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Klassische Musik
08.12.2021

BR veröffentlicht umfassendes Werk von Mariss Jansons auf 70 CDs

16 Jahre war Mariss Jansons Chefdirigent der BR-Symphoniker, bis zu seinem Tod im Jahr 2019. Nun kommt eine große Box mit insgesamt 70 CDs heraus.
Foto: Dieter Nagl, afp (Archivbild)

Eine repräsentative Box würdigt Mariss Jansons, den verstorbenen Chefdirigenten des BR-Symphonieorchesters. Es sind auch Neuveröffentlichungen dabei.

Vor zwei Jahren verstarb in St. Petersburg Mariss Jansons, dieser nicht zuletzt aufgrund seiner sorgfältigen Detailarbeit von Publikum, Orchestern und Kritikern gleichermaßen geliebte Dirigent. Beim Bayerischen Rundfunk endete damit eine Ära, war Jansons doch seit 2003 der mehrfach vertragsverlängerte Chefdirigent des BR-Symphonieorchesters.

Was in dieser Zeit vor allem an Konzerten in München, aber auch in Tokio, New York, Wien mitgeschnitten wurde, das dokumentiert jetzt in doppelter Hinsicht repräsentativ eine Box im LP-Format mit nicht weniger als 70 CDs, darunter komplette Zyklen der Beethoven-, Brahms- und erstmals auch Mahler-Sinfonien. Denn dies leistet die Box über ihre Fülle an Musik zwischen Haydn und Jörg Widmann auch: 15 Neuveröffentlichungen, darunter Mahler mit den vier Sinfonien 3, 4, 6, 8.

Auch Probenmitschnitte von Mariss Jansons mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks

Gemäß Dirigenten-, Orchester- und Publikumsvorlieben liegt der musikhistorische Schwerpunkt der Aufnahmen beim 19. und früheren 20. Jahrhundert, auch mit Blick auf Osteuropa (Tschaikowsky, Schostakowitsch). Und enthalten in der Box sind auch drei Probenmitschnitte mit dem BR-Orchester, bei denen die Arbeitsweise Jansons ausgesprochen deutlich wird – nicht nur in solchen außergewöhnlichen Sätzen wie: „Das ist interessant, wenn der Dirigent sagt: ,Bitte nicht zusammenspielen‘“.

Hier wird das gemeinsame Ziehen an einem Strang deutlich – und auch, dass Mariss Jansons immer erwartete, dass der einzelne Orchestermusiker interpretatorisch auch von sich aus etwas „anzubieten“ hatte. Programmatisch ist seine Antrittsrede vor der ersten Probe mit dem Symphonieorchester zu hören (Berlioz „Symphonie fantastique“).

Neben 70 CDs im Booklet auch zwei Interviews von Mariss Jansons

Dass das Booklet bei einer Sammlung von 70 CD-Aufnahmen umfangreich auszufallen hat, versteht sich. Auf 72 Seiten kommt unter anderem Mariss Jansons in zwei Interviews zu Wort – etwa über seine Schachtel mit sechs (japanischen) Taktstöcken –, dazu die Laudatio von Bariton Thomas Hampson anlässlich der Verleihung des Ernst von Siemens Musikpreises 2013 an Jansons, der das Preisgeld in Höhe von 250.000 Euro ja bekanntlich dem künftigen Münchner Konzerthaus am Ostbahnhof zukommen ließ.

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Auf jeden Fall wird mit dieser umfangreichen Ehrung noch einmal die hochdifferenzierte, akribische Musikausdeutung Jansons’ zum Klingen gebracht. Hinsichtlich des Adagietto aus Mahlers 5. Sinfonie mahnte er: „Jeder Musiker ist hier 200 Prozent Solist, con anima spielen...“

Weil die Kassette so umfangreich ist, ausnahmsweise etwas zu den Kosten: 249 Euro als unverbindliche Preisempfehlung. Erhältlich im Fachhandel, über Online-Plattformen und im BR-Shop.

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