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Periode und Heißhunger: Warum isst man mehr und was kann man dagegen tun

Frauengesundheit

Periode und Heißhunger: Warum isst man mehr und was kann man dagegen tun?

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    Viele Frauen verspüren kurz vor ihrer Periode einen plötzlichen Heißhunger auf fettige und süße Speisen.
    Viele Frauen verspüren kurz vor ihrer Periode einen plötzlichen Heißhunger auf fettige und süße Speisen. Foto: doucefleur, stock.adobe.com (Symbolbild)

    Der weibliche Menstruationszyklus kann mit vielen verschiedenen Symptomen einhergehen, die sich spürbar auf den Alltag der Betroffenen auswirken. Besonders in der Zeit vor dem Einsetzen der Monatsblutung kämpfen viele Frauen mit zahlreichen körperlichen und psychischen Beschwerden. Man spricht in diesem Zusammenhang auch vom prämenstruellen Syndrom (PMS). Diese Leiden reichen von Bauchkrämpfen oder Müdigkeit über Stimmungsschwankungen bis zu einem veränderten Essverhalten. Häufig kommt es dabei vor, dass ein verstärktes Hungergefühl auftritt, das sich in manchen Fällen sogar zu regelrechten Heißhungerattacken entwickeln kann. Doch woher kommt dieser plötzliche Appetit vor der Periode – und kann man etwas dagegen tun?

    Menstruationszyklus: Was passiert im Körper?

    Der Menstruationszyklus ist ein monatlich wiederkehrender, natürlicher Prozess. Wie die Cleveland Clinic erklärt, beschreibt er eine Abfolge verschiedener Vorgänge, die im weiblichen Körper stattfinden, während er sich auf eine mögliche Schwangerschaft vorbereitet. Er beginnt mit dem ersten Tag der Menstruation und endet am letzten Tag vor der nächsten Blutung. Dem Online-Portal des Berufsverbands der Frauenärztinnen und Frauenärzte, frauenaerzte-im-netz.de, zufolge kann die Länge des Zyklus dabei von Frau zu Frau variieren, wobei eine Dauer zwischen 21 und 35 Tagen als regelmäßig gilt. Grundsätzlich wird der Zyklus in vier aufeinanderfolgende Phasen unterteilt. Laut der Cleveland Clinic gehören dazu:

    1. Menstruationsphase
    2. Follikelphase
    3. Ovulationsphase
    4. Lutealphase

    Der Ablauf des Menstruationszyklus wird durch den Anstieg und Abfall bestimmter Hormone gesteuert. Abhängig von der jeweiligen Phase werden dabei verschiedene Hormone im Körper ausgeschüttet. Während der Follikelphase zu Beginn des Zyklus kommt es demnach zu einem Anstieg des Östrogenspiegels. Gleichzeitig wird vermehrt das follikelstimulierende Hormon (FSH) ausgeschüttet. Ein plötzlicher Anstieg des luteinisierenden Hormons (LH) leitet die Ovulationsphase ein. In der darauffolgenden Lutealphase steigt der Progesteronspiegel an, um die Gebärmutterschleimhaut auf eine Schwangerschaft vorzubereiten. Tritt diese nicht ein, sinken der Östrogen- und Progesteronspiegel ab, was das Abstoßen der obersten Schichten der Gebärmutterschleimhaut zur Folge hat. Mit dem Einsetzen der Menstruation beginnt der Zyklus von vorn.

    Menstruationszyklus: Wann treten Heißhungerattacken auf?

    Wie das medizinische Online-Portal gesundheits-lexicon.com informiert, berichten viele Frauen vor dem Einsetzen ihrer Periode über verstärkten Appetit oder Heißhunger. Ein ähnliches Bild zeichnet auch frauenaerzte-im-netz.de. Das Portal beruft sich dabei auf eine großangelegte Studie der Johns Hopkins University sowie der University of Virginia, die Daten von 238.114 Frauen aus 140 Ländern sammelten. Das Ergebnis zeigte, dass Heißhunger zu den weltweit häufigsten PMS-Beschwerden gehört.

    Auch die Cleveland Clinic berichtet auf ihrer Webseite über ein erhöhtes Verlangen nach bestimmten Lebensmitteln, das in der Regel in der mittleren bis späten Lutealphase des Menstruationszyklus auftritt – also etwa fünf bis zehn Tage vor Beginn der Periode. „Heißhungerattacken während der Periode sind real – sie sind eine physiologische Reaktion auf hormonelle Veränderungen und keine Einbildung“, erklärt die Fachärztin für Frauengesundheit Lynn Pattimakiel dort ergänzend.

    Übrigens: Laut Experten ist es völlig normal, kurz vor der Periode zuzunehmen.

    Heißhunger vor der Periode: Warum hat man mehr Appetit?

    Wodurch genau prämenstruelle Symptome wie Heißhunger ausgelöst werden, konnte bislang nicht vollständig geklärt werden. Laut dem Gesundheitsmagazin der AOK sowie der Apotheken Umschau nehmen Experten jedoch an, dass die oben genannten hormonellen Schwankungen eine zentrale Rolle spielen. Demnach wird vermutet, dass Abbauprodukte des Hormons Progesteron den Stoffwechsel von Botenstoffen im Gehirn beeinflussen. Dies gilt insbesondere für die Produktion des Botenstoffs Serotonin. Laut gesundheits-lexicon.com beeinflusst Serotonin unter anderem unser Sättigungsgefühl. Tritt in der späten Lutealphase ein relativer Serotoninmangel auf, kann dadurch das Verlangen nach kohlenhydrat- und energiereichen Lebensmitteln steigen.

    Eine Studie eines Forschungsteams der Justus-Liebig-Universität Gießen fand zudem heraus, dass die untersuchten Frauen in der Zeit unmittelbar vor der Menstruation deutlich sensibler auf Bilder hochkalorischer Lebensmittel reagierten als in anderen Zyklusphasen. Auch hier wird ein Zusammenhang mit Progesteron vermutet.

    Wie Fachärztin Pattimakiel erklärt, können die hormonellen Veränderungen bestimmte Arten von Lebensmitteln attraktiver als gewöhnlich erscheinen lassen. Sie nennt aber noch einen weiteren Grund, für das Heißhunger-Gefühl: „Vor Ihrer Periode steigt Ihr Ruheenergiebedarf, sodass Ihr Körper ganz natürlich nach mehr Energie sucht.“ Wer sich vor und auch während der Periode besonders stark nach Pizza, Burger, Pommes und Co., aber auch nach Eis, Schokolade und anderen Süßspeisen sehnt, erfüllt damit womöglich einen evolutionären Zweck. „Diese Gelüste könnten eine Strategie Ihres Körpers sein, um zusätzliche Energie für eine mögliche Schwangerschaft zu speichern“, meint Pattimakiel.

    Was kann man gegen Heißhunger während der Periode tun?

    Frauen, die vor und während der Periode plötzlichen Heißhunger verspüren, sollten den salzigen und süßen Gelüsten nach Möglichkeit widerstehen, erklärt Pattimakiel: Denn „die Lebensmittel, nach denen wir uns sehnen – wie frittierte Speisen, Zucker und raffinierte Kohlenhydrate – sind oft entzündungsfördernd und können PMS-Symptome verschlimmern.“ Doch was kann man gegen die Hungerattacken unternehmen?

    Da prämenstruellen Symptomen in der Regel keine einzelne Ursache, sondern mehrere Faktoren zugrunde liegen, ist eine gezielte Behandlung nicht so einfach. Jedoch gibt es verschiedene Strategien, die Betroffenen helfen können. Dazu zählt unter anderem eine gezielte Ernährung. Laut frauenaerzte-im-netz.de kann sich demnach der Verzehr von Omega-3-Fettsäuren sowie die ergänzende Aufnahme von B-Vitaminen und Magnesium unter anderem positiv auf Heißhungerattacken auswirken. Wie Pattimakiel weiter erklärt, können Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und stärkehaltiges Gemüse die Serotoninproduktion unterstützen und dadurch für ein länger anhaltendes Sättigungsgefühl sorgen. Die Fachärztin empfiehlt zudem, keine Mahlzeiten auszulassen und stattdessen kleine, ausgewogene Mahlzeiten über den Tag verteilt zu sich zu nehmen. Dies hilft, den Blutzuckerspiegel konstant zu halten, und beugt dadurch Heißhungerattacken vor.

    Schlafmangel kann Heißhunger auf Zucker und Kohlenhydrate auslösen, die zwar einen schnellen, aber ungleichmäßigen Energieschub liefern. Außerdem destabilisiert schlechter Schlaf den Blutzuckerspiegel, beeinträchtigt die Serotoninproduktion und stört das Gleichgewicht der Hormone, die den Hunger regulieren. Aus diesem Grund sollten die Betroffenen auf ausreichend Erholung in der Nacht achten.

    Sportliche Aktivitäten können ebenfalls dazu beitragen, PMS-Symptome wie Heißhunger zu lindern. Wie frauenaerzte-im-netz.de informiert, erhöht regelmäßige Bewegung die Serotonin-Bildung, was sich positiv auf das Hungergefühl auswirken kann. Das Portal rät Betroffenen zu Ausdauertraining, etwa durch Walken, Radfahren, Joggen oder Schwimmen.

    Periode und Heißhunger: Ab wann sollte man zum Arzt?

    Laut der Fachärztin Pattimakiel ist Heißhunger vor und während der Periode völlig normal. Sollten Betroffene jedoch das Gefühl haben, überwältigt davon zu sein, oder starke Einschränkungen im Alltag bemerken, rät sie dringend, ärztlichen Rat einzuholen. Möglicherweise könnte eine prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS) dahinterstecken. Eine weitere Ursache könnten Krankheiten sein, die den Hormonhaushalt beeinflussen. Für die richtige Diagnose und eine mögliche Behandlung bedarf es jedoch ärztlicher Expertise.

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