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Bier abgelaufen: Kann man es noch trinken? Haltbarkeit, Trübung und Lagerung - wird Bier schlecht? Flocken im Bier

Abgelaufenes Bier

Kann man abgelaufenes Bier noch trinken? Haltbarkeit, Trübung und Lagerung

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    Bier kann man auch nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums noch lange trinken. Haltbarkeit, Trübung, Lagerung - hier finden Sie die Infos rund um abgelaufenes Bier.
    Bier kann man auch nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums noch lange trinken. Haltbarkeit, Trübung, Lagerung - hier finden Sie die Infos rund um abgelaufenes Bier. Foto: Armin Weigel, dpa (Symbolbild)

    Die Deutschen lieben ihr Feierabendbier. Das untermauern auch Zahlen des Deutschen Brauer-Bundes: Zwischen 2015 und 2020 wurden pro Kopf in Deutschland jährlich mehr als 94 Liter Bier konsumiert. Doch was sollte man tun, wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum von Bier abgelaufen ist? Kann man das Bier noch trinken? Die Antwort finden Sie hier im Artikel.

    Abgelaufenes Bier kann man noch trinken - die wichtigsten Infos kompakt

    • Solange sich Bier in einer geschlossenen Flasche befindet, können meist keine krankheitserregenden Stoffe entstehen.
    • Das Haltbarkeitsdatum bei Bier ist ein Mindesthaltbarkeitsdatum und kein Verfallsdatum.
    • Je mehr Alkoholgehalt das Bier hat, desto länger ist es haltbar. Starkbiere haben einen Alkoholgehalt von mehr als 6,5 Prozent.
    • Korrekt gelagertes Bier kann auch nach Jahren noch trinkbar sein - lediglich der Geschmack kann sich verändern, wenn das Bier abgelaufen ist.
    • Ein angebrochenes Bierfass sollte nach wenigen Tagen getrunken werden. Sobald das Bier mit Sauerstoff in Berührung kommt, können sich Keime bilden und es kann Schimmel entstehen.
    • Hopfige Biere verlieren schneller den Geschmack und können sogar vor dem Mindesthaltbarkeitsdatum ungenießbar werden. Gesundheitsschädlich sind sie aber nicht.
    • Bei alkoholfreiem Bier und Biermischgetränken sollten Sie auf das Mindesthaltbarkeitsdatum achten.

    Bier abgelaufen: Kann man es noch trinken?

    Die kurze Antwort lautet: Ja. Bier in geschlossenen Flaschen wird nicht schlecht, wie Marc-Oliver Huhnholz vom Deutschen Brauer-Bund sagt. "Es gibt keine zeitliche Begrenzung, da in Bier, solange es nicht mit Sauerstoff in Berührung kommt, keine krankheitserregenden Stoffe entstehen." Lediglich der Geschmack kann sich ändern. Das gilt aber nur bei geeigneter Lagerung. Bier sollte trocken, kühl und an einem vor Sonneneinstrahlung geschützten Ort gelagert werden. Falls die Flaschen bereits geöffnet waren und unsachgemäß gelagert wurden, sollten Sie das Bier lieber nicht mehr trinken.

    Das Ablaufdatum auf Bierflaschen ist ein Mindesthaltbarkeitsdatum. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz gibt an: "Das Mindesthaltbarkeitsdatum beziehungsweise Haltbarkeitsdatum ist das Datum, bis zu dem sich ein verpacktes Lebensmittel mindestens lagern und verzehren lässt und dabei seine spezifischen Eigenschaften behält. Geruch, Geschmack, Beschaffenheit, Nährwert, Farbe und Konsistenz müssen bis zum Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums unverändert erhalten bleiben." Bis zu diesem Datum haftet der Hersteller also für sein Produkt.

    Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist vom Verbrauchsdatum zu unterschieden, da das Verbrauchsdatum - zu finden auf leicht verderblichen Produkten wie Fleisch - das Datum angibt, bis zu dem das Lebensmittel noch verzehrt werden darf. Wer Lebensmittel nach dem Verbrauchsdatum konsumiert, geht ein Gesundheitsrisiko ein, wie die Verbraucherzentrale berichtet. Bier gehört allerdings nicht dazu. Das Mindesthaltbarkeitsdatum auf den Flaschen ist demnach nur ein Garant für einen unveränderten Geschmack.

    Haltbarkeit: Warum wird korrekt gelagertes Bier kaum schlecht?

    Durch das Reinheitsgebot aus dem Jahr 1516 sind die Zutaten für Bier noch heute vorgeschrieben. Das Reinheitsgebot regelt auch, welche Zusatzstoffe im Bier enthalten sein dürfen. Da Bier aus den vier Zutaten Hopfen, Malz, Hefe und Wasser gebraut wird, gilt es als ein reines Naturprodukt, wie der Deutsche Brauer-Bund berichtet.

    Hopfen enthält etliche Bitter- und Gerbstoffe und sorgt nicht nur für den typischen Geschmack, sondern auch für die Konservierung des Biers. Aufgrund der milden Temperaturen in Deutschland ist laut dem Deutschen Brauer-Bund keine spezielle Haltbarmachung notwendig. Biere werden demnach selten pasteurisiert, Biermischgetränke hingegen schon.

    Am Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung wird natürlicher Hopfenextrakt als Alternative zu Konservierungsmittel erforscht. Es wurde herausgefunden, dass Lupolone (beta-Hopfensäure) eine herausragende antimikrobielle Wirkung haben. Zusätzlich wirkt der Alkohol im Bier konservierend, da er Mikroorganismen abtötet. Je höher der Alkoholgehalt im Bier, desto länger ist es also genießbar - unabhängig vom Haltbarkeitsdatum. Auch bei selbstgebrautem Bier gilt: je mehr Alkoholgehalt, desto länger schmeckt es. Biere ab 8 Prozent werden teilweise sogar länger gelagert, damit sie reifen können und ihren Geschmack intensivieren.
     

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    Flocken im Bier: Kann man trübes Bier noch trinken?

    Bier hat etwa 450 Bestandteile, die zu einer Trübung führen können - allein in Proteinen sind etliche Bestandteile enthalten. Diese können bei einer längeren Lagerung zu Trübungen führen. Um dies möglichst lange zu verhindern, werden während des Brauprozesses häufig Filterhilfsmittel wie Kieselgel und Polymere genutzt. Diese werden bei der Filtration wieder aus dem Bier entfernt und sind geschmacksneutral, wie der Deutsche Brauer-Bund berichtet.

    Die Lagerungstemperatur spielt eine entscheidende Rolle bei der Trübung des Biers. Wird das Bier auf Dauer unter zwei Grad Celsius gelagert, kann es eine sogenannte Kältetrübung entwickeln. Diese kann für einen bitteren Geschmack im Bier sorgen. Falls das Bier nach einer längeren Lagerung trüb wird, ist es aber noch lange nicht schädlich. Auch Flocken im Bier können zu einer Trübung führen. Sie lagern sich am Flaschenboden ab und sind nicht schädlich.

    Abgelaufenes Bier: Wie teste ich, ob man es noch trinken kann?

    1. Flasche öffnen: Zischt die Flasche beim Öffnen? Dann ist noch genügend Kohlensäure enthalten und das Bier ist nicht fahl.
    2. An der Flasche riechen: Hat das Bier einen muffigen Geruch? Dann kann es sein, dass entweder Bakterien in die Flasche gekommen sind und sich sogar Schimmel gebildet hat, oder das Bier bereits oxidiert ist. Sie sollten es dann nicht mehr trinken. Pale Ales oder Helles können aber von Natur aus einen leicht muffigen Geruch haben. Hier sollten Sie sich auf Ihre Sinne verlassen.
    3. Bier im Glas überprüfen: Flocken und eine gewisse Trübung sind normal. Die Flocken entstehen, wenn sich Hefe oder Proteine unten in der Flasche ablagern. Sie sind kein Schimmel und auch nicht schädlich.
    4. Das Bier probieren: Wenn sich kein Schimmel gebildet hat, können Sie es probieren. Letzten Endes kommt es nur darauf an, ob es für Sie persönlich noch genießbar ist.

    Bier korrekt lagern, damit man es lange trinken kann

    Es gibt drei Punkte, die Sie bei der Lagerung beachten sollten:

    • Bier stehend lagern: Durch die Lagerung im Stehen kann sich die Hefe am Boden der Flaschen ablagern.
    • Bier kühl lagern: Hier variieren die Temperaturangaben extrem, da es auf den Hefegehalt im Bier ankommt. Der Deutsche Brauer-Bund gibt eine Orientierungshilfe: vier bis sieben Grad Celsius. Helle und alkoholarme Biere lassen sich am besten bei sechs bis acht Grad Celsius genießen. Weniger als zwei Grad und mehr als 13 Grad Celsius können zu einem starken Qualitätsverlust im Bier führen.
    • Bier im Dunkeln lagern: Bierflaschen haben ihre charakteristische braune Farbe, da sie den Inhalt vor Sonneneinstrahlung schützen. UV-Strahlen sorgen für eine Abspaltung bestimmter Verbindungen im Bier, wodurch es zu einem sogenannten "Lichtgeschmack" kommen kann. Die entstandenen Säuren machen das Bier bitter.

    Verwendung: Was tun, wenn das Bier abgelaufen ist?

    Falls Ihr Bier abgelaufen ist und sie es nicht mehr genießen können, müssen Sie es nicht wegschütten. Hier finden Sie eine Liste, was Sie mit dem Bier machen können, statt es wegzuschütten:

    • Abgelaufenes Bier als Pflanzendünger: Sie können das Bier ins Gießwasser geben und Ihre Pflanzen wie gewohnt gießen. Der gegorene Hopfen wirkt wie ein Bio-Dünger.
    • Mit abgelaufenem Bier kochen: Sie können entweder Ihren Braten im Ofen mit Bier übergießen, oder eine Marinade für Grillfleisch mit dem abgelaufenen Bier herstellen. Dazu benötigen Sie lediglich Bier, etwas Öl und Gewürze Ihrer Wahl.
    • Abgelaufenes Bier für die Haare: Für eine Bier-Spülung geben Sie einfach 0,5 Liter auf die frisch gewaschenen Haare und massieren es kurz ein. Das Bier sollte nicht zu kalt sein, nehmen Sie es also vorher aus dem Kühlschrank, oder stellen Sie es kurz in die Sonne. Im Anschluss werden die Haare gründlich mit Wasser nachgespült - dann sollte auch der Geruch verschwinden.
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