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Basketball

21.10.2019

Motto des Trainers von Ratiopharm Ulm: Immer positiv bleiben

Jaka Lakovic versucht seine Mannschaft während der Spiele aufzubauen. Die Rolle des Wüterichs an der Seitenlinie überlässt er Kollegen wie Sasa Obradovic von AS Monaco.
Bild: nordphoto/Hafner

Jaka Lakovic ist nicht der Typ, der seine Spieler anschreit. Beim nächsten Gegner Monaco arbeitet dagegen ein Kollege, der das gerne und oft tut

Die Pressekonferenz vor dem Spiel im Basketball-Eurocup zwischen AS Monaco und Ratiopharm Ulm am Mittwoch (18.45 Uhr) wurde kurzfristig von der Geschäftsstelle ins Trainingszentrum verlegt. Die Journalisten mussten also ein paar Minuten fahren und dafür entschuldigte sich Jaka Lakovic am Montag vor Ort in der Neu-Ulmer Nelsonallee bei jedem einzelnen von ihnen mehrfach. So ist der slowenische Cheftrainer der Ulmer eben: Immer freundlich, immer höflich, immer liebenswürdig. Schwer vorstellbar, dass dieser Jaka Lakovic seine Spieler mal anschreit. Vermutlich hat er das durchaus drauf, aber er tut es tatsächlich ungern und selten. Auch nicht nach einem Bundesligaspiel wie dem in Ludwigsburg, in dem die Ulmer am Sonntag mit mehr als 30 Punkten Unterschied abgewatscht wurden und in dem sie so ziemlich alles schuldig geblieben sind, was ihr Anhang von ihnen erwartet. Lakovic begründet: „Wenn ich rum brülle, dann hilft das niemandem. Das macht es nur noch schlimmer.“

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Stattdessen spricht Lakovic offen über die Probleme in seiner Mannschaft. Etwa über das im Spielaufbau. Kilian Hayes hatte einen guten Start in Ulm, aber inzwischen wirkt der erst 18-jährige Franzose oft überfordert. Der Trainer steht zwar trotzdem weiter zu der Entscheidung, dem jungen Mann das Vertrauen auf der wichtigsten Position überhaupt im Basketball zu geben: „Er ist ein Riesentalent und als wir Kilian verpflichtet haben, da wussten wir, dass es Höhen und Tiefen geben wird.“ Aber Lakovic weiß auch, dass viel Verantwortung auf den Schultern von Hayes lastet und dass das Selbstvertrauen des Greenhorns gelitten hat. Er braucht also Unterstützung. Etwa von Per Günther, der das in Ludwigsburg sehr gut gemacht hat, ohne dass er das Debakel hätte verhindern können. Eine andere Option auf dieser Position ist Tyler Harvey. Lakovic bekräftigt: „Er wurde bisher immer mehr als zehn Minuten im Spielaufbau eingesetzt und das war vor der Saison auch so geplant.“ Nun war der Amerikaner in den beiden vergangenen Spielen wegen einer Verletzung am linken Ellbogen raus. Es geht ihm aber besser und vielleicht reicht es ja in Monaco schon zu einem Comeback.

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Man darf wohl davon ausgehen, dass Lakovic mit seiner Mannschaft in dieser Woche lieber trainiert hätte, als am Dienstag nach Nizza zu fliegen und von dort ins Fürstentum an der Mittelmeerküste zu fahren. „Manchmal ist so etwas nicht hilfreich“, sagt der Slowene: „Aber der Eurocup ist ein Riesen-Wettbewerb, der Spielplan ist wie er ist und wir haben sowieso keine Wahl.“

Gegner von Ratiopharm Ulm hat schon zwei Spiele gewonnen

Wunderdinge sind von den Ulmern vermutlich nicht zu erwarten im Spiel gegen eine Mannschaft aus Monaco, die in den ersten Eurocup-Spielen gegen Andorra und Patras gewonnen und gegen die Israelis von Maccabi Rishon Lezion überraschend verloren hat. Lakovic versichert nach der Pleite von Ludwigsburg: „Wir suchen nicht nach Entschuldigungen, wir suchen nach Lösungen. Jeder einzelne Spieler muss sich fragen, was er tun kann, um der Mannschaft zu helfen.“ Aber der Ulmer Trainer gibt zu bedenken: „Es kann auch passieren, dass wir vieles besser machen und trotzdem verlieren.“ Womit dann das Ulmer Aus in der Vorrunde des zweitwichtigsten europäischen Wettbewerbs so gut wie besiegelt wäre.

Trainer von Monaco ist übrigens seit dem Februar dieses Jahres ein in der deutschen Bundesliga bestens bekannter Mann. Sasa Obradovic war als Spieler und Trainer Meister und Pokalsieger mit Alba Berlin, zudem als Spieler Weltmeister 1998 mit der jugoslawischen Nationalmannschaft. Jaka Lakovic hat nur ein einziges Mal zu Beginn seiner Karriere mit der slowenischen Nationalmannschaft gegen die serbische Auswahl mit Obradovic gespielt. Rein menschlich unterscheiden sich die beiden Trainer ohnehin stark. Im Gegensatz zu Lakovic schreit Obradovic seine Spieler gerne und oft an.

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