Es war eine Überraschung, als Landrat Stefan Rößle im November 2024 verkündete, dass er nicht noch einmal als Landrat kandidieren werde. Damals hatte er die Entscheidung im Kreistag verkündet. 24 Jahre lang wird Rößle das Amt nach der Kommunalwahl innegehabt haben. Nachdem der Amtsinhaber nicht mehr antritt, haben sich einige Kandidatinnen und Kandidaten für das Amt als Landrat oder Landrätin in Stellung gebracht.
Kommunalwahl 2026 im Landkreis Donau-Ries: Die Landratskandidaten im Überblick
Michael Dinkelmeier, Freie Wähler
Michael Dinkelmeier kennt das Landratsamt bereits - als Beschäftigter. Bei seiner Vorstellung sagte er, er würde sich als „Verwaltungsexperte mit Führungserfahrung“ bezeichnen; so leitet er im Landratsamt ein Team mit 27 Mitarbeitenden und ist im Führungsstab des Katastrophenschutzes tätig. Als wichtige Themen nannte er eine moderne, digitale Verwaltung, eine verlässliche medizinische Versorgung und die Stärkung des Landkreises als Wirtschaftsstandort. Dinkelmeier ist aktuell Stadtrat in Wemding.
Claudia Marb, CSU
Schon bislang hat Claudia Marb als Stellvertreterin Landrat Stefan Rößle vertreten, wenn dieser keine Zeit hatte - nun will sie das Amt selbst erringen. Seit über 15 Jahren ist sie in der Kommunalpolitik unterwegs: In Gremien auf Kreis- und Landesebene sowie als Zweite Bürgermeisterin der Stadt Rain, als stellvertretende Kreisvorsitzende der CSU, in der Frauen-Union im Landkreis und im Rainer Ortsverband. Bei ihrer Nominierung betonte Marb, dass sie mit den Kommunen im Landkreis auf Augenhöhe zusammenarbeiten wolle. Auch solle das Landratsamt als echtes „Bürgeramt“ gestärkt werden.
Claudia Müller, SPD
Die SPD will mit Claudia Müller das Landratsamt erobern. Müller ist seit 25 Jahren SPD-Mitglied und sitzt seit 2008 im Harburger Stadtrat, ist dort auch Fraktionsvorsitzende. Seit 2024 führt sie auch die Kreistagsfraktion. Sie schilderte bei ihrer Nominierung, dass bei den Schulsanierungen einiges effektiver gestaltet werden müsse - aufgrund der schwieriger werdenden Finanzsituation. Gesundheit und Pflege seien wichtige Themen für sie, bei den Geopark-Infozentren sollte sich der Landkreis nur das leisten, „was wir brauchen“. Auch gegen überbordende Bürokratie wolle sie vorgehen.
Albert Riedelsheimer, Bündnis 90/Die Grünen
Seit über 20 Jahren ist Albert Riedelsheimer bei den Grünen aktiv, er sitzt seit 2012 im Donauwörther Stadtrat und ist seit 2014 Mitglied im Kreistag. Riedelsheimer arbeitet als Sozialarbeiter im Donauwörther Bezirkskrankenhaus. Riedelsheimer sagte, er wolle mit seinem Team dafür „kämpfen, dass das Donau-Ries ökologisch, sozial und wirtschaftlich stark bleibt – und dass es ein lebenswerter Landkreis für alle Generationen ist“. Das Landratsamt solle digitaler werden, Schulsanierungen sollten fortgesetzt werden er wolle einen Plan erarbeiten, wie die Klimaziele im Landkreis umgesetzt werden könnten.
Ulrich Singer, AfD
Die AfD hat Ulrich Singer als Landratsamtskandidaten nominiert, wie die Partei im Oktober 2025 bekannt gab. Als Wahlkampfthemen nannte die Partei wirtschaftlich sinnvolle Investitionen, pragmatische Energiepolitik und eine nachhaltige Stärkung der Infrastruktur. Investitionen sollten nicht in „ideologisch motivierte Prestigeprojekte“ fließen. Ulrich Singer ist seit dem 5. November 2018 Mitglied des Bayerischen Landtags und seit 2020 Kreisrat im Donau-Rieser Kreistag.
Mark Tanner, FDP
Für die FDP geht Mark Tanner ins Rennen. Der Hautarzt aus Nördlingen will unter anderem die Wirtschaft im Landkreis stärken, indem etwa das 5G-Mobilfunknetz schnell ausgebaut wird und beschädigte Straßen saniert werden. Bürokratie müsse ebenfalls abgebaut werden. Aber auch eine Stärkung des Gesundheitssystems ist Tanner wichtig, genauso müsse es bei der Versorgung mit erneuerbaren Energien vorangehen. Tanner kann sich mehr Windkraftanlagen im Landkreis vorstellen, auch Flusswasser-Wärmepumpen seien eine Option.
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