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Corona-Pandemie
27.11.2021

Warum die neue Corona-Variante aus Südafrika jetzt Omikron heißt

Ein Analysegerät zur Erkennung von Mutationen des Coronavirus. Die neue Variante aus Südafrika heißt nun Omikron.
Foto: Pablo Gianinazzi, KEYSTONE, Ti-Press, dpa (Symbolbild)

Eine neue in Südafrika entdeckte Variante des Coronavirs sorgt für Aufregung. Noch ist nicht viel über die Variante bekannt. Die WHO hat ihr aber nun einen Namen gegeben.

Alpha, Beta, Gamma, Delta: Vor der Corona-Pandemie hat man bei den Buchstaben des griechischen Alphabets wohl eher an mathematische Formeln gedacht, seit Mai dieses Jahres stehen sie aber auch für neue Varianten des Coronavirus. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte sich dazu entschlossen, die Varianten des Coronavirus neu zu benennen.

Einerseits, so die Begründung, seien die griechischen Buchstaben leichter auszusprechen und weniger anfällig für Verwechslungen als die aus Buchstaben und Zahlen bestehenden wissenschaftlichen Bezeichnungen. Andererseits sollten die Namen der Ursprungsländer vermieden werden, nach denen neue Virusvarianten zu Beginn der Pandemie benannt wurden – damit diese Länder nicht stigmatisiert oder diskriminiert werden.

Omikron-Variante: So entstehen Mutationen des Coronavirus

Dass neue Virusvarianten entstehen, ist nicht ungewöhnlich. Wenn Viren in Körperzellen gelangen, vervielfältigen sie sich. Das ursprüngliche Virus wird dabei vielfach kopiert. Dabei kommt es immer wieder zu kleinen Fehlern in der Erbinformation. Es entsteht eine neue Variante des Virus, die ähnlich, aber eben nicht identisch ist.

Die meisten Varianten verändern das Pandemiegeschehen nicht, doch manche machen es dem Virus leichter, weil sie ansteckender sind. Dadurch verbreitet sich dieses Virus schneller und kann schließlich sogar die ursprüngliche Variante verdrängen.

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Ungefährliche Varianten werden mit der sogenannten Pangolin-Nomenklatur angegeben, die Experten etwas über die Art der Mutation verrät -  die Delta-Variante ist danach etwa "B.1.617.2". Besonders bedenklichen Varianten gibt die WHO zur Unterscheidung die Namen griechischer Buchstaben. Da es schon eine ganze Reihe solcher Varianten gibt, wurde die nun kürzlich in Südafrika entdeckte Variante B.1.1.529 mit dem Buchstaben Omikron versehen (englische Schreibweise: Omicron). Omikron wäre aber gar nicht der nächstmögliche griechische Buchstabe gewesen: Die WHO übersprang Nu und Xi. Der Spiegel berichtet, dass die WHO auf Anfrage erklärt habe: Nu habe man übersprungen, weil der Buchstabe leicht mit dem englischen Wort "new" (neu) verwechselt werden könne. "Xi" hingegen sei ein "gängiger Name". Um eine Stigmatisierung zu vermeiden, habe man daher Omikron gewählt.

Nun ist Xi auch der Name des chinesischen Präsidenten, Xi Jinping. In den USA veranlasste das den republikanischen Senator Ted Cruz zum Vorwurf, die WHO habe vor der chinesischen Regierung gekuscht. "Wie kann man dann darauf vertrauen, dass sie sie (die Kommunistische Partei Chinas, Anm. der Red.) beim nächsten Mal zur Rede stellt, wenn sie versucht, eine katastrophale globale Pandemie zu vertuschen?"

 

Omikron wird den VOC zugeordnet, den "Variants of Concern", die wegen ihrer potenziellen Gefahr besonders streng überwacht werden. Dazu zählen bislang neben der nun neuen Variante Omikron außerdem Alpha, Beta, Gamma und die dominierende Delta-Variante. Die Mutationen Lambda und Mu werden derzeit lediglich beobachtet.

Laut EU-Gesundheitsbehörde ECDC verfügt die Omikron genannte Variante verglichen mit dem Ursprungsvirus über eine große Anzahl Genmutationen. Es gebe zwar noch größere Unsicherheiten hinsichtlich der Übertragbarkeit, der Wirksamkeit der Impfstoffe und des Wiederansteckungsrisikos. Dennoch hält die Behörde die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Einschleppung und Verbreitung der Variante im Europäischen Wirtschaftsraum für hoch. (mit jako)

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