Newsticker
Ukraine will Mitglied bei der OECD werden
  1. Startseite
  2. Panorama
  3. Tierschutz: EU will Tiere per "Positiv-Liste" besser schützen

Tierschutz
24.05.2022

EU will Tiere per "Positiv-Liste" besser schützen

Wild- statt Haustier: ein australisches Süßwasserkrokodil.
Foto: Boris Roessler, dpa

Für einen besseren Tierschutz schlagen EU-Länder eine „Positiv-Liste“ vor: Der Verkauf und die Haltung von Tierarten, die nicht darauf stünden, wären dann automatisch in der EU verboten.

Giftschlangen im Wohnzimmer, Schimpansen auf dem Balkon, ein Alligator im Gartenteich – exotische Wildtiere scheinen im Trend zu liegen, als Haustiere. Einige EU-Mitgliedstaaten wollen daran nun etwas ändern. So haben Zypern, Litauen, Luxemburg und Malta ein Gesetz vorgeschlagen, durch das der Handel und die Haltung von bestimmten Exoten verboten werden sollen.

Am vergangenen Dienstag berieten die EU-Agrarminister über eine Positiv-Liste, die die vier Länder in einem gemeinsamen Papier fordern. 19 Mitgliedstaaten unterstützten die Initiative für einen EU-weiten neuen Rechtsrahmen. Auch Deutschland begrüßte den Vorstoß.

Cem Özdemir: Finde es richtig, dass auf europäischer Ebene jetzt geeignete Maßnahmen geprüft werden

„Exotische Wildtiere gehören in der Regel in die Wildnis, nicht in die eigenen vier Wände“, sagte Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir unserer Redaktion. „Das ist für mich eine Frage des Arten- und Tierschutzes, aber auch der Gesundheit für Mensch und Tier.“ Der Grünen-Politiker finde es richtig, dass auf europäischer Ebene jetzt geeignete Maßnahmen geprüft werden, die in allen Mitgliedstaaten einheitliche Regeln vorgeben. „Eine europäische Positiv-Liste – wie schon in manchen Ländern Standard – kann hier helfen“, so Özdemir.

In dem Papier wird geschätzt, dass in Europa mehr als 100 Millionen Tiere, die nicht Hunde oder Katzen sind, privat gehalten werden – darunter kleine Säugetiere, Vögel, Reptilien, Fische und Amphibien. „Viele dieser Arten wurden in der freien Wildbahn gefangen, wodurch die natürlichen Populationen dezimiert werden und die Artenvielfalt verloren geht“, heißt es.

Auch die Tierschutzorganisation Vier Pfoten nennt eine solche Liste „sehr erstrebenswert“

Der von den vier Mitgliedstaaten gewünschte Katalog würde eine „begrenzte Anzahl von Tierarten“ aufzählen, die von Privatpersonen als Haustiere gehalten werden dürften. So würde man „Besitzern und Behörden Klarheit verschaffen“. Der Verkauf und die Haltung von Tierarten, die nicht auf der Liste stünden, wären automatisch in der EU verboten.

Lesen Sie dazu auch

Morgane Le Dreau, Koordinatorin für Wildtierpolitik bei der Tierschutzorganisation Vier Pfoten, nannte eine solche Liste „sehr erstrebenswert“. Sollte sie umgesetzt werden, „muss dann natürlich noch sichergestellt werden, dass die Kriterien auch streng genug sind.“

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.