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Wagner-Festspiele
26.07.2023

Bayreuths neuer "Parsifal": Mit Augmented Reality Richard Wagner erleben

Kundry öffnet Parsifal die Augen: Elina Garanca und Andreas Schagen im neuen „Parsifal“ der Bayreuther Festspiele.
Foto: Enrico Nawrath, Bayreuther Festspiele

Auf den Bayreuther Festspielen wurde die Augmented-Reality-Inszenierung von Richard Wagners letztem Werk "Parsifal" mit Spannung erwartet. Das Ergebnis ernüchtert.

Die gute Nachricht für die weit überwiegende Mehrheit, die knapp 1700 Festspielhaus-Besucher, denen keine digitale Brille zur Verfügung steht: Der Mehrwert durch das Sichtgerät, von dem es nur 330 Exemplare pro Vorstellung gibt, ist keineswegs so groß, als dass man sich brillenlos als Besucher zweiter Klasse vorkommen müsste. Die wahren Qualitäten des neuen Bayreuther „Parsifals“ liegen nämlich nicht bei der viel gehypten Augmented Reality, dem digital erweiterten Sichtfeld. Anders gesagt: Das, was der US-Regisseur Jay Scheib da an visuellen Einblendungen auffährt, frappiert zwar durch technische Brillanz, enttäuscht jedoch durch seine ikonografische Schlichtheit.

„Parsifal“, Richard Wagners letztes Werk, in dem der titelgebende Held dem zur andauernden Schmerzexistenz verdammten König Amfortas und seiner Gralsgesellschaft endlich den erlösenden Speer zurückbringt, nachdem er den tückischen Klingsor ausgeschaltet und der verführerischen Kundry widerstanden hat – dieses mystisch hochaufgeladene „Bühnenweihfestspiel“ ist eigentlich ein günstig scheinender Ausgangspunkt für digital „erweiterte Realität“. Also greift der Besucher, so er denn zu den 330 Bebrillten gehört, seitwärts in ein Täschchen am Sitzplatz und fördert die verkabelte Brille zutage, die Bühne, Saal und Besucher weiterhin erkennbar bleiben lässt, zugleich aber auch Medium digital erzeugter Bilder ist. Man staunt eine Weile über das technisch Machbare. Dann aber folgt Ernüchterung.

"Parsival" bei den Bayreuther Festspielen: Die Regisseure fahren alles auf

Gewiss sieht man durch die Brille hindurch Einblendungen, die der normale Besucher nicht sieht, der wie gehabt nur das Geschehen auf der Bühne verfolgen kann. Einen tödlich – von Parsifals Pfeil – getroffenen Schwan etwa, der durchs Blickfeld fliegt, um dann am virtuellen Boden zu verenden, ein ergänzendes Bild, das im Zusammenhang mit Wagners Drama Sinn macht. Aber man sieht eben auch, und weitaus häufiger, viel visuell Lapidares, das die Aufmerksamkeit wegführt vom zentralen Bühnengeschehen. Was fahren Jay Scheib und sein AR-Kollege Joshua Higgason nicht alles auf: flatternde Insektenschwärme, brennendes Gebüsch, tapsende Avatare, im zweiten Aufzug minutenlang riesenhafte Totenschädel mit klapperndem Gebiss. Und als Parsifal auf dem Weg zu Klingsors Burg dessen Wachmannschaft aus dem Weg räumt, blutige abgetrennte Arme, die vorm Auge des AR-Brillenträgers vorbeifliegen.

Danach, im verwunschenen Zaubergarten, ziehen allerlei Blumen und Früchte ihre Kreise im Virtualweltraum. Das ist Kintopp. Nichts jedenfalls, was einen im Verständnis dessen, was Wort und Musik verhandeln, irgendwie weiterbrächte. Entsprechend die vielen Buhs am Ende.

Diesem Erzähler hört man gerne zu: Gurnemanz, gesungen von Georg Zeppenfeld.
Foto: Enrico Nawrath, Bayreuther Festspiele

Also setzt man die Brille immer mal wieder ab, um sich nach alter Sitte auf die Figuren und ihr Umfeld zu konzentrieren. Zumal Regisseur Scheib erklärt hat, seine Inszenierung werde auch für die besagte Mehrheit ohne Brille funktionieren – in Anbetracht des Missverhältnisses muss sie das wohl auch. Und doch bleibt das szenische Konzept, das im Kern auf Aktualisierung setzt, im Ungefähren: In der durch ihren schuldigen König dem Untergang geweihten Gralsritterschaft sieht Scheib Parallelen zur heutigen Welt, die in ihrer Gier nach seltenen Erden fatalen Raubbau an der Natur betreibt. Wie auf dieser konzeptionellen Ebene Parsifal zum Erlöser werden soll, geschieht bei Scheib so: Am Ende lässt der Held den Gral – wohl zu übersetzen als Fetisch, dem wir Menschen von heute, koste es, was es wolle, blind hinterherjagen – zerschellen. So einfach geht das?

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Der Bayreuther Festspielchor ist auch diesmal grandios

Gott sei Dank hält Wagners Werk nicht nur Schauwerte vor. Es gibt da noch die Musik. Und deren ganz unerweiterte Realität hat es in sich beim neuen „Parsifal“. Pablo Heras-Casado ist himmelweit entfernt von mystisch-abgründigen Weihewolken, der spanische Dirigent lässt das hochdifferenziert musizierende Festspielorchester ausgesprochen klar artikulieren, ohne doch die besondere Aura des Stücks zu zerstören. Immer wieder hört Heras-Casado aus Wagners Partitur Überraschendes heraus, bindet es ein in einen steten, dramaturgisch flexiblen Fluss. Einmal mehr superb der von Eberhard Friedrich einstudierte Festspielchor, nicht nur wegen der endlosen dynamischen Palette: Welch anderem Opernchor gelingt es so wie diesem, als lebendig fühlendes Subjekt – voller Angst, voller Gewaltbereitschaft ein „Zum letzten Mal!“ einfordernd – in Erscheinung zu treten? Machtvoll gibt Derek Welton den Schmerzensmann Amfortas, auch wenn das Lodern der Pein hie und da die Farben der Differenzierung überdeckt. Jordan Shanahan setzt als Klingsor klug auf den dramatischen und weniger auf den Charakterton. Und einen Gurnemanz, dem man über lange Erzählstrecken lieber zuhörte als Georg Zeppenfeld, der Wortverständlichkeit mit Bass-Wohllaut und druckvoller Höhe verbindet, wüsste man derzeit nirgendwo anders.

Andreas Schager war schon in der Bayreuther Vorgänger-Produktion der Parsifal, jetzt ist er es, spät eingestiegen nach der Absage von Joseph Calleja, erneut. Der Tenor hat keine Mühe mit der Partie, besitzt jede Menge Kraftreserven, auch für gedämpftere, gleichwohl heldisch angesetzte Töne. Leider überzeugt Schager darstellerisch nicht in gleichem Maße, jedenfalls nicht, wenn man ihn in Partnerschaft erlebt mit einer sängerdarstellerischen Ausnahmeerscheinung wie Elina Garanca. Die Kundry der lettischen Mezzosopranistin ist ein Ereignis. Kundrys Verführungsversuch Parsifals im zweiten Aufzug bei gleichzeitigem Wissen um die Tragik der Zusammenhänge, die komplexe Gespaltenheit dieser Frauenfigur zwischen Eros, Fluch und Schuldbewusstsein – all das vermag Elina Garanca transparent zu machen mit weitgespannter vokaler Palette, durchweg schlanker Stimmführung und einem Darstellungsvermögen, in dem kleinste Regungen, selbst Blicke alles besagen. Wer solche Kunst in ihrem vollen Ausmaß erleben will, kommt freilich nicht umhin, seine digitale Brille abzusetzen, denn leider verstellt die Augmented Reality mit virtuellem Gestrüpp die grandios gespielte Szene. „Brille ab!“, hat Richard Wagner einst Friedrich Nietzsche bei Betrachtung eines seiner Werke geraten. Bei Kundry-Garanca gilt das Wagner-Wort nach wie vor.

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