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Abfahrverbote in Tirol: So viele Autofahrer mussten im Winter 2025/26 Strafen zahlen

Österreich

Abfahrverbote in Tirol: So viele Autofahrer mussten im Winter Strafen zahlen

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    In der Hauptsaison früher abzufahren, um Staus zu meiden, kann in Tirol teuer werden.
    In der Hauptsaison früher abzufahren, um Staus zu meiden, kann in Tirol teuer werden. Foto: driendl, stock.adobe.com (Archivbild)

    Die Abfahrverbote im österreichischen Bundesland Tirol haben in der Wintersaison 2025/2026 erneut für eine hohe Zahl an Verstößen gesorgt. Die Behörden teilten nun mit, wie viele Autofahrerinnen und Autofahrer trotz Beschränkungen versuchten, Staus zu umfahren, um schneller ins Skigebiet zu kommen. Wie die Bilanz ausfiel und warum es an den Maßnahmen auch Kritik gibt.

    Abfahrverbote in Tirol: Wie viele Autofahrer ignorierten die Beschränkungen?

    Wie das Land Tirol nun in einer Pressemeldung mitteilte, wurden in der Zeit der Beschränkungen vom 20. Dezember 2025 bis zum 6. April 2026 rund 411.000 Autofahrer registriert, die versuchten, Staus über Ausweichrouten zu umfahren. Besonders stark betroffen war die Fernpass-Route, eine der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen. Allein dort wichen etwa 173.000 Fahrzeuge auf Nebenstraßen aus, obwohl dies an bestimmten Tagen ausdrücklich untersagt war.

    Die Fahrverbote galten laut ADAC in der vergangenen Wintersaison jeweils samstags, sonntags und an Feiertagen zwischen 7 und 19 Uhr. In diesem Zeitraum durften Fahrzeuge ohne konkretes Ziel in der Region die ausgewiesenen Ausweichstrecken nicht nutzen. Wer dennoch abfuhr, musste mit einem Bußgeld rechnen.

    Übrigens: Die Vignette, die man braucht, um österreichische Autobahnen zu nutzen, kann man ab 2027 nur noch digital erwerben.

    Fahrverbot in der Wintersaison in Tirol: Wozu die Maßnahmen?

    Ziel der Maßnahmen war es, die betroffenen Gemeinden entlang der Ausweichstrecken vor übermäßiger Verkehrsbelastung zu schützen. Gerade an Wochenenden und Feiertagen komme es regelmäßig zu massiven Staus auf den Hauptverkehrsachsen, was Besucher dazu verleite, in kleinere Orte auszuweichen.

    Verkehrslandesrat René Zumtobel verwies laut der Pressemeldung auf die inzwischen achtjährige Erfahrung mit den Maßnahmen. Immer wieder hätten Autofahrende versucht, sich über wenig geeignete Wege durchzuschlagen. So seien Fahrzeuge auf Gemeindestraßen, aber auch auf Forstwegen oder sogar auf Langlaufloipen gelandet. Eine Verbesserung erhofft sich das Land nun durch Anpassungen bei Navigationsdiensten, die gesperrte Strecken künftig nicht mehr anzeigen sollen.

    Von den Fahrverboten ausgenommen sind laut ADAC ausdrücklich Personen mit einem Ziel in der Region. Urlauberinnen und Urlauber sowie Besucher von Freunden oder Verwandten dürfen die gesperrten Strecken weiterhin nutzen. Voraussetzung ist allerdings, dass sie im Falle einer Kontrolle nachweisen können, dass sie die Straße nutzen müssen, um ihr Ziel zu erreichen. Das gelingt etwa durch Buchungsbestätigungen oder das Angeben der konkreten Adresse.

    Abfahrverbote in Tirol: Darum sehen Experten sie kritisch

    Unter anderem der ADAC übt Kritik an den Maßnahmen. Der Automobilklub sieht die Fahrverbote als Einschränkung des freien Reiseverkehrs und bewertet sie als „Ärgernis“ für viele Reisende. Gleichzeitig empfiehlt der ADAC jedoch, bei Staus grundsätzlich auf den Autobahnen und Hauptstrecken zu bleiben. Denn auch alternative Routen seien schnell überlastet.

    Das Land Tirol hat bereits bekannt gegeben, dass die Fahrverbote auch im Sommer, wenn die Wandertouristen kommen, wieder greifen sollen.

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