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Cholesterin

03.01.2019

Hohe Cholesterin-Werte sind nicht immer ein Risiko

Fettreiche Ernährung kann einen negativen Einfluss auf den Cholesterinspiegel haben.
Bild: Mascha Brichta (dpa)

Cholesterin wird vom Körper benötigt. Wieviel des fettähnlichen Stoffs sich im Blut befinden sollte, hängt auch von anderen Krankheiten ab.

Für viele Menschen kommt die Diagnose beim Arzt überraschend: "Ihre Cholesterin-Werte sind viel zu hoch." Das bedeutet, dass die Blutfettwerte nicht in Ordnung sind. Egal ist das nicht. Denn ist der Cholesterinspiegel dauerhaft erhöht, drohen eine Arterienverkalkung, schlimmstenfalls ein Herzinfarkt oder ein Schlaganfall. Andererseits: Grundsätzlich zu verteufeln sei Cholesterin auch nicht, sagt Johannes Wechsler, Präsident des Bundesverbands Deutscher Ernährungsmediziner (BDEM).

Der Körper braucht den fettähnlichen Stoff für den Zellaufbau, für die Bildung von Vitamin D oder zur Produktion des Sexualhormons Östrogen. Einen Großteil dieses Fettes stellt er selbst her. Aber auch durch fettreiche Nahrung wird Cholesterin aufgenommen. 

Cholesterin: Es gibt "gute" und "böse" Proteine

Dabei ist Cholesterin nicht gleich Cholesterin. Es gibt das "gute" (HDL = High Density Lipoprotein) und das "böse" (LDL = Low Density Lipoprotein) Cholesterin. Je mehr von dem guten HDL im Körper ist, desto besser, denn es schützt die Gefäße. 

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Dafür, wie viel Cholesterin sich im Blut befinden sollte, gibt es Richtwerte: Das Gesamtcholesterin sollte 200 Milligramm pro Deziliter (mg/dl) nicht übersteigen. Die Zielwerte für die einzelnen Cholesterinarten hängen davon ab, ob jemand weitere Krankheiten hat, wie Bluthochdruck oder Diabetes oder ob er zum Beispiel raucht. 

"Das LDL-Cholesterin sollte nicht über 150 mg/dl liegen, wenn es einen einzigen zusätzlichen Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen gibt", so Wechsler. Liegen mehrere Risikofaktoren vor, dann sollte es unter 100 mg/dl liegen, hatte jemand bereits einen Herzinfarkt oder liegt ein Diabetes vor, sogar unter 70 mg/dl. Das HDL sollte bei Frauen möglichst über 45 mg/dl liegen, bei Männern über 40 mg/dl. 

Ärzte raten, die Cholesterin-Werte jährlich testen zu lassen

Um schwerwiegenden Erkrankungen vorzubeugen, sollte jeder einmal im Jahr seine Cholesterin-Werte bestimmen lassen. "Das geht per Schnelltest in vielen, aber nicht allen Apotheken", sagt Ursula Sellerberg, Apothekerin und stellvertretende Pressesprecherin bei der Bundesapothekerkammer. Weichen die festgestellten Werte von den Richtwerten ab, sollten Patienten zum Arzt gehen.

Stellt sich heraus, dass der Cholesterinspiegel - und hier vor allem das "böse" Cholesterin - eines Patienten dauerhaft erhöht ist, dann muss der Betroffene in einem ersten Schritt seine Ernährung umstellen und seinen Lebensstil ändern. 

"Im Vordergrund sollte die richtige Auswahl der Fette stehen: pflanzliche Öle, Margarine, Nüsse und fette Fische sind zu bevorzugen", erklärt Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Positiv wirkt es sich nach ihren Angaben aus, weniger gesättigte Fettsäuren, wie sie etwa in tierischen Lebensmitteln stecken, und dafür mehr ungesättigte Fettsäuren zu konsumieren.

Sport kann helfen, den Cholesterinspiegel zu senken 

Sie rät auch dazu, bei verarbeiteten Lebensmitteln auf versteckte Fette zu achten - sie können etwa in Feinkostsalaten, Pizzen oder Torten stecken. Neben der Ernährungsumstellung können auch regelmäßige Bewegung, wenig Alkohol und der Verzicht auf Nikotin dazu beitragen, den Cholesterinspiegel zu senken.

Acht Wochen nach Beginn dieser Art von Therapie misst der Arzt erneut die Blutfettwerte des Patienten. Erst wenn sich herausstellt, dass sich die Werte nicht signifikant gebessert haben, kommen Medikamente ins Spiel. Ist ein erhöhter Cholesterin-Spiegel erblich bedingt, dann nützt eine Ernährungs-und Lebensstilumstellung wenig, um die Werte zu senken. "In einem solchen Fall werden von vornherein Arzneimittel verordnet", sagt Wechsler.

 

Mehr zum Thema Cholesterin lesen Sie hier: Was tun bei schlechten Cholesterinwerten im Blut?

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