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Tag gegen den Schlaganfall

10.05.2019

So erkennen Sie einen Schlaganfall und handeln richtig

Bei einem Schlaganfall muss alles ganz schnell gehen. Nur bei rascher Behandlung ist eine Eindämmung der Schäden möglich.
Bild: Bernhard Weizenegger (Symbolbild)

Ein Schlaganfall gehört zu den häufigsten Krankheiten bei älteren Menschen. Daran erkennt man einen Schlaganfall und diese Maßnahmen wirken vorbeugend.

Die Lebenserwartung der Menschen steigt und damit auch das Risiko, im höheren Alter einen Schlaganfall zu erleiden. Die Symptome können uneindeutig sein, dabei ist ein schnelles Handeln im akuten Notfall wichtig. Dr. Jakob Berger, Bezirksvorsitzender des Bayerischen Hausärzte-Verbands in Schwaben, klärt über die charakteristischen Erscheinungen, Risikofaktoren, Komplikationen und Therapiemöglichkeiten auf.

Symptome: Wie lässt sich ein Schlaganfall erkennen?

Es gibt viele Symptome. Im typischen Fall kommt es zu Lähmungen in einem Arm oder Bein. Aber auch die Gesichtsmuskulatur kann erschlaffen, was an einem hängenden Mundwinkel erkennbar ist. Betroffene können zu undeutlicher, verwaschener Sprache neigen und manchmal läuft Speichel unkontrolliert aus dem Mund.

Zum Krankheitsbild können zudem Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen oder ein Taubheitsgefühl gehören. Im schlimmen Fall werden Schlaganfallopfer sogar bewusstlos oder verschlucken sich am eigenen Speichel. Diskrete Symptome sind für den Laien nicht zu erkennen. Er kann den Betroffenen aber auf Lähmungen testen, indem er ihn dazu auffordert, Arme und Beine anzuheben.

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Wie verhält man sich bei einem Schlaganfall? Was ist zu tun, bis der Notarzt kommt?

Der Schlaganfall ist ein akutes Krankheitsbild, deshalb spielt die Zeit eine große Rolle. Schon im Verdachtsfall sollten Betroffene oder umstehende Menschen einen Notarzt rufen. Laien können nicht erkennen, ob es sich nur um eine Durchblutungsstörung handelt, deren Erscheinungen sich zurückbilden können, oder um einen Schlaganfall, der bleibende Schäden hinterlassen kann.

Im Idealfall wird der Patient in eine Klinik mit einer sogenannten Stroke Unit gebracht. Dort ist eine spezifische Behandlung möglich. Bis die Hilfe eintrifft, sollte der Kranke ruhig liegen bleiben, wenn er stabil ist. Betreuende Menschen können für frische Luftzufuhr sorgen und enge Kleidung öffnen. Bei Bewusstlosigkeit muss die stabile Seitenlage angewendet werden. Bei Atemaussetzern leiten Helfer eine Herz-Lungen-Wiederbelebung ein. Das ist jedoch nur in seltenen Fällen nötig.

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Video: Tobias Utz

Was sind die Risikofaktoren und in welchem Alter treten Schlaganfälle auf?

Grundsätzlich ist der Schlaganfall eine Erkrankung des hohen Alters. Für das Risiko einen Schlaganfall zu erleiden, können erbliche Faktoren eine Rolle spielen. Weiter erhöhen Herzrhythmusstörungen und langjähriger Bluthochdruck, der zu Gefäßveränderungen wie Verengungen führt, die Gefahr.

Außerdem tragen Bewegungsmangel, starkes Übergewicht, eine ungesunde Ernährung und damit oft verbundener Diabetes mellitus, ein hoher Cholesterinspiegel, allgemein hohe Blutfettwerte, Stress und inhalatives Zigarettenrauchen zu einem erhöhten Risiko bei. Letzteres sorgt ebenfalls für Veränderungen der Arterien und Verkrampfungen der Gefäße.

Es gibt im Allgemeinen zwei Formen von Schlaganfällen. Acht von zehn Fällen sind dem ischämischen Typ zuzuordnen. Bei diesem kriegt das Hirngewebe hinter der Engstelle durch Embolien (Blutgerinnsel) zu wenig Sauerstoff. Beim zweiten Typ entsteht der Schlaganfall durch eine Hirnblutung.

Wie werden Schlaganfälle behandelt?

Es ist wichtig, dass die Behandlung innerhalb weniger Stunden erfolgt, weil Gehirnzellen absterben. Erfolgt die Therapie kurz nach dem Anfall, kann ein Blutgerinnsel oder eine Engstelle, die eine Lähmung auslöst, medikamentös, durch einen Katheter oder operativ entfernt werden. Das Zeitfenster ist klein, weil Medikamente nur wirken, wenn sich der Embolus noch nicht verfestigt hat.

So können Sie einem Schlaganfall vorbeugen

Die Schäden können das Leben nachhaltig verändern. Vorbeugung, also die Risikofaktoren angehen, ist sicher das Beste. Dazu gehört die Kontrolle der Blutfettwerte, Bewegung und auch bei einer Lähmung kann das jeweilige Körperteil durch Krankengymnastik bewegt werden.

Zudem sollten Menschen mit Vorhofflimmern, das in den letzten Jahren immer häufiger auftritt, beim Hausarzt zur Kontrolle ein Elektrokardiogramm (EKG) machen lassen. Ist der Puls unregelmäßig, können thromboseverhindernde Medikamente helfen.

Gibt es langfristige Folgen?

Nehmen Schlaganfallpatienten ihre Medikamente nicht, erhöht sich das Risiko für einen erneuten Schlaganfall. Das kann aber auch passieren, wenn sie richtig genommen werden. Weitere mögliche Folgen sind, dass sich Lähmungen nicht zurückbilden und der Betroffene bei hoher Schädigung des Hirngewebes zum Pflegefall wird. Pflegebedürftige sind oft bettlägerig und damit gefährdet, an einer Lungenentzündung zu erkranken. Beeinträchtigungen wie Sprachstörungen und Sehstörungen können ebenfalls bleiben.

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