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Kommentar: Kalter, nasser Euro-Asphalt

Kommentar

Kalter, nasser Euro-Asphalt

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    Kalter, nasser Euro-Asphalt
    Kalter, nasser Euro-Asphalt

    Das Leben und damit die Wirtschaft produzieren permanent neues Glück und neue Sorgen. Insofern wird man hellhörig, wenn die Europäische Zentralbank unter ihrem neuen Chef Draghi den Eindruck erweckt, sie würde Anleger und Banken auf Watte betten. Der italienische Notenbank-Chef breitet einen weichen Flor aus noch billigerem Geld und der Möglichkeit für Kredithäuser, sich noch länger Geld bei der EZB zu borgen, aus.

    Zum vollständigen Werbeglück fehlen nur beruhigende Harfenklänge und kleine, lächelnde Englein, die den Euro-Himmel rosa anmalen. Doch die Wirklichkeit ist düster: Die EZB hat Staatsanleihen von Schuldenländern von 207 Milliarden Euro in den Büchern stehen. Den großen europäischen Finanzinstituten fehlen nach Berechnungen der EU-Bankenaufsicht insgesamt 114,7 Milliarden Euro. Die Inflation im Euro-Raum lag zuletzt mit 3,0 Prozent deutlich über der Warnschwelle von rund 2,0 Prozent. Und 33 Prozent der Deutschen glauben nicht mehr an die Stabilität der gemeinsamen Währung. Diese Liste ließe sich lange fortsetzen. Die Euro-Republik ist nicht auf Watte gebettet, sondern auf kalten, nassen Asphalt, allen „Rundum-sorglos-Versprechen“ der EZB zum Trotz.

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