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Tatort-Kritik
20.04.2020

Kritik zum Frankfurt-Tatort gestern: "Melancholie und Musik

Fast genau ein Jahr nach ihrem Tod ist Hannelore Elsner in einer ihrer letzten Rollen als Elsa Bronski im Frankfurter Tatort "Die Guten und die Bösen" zu sehen.
Foto: Degeto/HR

Viel Tiefgang und die großen Fragen: Der Frankfurt-Tatort gestern war mehr Philosophie-Vorlesung als Sonntagabend-Krimi. Die Kritik zu "Die Guten und die Bösen".

Fast genau ein Jahr nach ihrem Tod ist Hannelore Elsner in einer ihrer letzten Rollen im Tatort aus Frankfurt zu sehen. Ihr ist "Die Guten und die Bösen" auch gewidmet. Die Kommissare Janneke (Margarita Broich) und Brix (Wolfram Koch) ermitteln darin unter erschwerten Bedingungen zu einem Fall, der auch ihr eigenes Wertesystem auf die Probe stellt.

Es geht geradezu philosophisch um Schuld und Sühne. Die Atmosphäre von Chaos und Verfall im Film-Polizeipräsidium wird zum Symbol für die innere Verwirrung der Ermittler. Von den Kritikern gibt es für den Tatort von David Ungureit (Buch) und Petra K. Wagner (Regie) viel Lob, wenn auch manch einem etwas zu dick aufgetragen wird. Die Pressestimmen.

Kritik zum Frankfurt-Tatort gestern: "Beklemmender Beitrag"

"Die Guten und die Bösen" ist ein stimmungsvoller und auch sonst ziemlich gelungener, sehr unaufgeregter Frankfurt-Tatort. Mit großen Fragen und großen Worten zum Teil, aber ohne dass sie peinlich werden. Frankfurter Rundschau

In der Krise herrschen die Dämonen, und Hannelore Elsner in einer ihrer letzten Rollen ist die dunkle Herrscherin in Frankfurts Justiz-Labyrinth: "Die Guten und die Bösen" ist ein beklemmender Beitrag vom Format "Philosophisches Quartett". Neue Zürcher Zeitung

Paul Brix (Wolfram Koch), Ansgar Matzerath (Peter Lohmeyer) und Anna Janneke (Margarita Broich): Szene aus dem Frankfurt-Tatort "Die Guten und die Bösen", der heute im Ersten läuft.
Foto: Degeto/HR

Dieser Tatort ist harter Tobak. Das galt schon für andere Episoden aus Frankfurt. Doch in "Die Guten und die Bösen" sollen die ganz dicken Bretter gebohrt werden. Es geht um nichts weniger als das berufliche Selbstverständnis von Polizisten. Der Tagesspiegel

Bewertung: "Tatort: Die Guten und die Bösen" ist ein Experiment

Mal ernst, mal witzig, mal skurril, mitunter sogar poetisch setzten sich die Filmemacher und Protagonisten mit moralischen und rechtlichen Werten, Selbstjustiz, Täter-, Opfer- und Angehörigenschutz und dergleichen auseinander. Stern


Melancholie und Musik bestimmen nun auch den Tatort von Ungureit und Wagner. In langen, elegant rhythmisierten Einstellungen begleiten wir die Polizisten durch das Provisorium ihres Reviers, während sie über Pragmatismus und Pflicht, über Recht und Moral sinnieren. Im entkernten Polizeigebäude geht es zum Kern der Polizeiarbeit. Der Spiegel

Tatort-Kritik: "Eine vielschichtige Studie um Schuld und Sühne"

"Die Guten und die Bösen" nimmt sich selbst ernst, ohne dabei jedoch angestrengt zu wirken, kurzum: eine vielschichtige Studie um Schuld und Sühne mit einem durchweg erstklassigen Cast. ntv

Der Tatort lockt Sonntag für Sonntag Millionen vor den Fernseher. Aber wer ermittelt eigentlich wo? Diese  Kommissare bzw. Teams sind derzeit im TV-Einsatz.
23 Bilder
Tatort-Kommissare: Wer ermittelt wo?
Foto: Thomas Kost, WDR/Zeitsprung pictures


Der neue Frankfurter "Tatort: Die Guten und die Bösen" ist ein Experiment. Die Geschichte wirft viele ethische Fragen auf, ist riskant und doch berührend. Neben Hannelore Elsner in einer ihrer letzten Rollen überzeugt vor allem Margarita Broich als Kommissarin Janneke. RedaktionsNetzwerk Deutschland

Kritik und Pressestimmen zu den letzten Tatort-Folgen am Sonntag

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Die Diskussion ist geschlossen.

19.04.2020

Gibt es hier irgendwelche Polizisten, die das hier lesen, und die irgendwann in solch einem disfunktionalen Gebäude ihren Dienst tun mussten wie in diesem Tatort gezeigt oder ist die Folge so überzeichnet, daß die Grenze zur Surrealität bzw. Irrealität überschritten wird?
Promilleschwangere Kommissare nehmen Geständnisse am Tatort entgegen und lassen sich vom mutmaßlichen Täter ins Barackenpräsidium kutschieren, um verkehrspolizeiliches Vorbild zu bleiben; der mutmaßliche Täter wird dann und wann alleingelassen oder zum Wechselkleidung holen nach draußen geschickt, die Stuhlkreispolizeipsychologin hat eine Klaustrophobenmacke, und die pensonierte Ex-Kollegin, gespielt von einer 75-jährigen, mäandert im Tiefgaragenarchiv und in den Bruchbudengängen umher, um ihren alten ungelösten Fall weiterzubearbeiten - wer denkt sich so was aus? Bitte den Frankfurt-Tatort aus dem Programm schwemmen, wie den roten Ball nach dem Wasserrohrbruch am Ende dieses überdrehten Kriminalsurrealprodukts.

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