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Corona-Pandemie

20.01.2021

EU plant einen Corona-Impfpass für freies Reisen

Nicht nur wegen Corona: Der internationale Impfausweis ist schon heute ein wichtiges Reisedokument.
Foto: Sophia Kembowski/dpa/dpa-tmn

Brüssel will bereits geimpften Bürgern mehr Bewegungsfreiheit in Europa ermöglichen. Es gehe aber nicht darum, eine Impfpflicht durch die Hintertür einzuführen.

Die Europäische Kommission macht den Mitgliedstaaten Druck. Kurz vor der nächsten Konferenz der 27 Staats- und Regierungschefs am Donnerstag hat die EU-Behörde die Mitgliedstaaten zu mehr Ehrgeiz beim Impfen aufgerufen. Bis Ende März sollten 80 Prozent aller Menschen über 80 Jahre geimpft sein. Bis zum Sommer 2021 müssten 70 Prozent der gesamten Erwachsenen mit einem Vakzin versorgt sein. Und: Brüssel drängt auf ein europäisches Impfzertifikat, das „in den nationalen Gesundheitssystemen und auch darüber hinaus verwendet wird“.

EU weist Impfpflicht durch die Hintertür zurück

Konkret würde das bedeuten: Wer einen Impfschutz nachweisen kann, darf zumindest innerhalb der Gemeinschaft reisen oder auch wieder ein Restaurant besuchen. „Es geht nicht darum, eine Impfpflicht durch die Hintertür einzuführen“, hieß es am Dienstag aus dem Führungskreis des Europäischen Parlaments. „Aber es gibt keinen Grund, einem Geimpften weiter die ihm zustehenden Rechte vorzuenthalten.“ Beschließen könnte dies der virtuelle EU-Gipfel am Donnerstag. Damit kommt in Brüssel eine Debatte in Gang, die der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis vor kurzem mit Blick auf die dringend benötigten Tourismuseinnahmen losgetreten hatte.

Konkrete Vorstellungen hatte der Premier aus Athen auch schon: Das Zertifikat solle die persönlichen Daten des Impflings, den Termin der Impfung und den verwendeten Impfstoff auflisten. Mit einem QR-Code sei es leicht, die Angaben über eine Datenbank zu überprüfen. Inzwischen schloss sich António Costa dem Vorstoß an. Der portugiesische Regierungschef hat derzeit den halbjährlich wechselnden Ratsvorsitz der EU inne. Auch ihn treibt die Sorge um die darniederliegende Reisebranche um.

Warum Biontech/Pfizer Lieferprobleme beim Corona-Impfstoff haben

Zwar betonte die Kommission am Dienstag, dass mit der Gesamtzahl der 2,3 Milliarden bestellten Impfdosen am Ende genügend Vakzine für alle EU-Bürger zur Verfügung stünden. Aber auch im Hause von Präsidentin Ursula von der Leyen weiß man um die derzeitigen Engpässe bei der Versorgung mit den dringend benötigten Ampullen. Dass ausgerechnet das Unternehmen Biontech/Pfizer vor wenigen Tagen bekannt geben musste, die Herstellung zurückzufahren, weil im belgischen Pfizer-Werk Umbauten nötig seien, hat die EU-Behörde allerdings regelrecht geschockt.

Künftig will die EU-Verwaltung von solchen Rückschritten frühzeitiger informiert werden. Zugleich wird in der EU-Zentrale an einer Kampagne in allen 27 Mitgliedstaaten gearbeitet, mit der man die Bürger motivieren will, sich impfen zu lassen. Wie in Brüssel am Dienstag zu hören war, sollen prominente Europäer (unter ihnen offenbar zahlreiche Fußballer sowie Sportler weiterer Disziplinen) online und auf Plakaten in den Ländern für die Anti-Corona-Impfungen werben. Angeblich habe man sich bereits auf ein Motto geeinigt: „Ich mach’s“.

EU rät in der Corona-Pandemie zum Verzicht auf Reisen

„Impfungen sind unerlässlich, um aus dieser Krise herauszukommen“, sagte von der Leyen am Dienstag und betonte weiter, die jetzt gesetzten Ziele „könnten ein Wendepunkt in unserem Kampf gegen das Virus sein“, wenn man sie denn erreicht. Bis dahin aber, so heißt es in dem Papier der EU-Kommission, seien „strikte Einschränkungen“ nötig. Konkret genannt werden der Verzicht auf alle touristischen Reisen, Maskenpflicht und Hygieneregeln in öffentlichen Verkehrsmitteln sowie eine systematische Prüfung der Blutproben von PCR-Tests, um herauszufinden, wie stark die entdeckten Mutationen des Coronavirus bereits verbreitet sind.

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20.01.2021

Es gibt einige Länder die einen Nachweis bestimmter Impfungen bei Einreise verlangen. Das könnte ganz schnell auch auf Covid19 ausgedehnt werden. Wieso diskriminierend? Je früher die Mindestquote erreicht wird, umso früher können diese "Nichtimpfbaren" auch wieder relativ gefahrlos wohin. Dann wird auch so eine "Beschränkung" mit der Zeit wieder wegfallen.
Ist es auch diskriminierend wenn Schwangere oder Personen mit Herzschrittmacher nicht Achterbahn fahren können? Oder auch Kreuzfahrten teilweise nicht machen können? usw.

Schön wieder diese Theorien über die "Goldgrube" Impfen. Wieso darf kein Geld damit verdient werden? Auch Ärzte verdienen mit Attesten (Masken, Impfunfähigskeitsbescheinigungen) Geld. Mancher "Arzt" sogar ganz ohne "Forschung", dafür mit umso mehr Werbung.

Wir sollten eher froh sein, dass seit über 10 Jahren an mRNA-Impfstoffen geforscht wird. Ansonsten wäre der Impfstoff sehr wahrscheinlich immer noch in der Entwicklung.

@Walter B. Wo sind denn ihre Belege, dass die Pharmaunternehmen mehr verdienen wenn sie die Produktion hinausschieben?
Ist es nicht eher so, je länger die brauchen, umso mehr Konkurrenz wird es auf dem Markt geben?

Interessant wie manche sozialistische Idee ausgepackt wird. Weil es ja dann viel besser klappt. Wielange hat der BER gebraucht?
Schafft sich eine Firma (Über-)Produktionskapazitäten an und unterhält diese, falls vielleicht in den nächsten 30 Jahren oder auch nie mal für ein bestimmtes Produkt eine stark gestiegene Nachfrage kommen sollte. Wohl kaum.

Auch wenn die Covid19-Impfung stärker anlaufen sollte, wird es noch Monate dauern bis wir wieder wie früher leben können.

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20.01.2021

Es soll natürlich keine Impfpflicht sein, doch hier zeigt sich wieder einmal der Unterschied zwischen Theorie und Praxis.
Theoretisch - NEIN, Praktisch - JA.
Und nachdem man den Herrn Maas auch schon gemaßregelt hat, die Voraussetzungen haben sich meines Wissens nach noch nicht verändert. Es ist weiterhin unbekannt, ob Geimpfte dasVirus übertragen können.

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20.01.2021

Entweder Du lässt Dir das Zeug spritzen oder Dir werden Grund- und Menschenrechte genommen. Zum Glück gibt es keine Pflicht!

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20.01.2021

Hier spricht die eurpäische Ausgabe von "Mutti Merkel".

Natürlich ist dies die Einführung einer Impfpflicht durch die Hintertür.

Und was machen die, die geimpft werden wollen, ja so etwas soll es auch geben, aber als letztes in der Reihe stehen, die vorgegeben wurde.
Dies sind doch gerade die, die auch potentiell in Frage kommen, einen entsprechenden Urlaub machen zu wollen.

Nehmen wir doch blos einmal D als Beispiel.
Katastrophale Einkaufspolitik bei dem Vakzinen, von Anfang an auf das falsche Pferd gesetzt, nun kommen noch die Probleme bei den Herstellern dazu.

Wann glauben die Damen und Herren, ist denn dann der größte, und in meinen Augen der wichtigste Teil der Bevölkerung an der Reihe?

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20.01.2021

Kalifornien überprüft aktuell, ob ein bestimmter Corona Impfstoff noch weiterhin geimpft werden darf.

Natürlich bringt die Idee des Impfausweises eine Impfpflicht durch die Hintertür.

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20.01.2021

Was ist mit jemand, der nicht geimpft werden kann aus verschiedenen Gründen /(z.B. Vorerkrankungen, Allergien). Der soll auf alles verzichten. Das wäre Diskriminierung größerer Bevölerunggruppen. Da muss unbedingt eine aktzeptale Lösung her.
Viel schnellere Verimpfung, damit in Kürze viele, die das können, geimpft werden. Dann würde sich das Ansteckungsrisiko von selbst erledigen. Das liegt in erster Linie an den Pharmafirmern, die obwohl sie könnten, das ganze Prozedere weiter hinausschieben, um noch mehr zu verdienen. Das gehört bestraft.

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20.01.2021

Pharmakonzerne enteignen und entschädigen und dann auf eigene Rechnung produzieren für den europäischen Bedarf. Und zwar mit Hochdruck. Aber das darf man ja nicht sagen. Lieber jeden Tag irgendeine andere Sau durchs Land jagen und vom eigentlichen Problem, der schlechten Impfstoffversorgung, abzulenken!

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