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Geflüchtete im Unterallgäu: Wo bleiben Menschlichkeit und Mitgefühl?

Kommentar Von Sandra Baumberger
23.11.2023

Plus In den Bürgerversammlungen in Tussenhausen und Dirlewang entsteht der Eindruck, dass man im Unterallgäu nicht Angst vor, sondern um Geflüchtete haben muss.

Was ist los im Unterallgäu? Diese Frage stellte sich schon direkt nach der Landtagswahl, als die AfD hier Rekordergebnisse erzielte, und noch einmal drängender nach den fragwürdigen Protestaktionen gegen die Flüchtlingsunterkunft in Tussenhausen sowie nach den Bürgerversammlungen in Tussenhausen und Dirlewang, wo Rassismus ziemlich offen zutage trat. Diesen rechtfertigt in Dirlewang der Bürgermeister damit, dass in einer Demokratie alle Äußerungen erlaubt und von Menschen, die anderer Meinung sind, auszuhalten seien. Das ist grundsätzlich richtig. Allen Geflüchteten pauschal abzusprechen, überhaupt Anspruch auf Asyl zu haben und sie als Vergewaltiger und anderweitig Kriminelle zu verunglimpfen, ist aber keine Meinung, sondern in dieser Verallgemeinerung schlicht falsch und damit Populismus übelster Sorte.

Mehr als schwierig wird es zudem, wenn eigene schlechte Erfahrungen mit einzelnen Geflüchteten auf alle übertragen und damit bewusst Ängste geschürt werden. Statt eines "Wir gegen die" wäre es doch sicher hilfreicher, sich möglichst unvoreingenommen darüber Gedanken zu machen, wie das Zusammenleben trotz aller Schwierigkeiten, die es – auch das gehört zur Wahrheit – unbestreitbar gibt, bestmöglich gelingen könnte. 

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