbeitsniederlegung aufgerufen. „Wir sehen keinerlei Bewegung der Arbeitgeber“, wird Sinan Öztürk, stellvertretender Landesbezirksleiter Verdi Bayern, in einer Mitteilung der Gewerkschaft zitiert.

    In Augsburg fuhren am Donnerstag fast keine Busse und Straßenbahnen. Am Freitag ging der Streik zwar weiter, doch es wurden ausschließlich die Werkstätten bestreikt, um die Auswirkungen für Fahrgäste zu beschränken, so Verdi. „Es geht uns darum, mit den Streikmaßnahmen die Arbeitgeber zu treffen und nicht die Bürgerinnen und Bürger, auch wenn die Belastungen durch Warnstreiks natürlich real sind und sich nicht ganz vermeiden lassen“, so Michael Meier, zuständiger Gewerkschaftssekretär in Augsburg. Den Stadtwerken zufolge konnte es am Freitag wegen des Streiks in den Werkstätten zu einzelnen Ausfällen kommen.

    MVG-Streik: In München kam es schon am Dienstag zu Einschränkungen

    In der bayerischen Landeshauptstadt München wurde laut der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) schon ab Dienstag, 17. März, gestreikt. Dort habe Verdi die Mitarbeitenden der Leitstelle und im Fahrgastservice ganztägig zum Warnstreik aufgerufen. Dieser Streik sei laut der MVG zunächst ohne Auswirkungen geblieben. Bei U-Bahn, Bus und Tram gab es keine Ausfälle.

    Alle Tarifbeschäftigten der MVG und der Stadtwerke München (SWM) im Ressort Mobilität wurden dann am Mittwoch, 18. März, ab 11 Uhr und Donnerstag, 19. März, ganztags dazu aufgerufen, die Arbeit niederzulegen. In München waren von den Streiks die U-Bahn, die Trambahn und alle Buslinien bis zur Nummer 199 betroffen. Die S-Bahn, die Regionalzüge und die MVV-Regionalbuslinien wurden nicht bestreikt.

    Am Donnerstag teilte die MVG mit, dass es wieder erhebliche Einschränkungen bei U-Bahnen und Trambahnen gebe, der Takt der Busse sei ausgedünnt. Eine Grundversorgung könne bei den Bussen im Stadtgebiet aber ermöglicht werden. Die Straßenbahnlinie 20 sei im 10-Minuten-Takt, die Linie 25 im 20-Minuten-Takt in Betrieb. U-Bahnen könnten zwischen Sendlinger Tor und Münchner Freiheit genutzt werden.

    Der Streik in München hat früher begonnen, ist nun aber vorbei: Er endete mit dem Betriebsschluss in der Nacht auf Freitag.

    Champions-League-Spiel Bayern gegen Bergamo ist auch vom ÖPNV-Streik betroffen

    Von den Streiks waren auch Fußballfans betroffen. Am Mittwochabend fand das Champions-League-Spiel in der Allianz Arena zwischen dem FC Bayern und Atalanta Bergamo statt. Die MVG hatte einen Notfahrplan eingerichtet.

    Am 11. Februar hatte Verdi schon einmal während eines Fußballspiels (damals das Match FC Bayern gegen RB Leipzig) gestreikt. Zwischenzeitlich stand eine Absage des DFB-Pokal-Spiels im Raum, letztendlich gab es einen Sonderbetrieb.

    Streik in mehreren Bundesländern: Nicht nur ÖPNV in Bayern betroffen

    Auch im Saarland, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Hamburg blieben am Donnerstag Busse und Bahnen ganztägig in den Depots, wie Verdi mitteilte. In NRW kam es bereits am Dienstag zusätzlich zu Donnerstag in den meisten Regionen zu Warnstreiks im ÖPNV. Dazu hatte die Gewerkschaft bereits in der vergangenen Woche aufgerufen. In Sachsen wurde der Nahverkehr bereits am Montag bestreikt.

    „Wir haben in den Ländern teils sehr unterschiedliche Verhandlungsstände“, wird die Verdi-Vizevorsitzende Christine Behle in einer Mitteilung der Gewerkschaft zitiert. „Wir rufen daher nur dort zu Streiks auf, wo es jetzt wirklich Druck braucht.“ 

    In Hessen können Pendler aufatmen: Die Gefahr weiterer Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr ist vorerst abgewendet. In der Nacht auf Dienstag haben sich die Tarifpartner auf einen Kompromiss geeinigt, berichtet die Gewerkschaft Verdi. Nun sollen die Mitglieder der Gewerkschaft befragt werden, ob ihnen das Ergebnis ausreicht. Details will Verdi im Laufe des Mittwochs präsentieren.

    In der Bundeshauptstadt Berlin wurde der Flughafen BER bestreikt. Die Betreiber stellten deshalb den Passagierflugbetrieb am Mittwoch vollständig ein. Betroffen seien 445 Abflüge und Landungen mit rund 57.000 Passagieren gewesen, teilte die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg mit. Auch Flüge am Münchner Franz-Josef-Strauß-Flughafen wurden abgesagt.

    Worum geht es beim ÖPNV-Streik? Das fordert Verdi

    Hintergrund des Warnstreiks ist der laufende Tarifkonflikt. Am kommenden Montag, 23. März, steht der nächste Verhandlungstermin mit dem Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) an. Bei den bisherigen drei Gesprächen gab es keine Einigung. Die Gewerkschaft Verdi fordert für die etwa 9.000 Beschäftigten in mehr als 20 Unternehmen eine Lohnerhöhung um fast 670 Euro sowie eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit. Die Kommunen weisen das als unbezahlbar zurück. Ihren Berechnungen zufolge würde eine Erfüllung der Verdi-Forderungen die Personalkosten im kommunalen Nahverkehr um 25 Prozent in die Höhe treiben. (mit dpa)

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